Accident

Accident

Originaltitel: Yi ngoi
Genre: Thriller
Regie: Pou-Soi Cheang
Hauptdarsteller: Louis Koo
Laufzeit: DVD (87 Min) • BD (87 Min)
Label: Lighthouse Home Entertainment
FSK 16

Accident   24.06.2016 von Beef Supreme

Hitman, Léon: Der Profi und Assassins sind alles gute bis sehr gute Filme über Auftragskiller, die mal mehr mal weniger subtil ihren Zielen die Lichter ausknipsen. Aber so gut deren Protagonisten auch sind, sie bedienen sich immer Waffengewalt, um ihre Aufträge auszuführen. Nicht so die Männer in Accident. Alles, was diese Killer brauchen sind Banner, Wetter und Verkehr.

 

Vier Killer sollt ihr sein. Die Crew um „Das Gehirn“, mit den klangvollen Namen Woman, Fatty und Onkel hat sich auf Auftragsmorde der besonderen Art spezialisiert. Sie verwenden keine plumpe Waffengewalt sondern bringen ihre Opfer mittels Verkettung von unwahrscheinlichen Zufällen um die Ecke, sodass ihre Morde immer so aussehen, als wären sie tragische Unfälle. Eines schönen Tages nehmen sie einen Auftrag an, bei sie den Vater des Kunden erledigen sollen. Trotz penibelster Planung und Vorbereitung geht die Nummer schief und Fatty gerät in einen nicht vorhersehbaren Unfall. Das Gehirn glaubt aber schon lang nicht mehr an Unfälle und vermutet, dass eine zweite Crew, die ähnlich wie die seine operiert, es auf ihn abgesehen hatte. Getrieben vom Wahn und Paranoia taucht er ab und sucht auf eigene Faust nach den Killern, die Fatty in den Asphalt beißen ließen...

 

Accident beginnt höchst vielversprechend. Schon die erste Einstellung bei der die Vorgehensweise der Killertruppe vorgestellt wird, lässt jede Menge Kreativität und interessante Aufträge vermuten. Leider schaltet der Film nach dem ersten Mord so einige Gänge zurück und trottet in einem fast schon melancholischen Tempo vor sich hin. Schon nach dem zweiten Auftrag, der so richtig nach hinten losgeht, ändert der Film den Fokus und konzentriert sich auf die Jagd des Gehirns nach den Killern. Wobei hier „Jagd“ ein großes Wort ist, da man dem guten Mann eigentlich nur beim Stalken seiner vermeintlichen Spur zusieht. Wenn er nicht gerade Leute mit einem Fernrohr bespitzelt, hockt er in seiner heruntergekommenen Butze und belauscht Fremde beim Vögeln. Klingt unspannend, ist es leider auch, da sich der Film keinerlei Mühe gibt, den Zuschauer in irgendeiner Weise glauben zu machen, dass Das Gehirn vielleicht recht haben könnte. Wo andere, ähnlich gelagerte Streifen hier und da subtile Hinweise fallen lassen, um das Publikum auf eine falsche Fährte zu locken, ignoriert Accident diese Vorgehensweise völlig und zeigt nur den Protagonisten, wie er sein Ding macht. Auf diese Weise verspielt der Film nicht nur seine Nachvollziehbarkeit sondern ist zudem auch noch öde. Und als wäre das noch nicht genug vermisst es Accident zudem noch zu erklären, warum Das Gehirn eigentlich überall Feinde, Verrat und Anschläge auf sein Leben sieht. Einzig ein kurzer Flashback, der seine Frau bei einem tödlichen Autounfall zeigt, soll hier als Erläuterung herhalten, was aber bei weitem nicht als Motivation für sein Handeln ausreicht, um Glaubwürdigkeit zu vermitteln.

 

Bildergalerie von Accident (11 Bilder)

Auf technischer Ebene macht der Film hingegen vieles richtig. Die unaufgeregten Kamerafahrten passen zur gedrückten Stimmung des Films. Das Bild ist durchweg klar und scharf und auch der Sound passt. Da hier aber so gut wie keine Actionsequenzen vorkommen wird auch weitestgehend auf druckvollen Sound verzichtet, was aber aufgrund der Ruhe des Films nicht ins Gewicht fällt. Die Synchronisation ist für einen Film aus dem asiatischen Raum erfrischend gut und passend.


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Schade, wie viel Potential hier verschenkt wird. Accident hätte echt das Zeug zu einem kleinen aber feinen Geheimtipp gehabt, hätte das Drehbuch etwas mehr Kreativität bewiesen. Leider beschließt der Film zu schnell, seine eigentliche Prämisse zu ignorieren und den Zuschauer nur noch am paranoiden Wahn des Protagonisten teilhaben zu lassen. Und als wäre das noch nicht genug, hält es Accident auch nicht für nötig, glaubhaft zu sein, sondern beschränkt sich ausschließlich auf die Perspektive des Gehirns, ohne aber den Zuschauer an seiner Motivation oder seinen Erkenntnissen teilhaben zu lassen. Was bleibt ist eine interessante Idee aus der man aber nicht mehr wie langweilige 90 Minuten Film herausholen konnte. 


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