Agents of Mayhem

Agents of Mayhem

Publisher: Deep Silver Volition
Entwicklerstudio: Deep Silver
Genre: Action
Sub-Genre: Rollenspiel
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 18.08.2017
USK 16

Agents of Mayhem   28.08.2017 von GloansBunny

Wenn mal wieder die Zerstörung der Welt ansteht und fiese Schurken ihr Unwesen treiben, ist es wie immer Zeit für Superhelden. Also nicht lange warten: Redakteurin GloansBunny schnappt sich die Agents of Mayhem...

 

Regel Nummer Eins im allgemein gültigen Kampf zwischen Gut und Böse: Sobald arbeitslosen Tyrannen langweilig wird, ist Vorsicht geboten. Die Mitgliedschaft in der  Superschurken-Organisagion L.E.G.I.O.N. (League of Evil Gentlemen Intent on Obliterating Nations) schafft Abhilfe und bastelt zur Freude aller Verbrecher unter der Führung von Minister Doctor Babylon an einer hübschen, die Erde zerstörenden Superwaffe. Auch die Kontrolle über sämtliche globale Staaten inklusive Verschwörungen, Terrorismus und Forschung stehen ganz oben im Programm der L.E.G.I.O.N., was ihr natürlich einen enormen Zustrom an Gangstern, Wissenschaftlern und Fans verschafft. Bevor die Welt jedoch den Bach runter geht, klinkt sich eine Vereinigung aus Super-Agenten ein: die Agents of M.A.Y.H.E.M (The Multinational Agency for Hunting Evil Masterminds). Chefin Persephone Brimstone scharrt die bunte Mischung aus Helden, Militärs und klugen Köpfen um sich, entsendet sie nach Seoul in Nordkorea und erteilt einen simplen Auftrag: die Menschheit vor der Ausrottung retten und die L.E.G.I.O.N. auslöschen. Und so begeben sich die besten Agenten M.A.Y.H.E.M.s in das Abenteuer, das alles verändern soll. Für unvermeidliche Kollateralschäden inklusive der Zerstörung Seouls übernimmt die Agency allerdings keine Verantwortung...

 

Steuerung und Sound: es rutscht, es flutscht, es passt halt einfach, Baby!


Agents of Mayhem ist ein waschechter Third-Person-Shooter, dessen intuitives Controllerlayout somit ratzfatz verinnerlicht ist. Die gewohnt unkomplizierte Tastenbelegung kooperiert tadellos mit der justierbaren Kamerasicht und reagiert prompt auf die eingegebenen Befehle. Je nach gewähltem Agenten bewegt sich die Steuerung zwischen behäbig und flott, was der Spielmechanik positiv in die Karten spielt und den Figuren spieltechnisch individuelle Merkmale verpasst.

 

In Punkto Akustik hört man Agents of Mayhem ihre Abstammung von den Saints Row-Machern deutlich an. Der gelungene und stets auf den Punkt genau einsetzende Soundtrack wechselt zwischen asiatischen Klängen, modernen Elektro- und rockigen Basstiteln. Die englischen Synchronsprecher sind zumeist perfekt auf ihre jeweiligen Charaktere abgestimmt und transportieren die vielen Anspielungen, Witze und coolen Sprüche gekonnt zum Spieler. Auch die optionalen deutschen Untertitel geben meist gut portiert den Inhalt der Dialoge wieder, auch wenn die Übersetzung der einen oder anderen Aussage nicht immer dem wahren Sinn entspricht. Satte Umgebungs- und Kampfgeräusche sowie verbal aktiv regierende NPCs trösten über dieses kleine Manko allerdings gekonnt hinweg.

 

Grafik, Gameplay und Umfang: sind das die Agents of Saints Row?!


Getreu dem Motto "Never change a running system" setzen die Entwickler von Deep Silver auf bewährte Saints Row-Tugenden. Der bunte Comicstil und die überzeichneten, liebevoll animierten Charaktere kommen in dem lebendigen Seoul der Zukunft perfekt zum Ausdruck, auch wenn die Engine bei weitem nicht die volle Leistung erbringt. Statt High-End-Grafik und realistischen Kulissen liefert Agents of Mayhem eine farbenfrohe und etwas klobige, aber technisch stets stabil präsentierte Open World voller Überraschungen. Futuristische Gebäude und Fahrzeuge, glitzernder Asia-Flair und von zahllosen NPCs bevölkerte Straßen spiegeln die Wurzeln des auf einer alternativen Saints Row-Zeitlinie basierenden Agents of Mayhem herrlich frisch wieder. Kurze Ladezeiten, eine stabile Framerate und knallige Licht- und Schatteneffekte runden den positiven optischen Eindruck gekonnt ab. Besonderes Leckerli sind die im Zeichentrickstil der 1980er Jahre gehaltenen Zwischensequenzen, die ein angenehmes Retro-Feeling aufkommen lassen.

 

Agents of Mayhem spielt wie bereits erwähnt in einer alternativen Zeitlinie, basierend auf der Geschichte der Saints Row-Reihe. Ihr schlüpft in die Rolle des bis zu zwölf Köpfen umfassenden Helden-Teams, von denen Ihr jeweils drei aktiv in den Missionen mitführen und auf Knopfdruck zwischen ihnen wechseln dürft. Gestartet wird der Kampf gegen das Böse mit einem kleinen Tutorial, in dem Bewegungsabläufe, Aktionen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten erklärt werden. Hier merkt man schnell, wie unterschiedlich sich die chaotische Truppe spielen lässt. Während der selbstverliebte Filmstar Hollywood mit Sturmgewehr und Granaten um sich wirft, bildet beispielsweise Biologin Rama als Scharfschützin die Nachhut und setzt dabei auf taktisches Vorgehen. Die Spielmechanik wechselt je nach Agent von behäbig, aber schlagkräftig über agil, aber wenig robust bis hin zu technisch versiert, aber unselbstständig. Je nach Missionsanforderung stellt Ihr Euch so nach und nach das ideale Kommando zusammen, um dem streng linearen Hauptstrang der wenig tiefgründigen, aber unterhaltsamen Story oder den charakterspezifischen Missionen zu folgen. Doch Langeweile kommt nicht auf, schließlich hat Agents of Mayhem neben der Kampagne zahllose Nebenaufgaben im virtuellen Köcher.

 

Die offene Welt des futuristischen Seoul wird von der Legion belagert und möchte natürlich von selbiger befreit werden. Feindliche (und leider monotone) Stützpunkte zerstören, Patrouillen ausschalten, Autos für einen NPC klauen oder Erkundungen im Parcours-Stil stehen dabei unter anderem auf dem großen Programm der Agenten. Dabei sammelt Ihr Erfahrungspunkte und Credits, die Ihr in der riesigen Basis gegen neue Kostüme, Fahrzeuge, Gadgets und Upgrades eintauschen dürft. Das übersichtliche Skill-System der zwölf spielbaren Charaktere ermöglicht ein gewisses Feintuning, was Werte wie beispielsweise Schadenswirkung, Schildregeneration oder Cooldown der Spezialfähigkeiten betrifft. Letztere sind spektakulär und extrem witzig inszeniert und lassen die Individualität und Eigenheiten des dreckigen Dutzends gekonnt in den Vordergrund treten.

 

Denn die bunte, überzogene und selbstironische Inszenierung ist das Herzstück des reinen Singleplayer-Actionfeuerwerks. Wenn etwa die tätowierte Agentin Daisy auf ihrer Suche nach einem Auto durch Seoul gurkt und sich wegen ihrer schweren Vergangenheit in Rage redet, bleibt kein Auge trocken. Gekrönt wird der rabenschwarze, hervorragend synchronisierte Humor, der übrigens jedem einzelnen Charakter anhaftet, in Daisys Fall schlussendlich von ihrer Spezialmission. Mit gezückter, Kugeln spuckender Railgun gleitet sie fröhlich singend durch Gegnerhorden, wie das Messer durch die Butter. Die Melodie bleibt dabei garantiert ebenso in Euren Köpfen, wie der markige Text: "Get the fuck away from my car, wohoo..." Sollte Daisy nach dieser Orgie aus Gewalt, Blei und Toten schließlich erschöpft sein, wechselt Ihr am besten zu einem ihrer beiden Kollegen- und genießt dabei die herrlichen blöden Sprüche und Streitgespräche, die untereinander entstehen.

 

Agents of Mayhem lebt von seiner offenen Welt, den kultverdächtigen Figuren und dem angenehm frischen, übertriebenen Humor, dessen Saints Row-Wurzeln ihm äußerst gut tun. Die permanent kurzweiligen Sprüche, die aktiv regierenden Einwohner Seouls und die Freiheit, die bunte Stadt zu Fuß, per Fahrzeug oder hoch über den Dächern erkunden und demolieren zu dürfen, verleihen dem Spiel seinen ganz eigenen Charme. Diverse Fund- und Sammelgegenstände in Form von Truhen und Kristallen laden zum Flanieren (mit Wumme, Explosionen und kollektiver Panik natürlich) ein und sorgen für kleinere Verschnaufpausen jenseits der actionlastigen Missionen. Diese steigen im Spielverlauf zunehmend im Anspruch an, können aber dank fair gesetzten Rücksetzpunkten und der richtigen Agenten-Konstellation gut gemeistert werden. Solltet Ihr Euch doch einmal die Zähne ausbeißen oder dringend mehr Kohle verdienen müssen, hebt Ihr einfach den in 15 Stufen gegliederten Schwierigkeitsgrad um ein paar Nuancen an. So schaufelt Ihr schnell viele Credits aufs Firmenkonto und Erfahrungspunkte in den zugehörigen Balken. Zur Belohnung gibt es wie immer neue Fertigkeiten inklusive Tutorials, Gadgets, Anpassungsmöglichkeiten und Hintergrundinformationen, die auf den ersten Blick ein wenig erschlagend wirken. Doch mit etwas Geduld und Spucke werdet Ihr bald die Vorzüge und Eigenheiten der jeweiligen Fundstücke und Upgrades zu schätzen wissen. Schade, dass das geradezu dafür prädestinierte Agents of Mayhem aber bisher  ein reines Singleplayer-Abenteuer ist- ein Koop-Modus für bis zu drei Spieler hätte sich doch wirklich angeboten. Aber wer weiß, was die Update-Zukunft so bringt...

 

Bildergalerie von Agents of Mayhem (17 Bilder)


Das Fazit von: GloansBunny

GloansBunny

Ballern, schleichen, fahren, klettern und natürlich Haufen an Gegnern plätten. Das Grundprinzip von Agents of Mayhem ist bekannt und funktioniert dank garstig-ironischem Humor, skurrilen Figuren und großer offener Spielwelt ebenso, wie man es erwarten kann. Zahllose repetitive Missionen haben dank variabler Teamkonstellationen auch nach mehreren Abschlüssen noch ihren Reiz und die Neugier, welchen Agenten welches Motiv antreibt, unterhält auf längere Zeit. Nur irgendwie fehlt das gewisse Etwas, die Prise Individualität und die Innovationen. Unterm Strich bleibt so nur eines zu sagen: Agents of Mayhem ist die kleine Schwester von Saints Row, das ähnlichen Humor und das gleiche Spielprinzip bietet, ohne dabei aber ganz an den großen Bruder heranzukommen. Kann man spielen, muss man aber nicht...


Die letzten Artikel der Redakteurin:


positiv negativ
  • Ironischer Humor Marke Saints Row
  • Knallbunte Inszenierung Marke Saints Row
  • Skurrile Charaktere und Missionen Marke Saints Row
  • Bombastische Musik. und Soundkulisse Marke Saints Row
  • Abwechslungsreiche offene Welt Marke Saints Row
  • Vielschichtiges Charaktersystem mit zahllosen Konstellationen
  • Alles irgendwie wie Saints Row (wo ist die Idividualität, die Innovation?)
  • Kein Koop-/ Mehrspielermodus
  • Skill- und Gadgetsystem anfangs sehr verwirrend





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