Der Regisseur und Visionär Tim Burton („Sleepy Hollow“, „Charlie und die Schokoladenfabrik“) genießt einen guten Ruf in Hollywood. Als bekannt wurde, dass er sich an die erneute Verfilmung von Alice im Wunderland machte, war das Interesse von Presse und Publikum geweckt. Der fertige Streifen läuft derzeit in den hiesigen Kinos – mit großem Erfolg. Da darf eine passende Versoftung nicht fehlen. Wir haben dem Wunderland auf dem PC einen Besuch abgestattet und unsere Eindrücke festgehalten.
Viele Jahre sind verstrichen, seit Alice´s erstem Abenteuer im Wunderland. Inzwischen ist aus dem süßen Mädchen eine wunderhübsche, junge Frau geworden. Was bleibt sind die bösen Albträume, in denen allerlei bizarre Kreaturen auftauchen. Schon bald stellt sich heraus, dass ihre Träume Boten eines bevorstehenden Abenteuers sind – ein Hilfeschrei Wunderlands. Dem weißen Kaninchen folgend, findet sich Alice dann eines Tages dann tatsächlich wieder in der fantastischen Parallelwelt vor. Diese befindet sich abermals im Würgegriff der bitterbösen Herzkönigin. Nur Alice kann sich ihr in den Weg stellen und das Land von der Tyrannei befreien.
Soweit die Geschichte zum dazugehörigen Film. Das Videospiel basiert auf Tim Burtons aktuellem Steifen, füllt aber Lücken in der Handlung und beantwortet einige Fragen. Was ist eigentlich alles auf dem Weg passiert, bevor Alice die allwissende Raupe Absolem getroffen hat. Das Spiel liefert euch die Antwort und entführt euch auf eurer Suche an die interessanten Schauplätze Wunderlands.
Kenntnisse über den Film sind also optimal, um Alice Videospiel-Abenteuer wirklich genießen zu können.
Im Gegensatz zum Leinwandstreifen, wird das Geschehen nicht aus Sicht der Protagonistin erzählt. Nein, ihr schlüpft in die Rollen ihrer Verbündeten. Zu Beginn seid ihr noch mit weißen Kaninchen unterwegs, später stoßen noch drei andere Mitstreiter zum Team, darunter der verrückte Hutmacher (im Film gespielt vom einzigartigen Johnny Depp). Dabei verfügen alle spielbaren Figuren über einzigartige Fähigkeiten. Das weiße Kaninchen etwa zückt auf Knopfdruck seine Taschenuhr und manipuliert die Zeit. Das ist mehr als nur ein optisches Gimmick. Ohne den Einsatz dieser charakterspezifischen Talente ist ein vorankommen im Spiel nicht möglich.
An einer Stelle versperrt euch etwa bösartiger Baum den Weg. Im Kampf gegen diesen Unhold sieht man kein Land. Also hält man die Zeit kurzerhand ein und läuft an dem Wildwuchs vorbei. Ähnliche Rätsel gilt es immer wieder auf eurer Odyssee zu knacken. Das sorgt zumindest anfänglich für spielerische Abwechslung zwischen den Kämpfen mit den Wachen der kaltblütigen Herzkönigin. Denn die Puzzles lassen jeglichen Anspruch vermissen. In den meisten Fällen ist sofort klar, was zu machen ist. Für ein Spiel, das sich überwiegend an die jüngere Zielgruppe richtet, ist dieser Umstand aber zu verschmerzen.
Weniger schön hingegen ist die altgebackene Grafik. Der Detailgrad von Figuren und Objekten orientiert sich an der zeitgleich veröffentlichten Wii-Fassung. Auf dem PC lässt sich lediglich die Auflösung erhöhen. Die Tatsache, dass das Spiel auf meinem aktuellen Testsystem ruckelt, lässt Schlüsse auf eine schlampige Portierung zu. Warum man die Tasten nicht frei konfigurieren kann, ist ebenso ein ungeklärtes Mysterium. Wer kann, lässt die Tastatur links liegen und greift besser sofort zum wesentlich präzisieren Xbox 360-Gamepad, das vom Spiel unterstützt wird.
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