A Thought of Ecstasy

A Thought of Ecstasy

Originaltitel: A Thought of Ecstasy
Genre: Experimentalfilm • Thriller
Regie: RP Kahl
Hauptdarsteller: RP Kahl • Deborah Kara Unger
Laufzeit: DVD (90 Min) • BD (90 Min)
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 18

A Thought of Ecstasy   22.08.2018 von Mario von Czapiewski

Mit viel Werbung startete diesen Sommer der neue Film des deutschen Regisseurs und Schauspielers RP Kahl (Bedways) mit dem Titel A Thought of Ecstasy in einigen deutschen Kinos, findet nun seinen Weg in deutsche Händlerregale und erscheint auf DVD, Blu-ray und in einer besonders ausgestatteten Mediabook-Edition.

 

Inhalt

 

Frank (RP Kahl) macht sich in Kalifornien auf die Suche nach seiner ehemaligen Geliebten Marie, welche er glaubt in einem Roman wiedererkannt zu haben. Was jedoch hinter dem ganzen steckt, mag er sich zu Beginn seiner Reise noch gar nicht ausmalen.

 

Wer bereits den Film Bedways von Regisseur und stellenweise auch Schauspieler RP Kahl kennt, kann ungefähr erahnen, was man in A Thought of Ecstasy geboten bekommt. Somit kann auch dieser als experimenteller Kunstfilm bezeichnet werden, der diesmal jedoch phasenweise eine stringentere Geschichte erzählt und in seiner metaphorischen Darstellung oft zugänglicher wirkt als sein „Vorgänger“. In A Thought of Ecstasy bekommt man einen Mix aus Selbstfindungstrip, Erotik und seichtem Rachethriller, der vor allem im letzten Drittel eine interessante Geschichte erzählt.

 

Die USA versinkt in einer Hitzewelle, die öde Landschaft unbewohnter Ortschaften lockt Frivolitäten und über allem schwebt die Sehnsucht nach einer Figur, die der Hauptcharakter den ganzen Film durchsucht. Deborah Kara Unger (Silent Hill - Revelation), die nicht nur als weiblicher Gegenpart, sondern auch als „Aushängeschild“ des Filmes fungiert, findet nicht nur an prominenten Stellen mit einnehmenden Voice-Overn und überzeugendem Schauspiel statt, sondern hebt die Low-Budget-Produktion auf ein anderes, größeres Level.

 

Dies tun ebenfalls die teilweise beeindruckenden Aufnahmen landschaftlicher Gegensätze wie Großstädte und steinige Wüsten, welche Kahl mit einer überzeugenden Nüchternheit einfängt und für vielerlei Freizügigkeiten verwendet. Da kontrastiert schon Mal das blumige Liebesspiel im steinigen Hügelwerk mit der SM-Session im dreckigen Bunker. Hatte man bei Bedways noch das Glück eine Freigabe ab 16 Jahren zu erhalten, kam A Thought of Ecstasy diesmal jedoch unzensiert nur mit einer FSK 18 Freigabe davon.

 

Handwerklich vermischt der Film klassische Filmästhetik mit einem Hauch Amateurcharme und einer sehr klaren minimalistischen Bildgestaltung. Besonders die Musik verleiht dem Film stellenweise eine moderne, fast futuristische, aber außergewöhnlich bedrückende Atmosphäre, die der Film besonders im letzten Drittel auch inhaltlich stark ausspielt.

 

Damit ist A Thought of Ecstasy ein wirklich interessanter, experimenteller Kunstfilm, der eine simple, aber vor allem im letzten Drittel einnehmende Geschichte erzählt und in seiner Konstruktion noch so weit zugänglich ist, dass Neulinge des Genres bei Interesse hier definitiv einen Blick riskieren können.

 

Details der Blu-ray und des Mediabooks

 

Die Blu-ray-Veröffentlichung des Films beinhaltet ihn in seiner vollständig unzensierten Fassung mit sehr guter Bildqualität. Neben dem englischen Originalton gibt es eine gute deutsche Synchronisation sowie deutsche Untertitel. Im Bonusmaterial befinden sich ein Audiokommentar, eine interessante Gesprächsrunde im Interview-Stil sowie mehrere Trailer und Teaser. Zusätzlich ist der Film auch in einer limitierten Sonderedition erhältlich, welche ebenfalls eine jugendfreie und vom Regisseur autorisierte FSK 16 Fassung beinhaltet (siehe Bilder).

 

Bildergalerie von A Thought of Ecstasy (11 Bilder)


Das Fazit von: Mario von Czapiewski

Mario von Czapiewski

 

A Thought of Ecstasy ist eine Mischung aus experimentellem Kunstfilm und modernem Rachethriller, die mit viel Freizügigkeit und einem klaren handwerklichen Konzept eine simple, aber interessante Geschichte erzählt und ein gewisses Maß an Zugänglichkeit besitzt, die es auch Kunstfilm-fernem Publikum möglich macht, sich den Film ansehen zu können.


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