Anna's Quest

Anna's Quest

Publisher: Daedalic
Entwicklerstudio: Daedalic Entertainment
Genre: Adventure
Sub-Genre: Point & Click
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 02.07.2015
USK 6

Anna's Quest   22.08.2015 von VanTom

Kindesentführungen sind eine schlimme Angelegenheit. Dies muss auch das junge Mädchen Anna feststellen, welches auf der Suche nach einem Heilmittel für die Krankheit ihres Großvaters von einer bösen Hexe gefangen und eingesperrt wird. Dies ist der Hintergrund für Anna's Quest, dem neuen Adventure von Deadalic. Wir haben uns das Spiel angesehen und wollen feststellen, ob es sich um Kinderkram oder um ein Adventure mit Tiefgang handelt ...

 

Anna ist ein junges Mädchen. Sie lebt alleine mit Ihrem Großvater, abgeschirmt von der Welt, auf einem Bauernhof. Die Idylle wird jäh getrübt als der Großvater plötzlich krank wird und immer schwächer und schwächer wird. Anna hört von einem Heilmittel, dass es zu suchen gilt. So beschließt Anna sich auf den Weg zu machen. Mit diesem Vorhaben kommt sie allerdings nicht sehr weit. Eine böse Hexe nimmt sie gefangen und sie landet in einem merkwürdigen Zimmer im AnnaTurm der Hexe. Hier beginnt das Tutorial der Spiels und wir lernen die Spielmechanismen kennen. Anna lässt sich dabei per Maus in den schön gezeichneten Räumen bewegen. Per Hotspot-Taste können wir uns alle möglichen Punkte (Hotspots, wer hätte es gedacht?) innerhalb des Raums anzeigen lassen. Hier haben wir nun die Möglichkeit uns diese anzusehen oder aber mit ihnen zu interagieren. Diese Interaktion kann ein einfaches Nehmen eines Gegenstandes sein oder aber das Kombinieren mit einem Gegenstand aus dem Inventar. Es stehen weiterhin Gesprächspartner für Anna bereit, welchen uns Hinweise geben oder Alltägliches aus der Welt erzählen, Anderen Bewohnern können wir helfen, während wieder andere Wesen uns bei unserer Quest nach dem Heilmittel unterstützen wollen. Diese Gespräche kommen als Multiple Choice daher. Wichtige Dialoge lassen sich auch wiederholen, so dass keine Informationen verloren gehen. Schauen wir uns die Umgebung und die Hotspots an, können wir wichtige Hinweise erhalten, welche uns weiterbringen können. Wie schon erwähnt verfügt Anna über ein Inventory, welches Platz für alle möglichen Gegenstände bietet. Dies kann von einer Nadel (wo findet man wohl die Nadel?) bis zu einem kleinen Drachen gehen. Ich möchte an dieser Stelle nicht über den Realismus von Adventure-Inventories reden. Andererseits: Was ist schon an kleinen Drachen und Hexen realistisch?! Irgendwo müssen die Sachen ja hin und nicht jeder Protagonist hat einen magischen Umhang bei sich. Dabei handelt es sich nun mal um den Standard bei Adventures. Bevor ich nun weiter abschweife, kommen wir zu einer einzigartigen Fähigkeit von Anna. Im Rahmen des Tutorials stellt sich heraus, dass Anna telekinetische Fähigkeiten hat. Dieser Kniff ermöglicht es Anna an Gegenstände zu kommen, welche normalerweise außerhalb ihrer Reichweite liegen. Gerüstet mit dieser Fähigkeit und unserem Rätselvermögen kann Anna dem nett (was eine Hexe so nett findet) eingerichteten Raum entkommen.

 

Die Spielwelt macht dabei einen charmanten und liebevoll gestalteten Eindruck. Die Zeit oder das Jahrhundert lassen sich nicht ausmachen. Wir haben einen Hexenturm, allerdings mit Elektrizität und Satellitenschüssel. An anderen Stellen können wir Laternen mit Kerzen sehen. Gerade diese Widersprüche machen das Spiel aber interessant. Insgesamt nimmt das Spiel sich selbst auch nicht so ernst. Es sind viele Easter-Eggs versteckt, welche auf andere Daedalic-Spiele verweisen. Die ganze Aufmachung des Spiels wirkt kindgerecht, aber die verstrickte Geschichte und das Schicksal einiger Spielfiguren sind durchaus eher was für Erwachsene und können fesseln. Man möchte als Spieler einfach Anna und den andere Figuren helfen. Es gibt auch einige Referenzen zu bekannten Märchen. So können wir erfahren, was nach dem Karriereende mit den Bremer Stadtmusikanten passiert ist und müssen Hansel aus den Klauen einer weiteren Hexe retten.

 

Bildergalerie von Anna's Quest (15 Bilder)

Die Grafik und Präsentation wissen zu gefallen. Der Grafikstil ist dabei comic-artig, wirkt aber trotzdem der Geschichte angemessen. Die Musik innerhalb des Spiels ist nicht aufdringlich und bei so manchem Stück erwischt man sich, wie man leise mit summt. Die Schwierigkeit der Rätsel ist fair, aber auch abwechslungsreich. Mal müssen Gegenstände richtig kombiniert werden, mal muss mit einer der Spielfiguren in der richtigen Reihenfolge der Optionen gesprochen werden, um eine dringend benötige Information zu erhalten. Alles zusammen macht einfach Spaß und lädt zum Rätseln ein. Die Orte, welche besucht werden können, sind überschaubar und die Rätsel nachvollziehbar. So macht es Spaß die gefundenen Gegenstände zu nutzen um die Rätsel zu lösen. Frustration kommt dabei selten auf.

 

Ansonsten weißt das Spiel einige kleinere Bonusinhalte auf. Es können freigespielte Ingame-Videos angezeigt werden (natürlich nachdem man diese freigespielt hat), die Errungenschaften werden angezeigt, sowie wer hinter dem Spiel steckt. Dazu gibt es aber auch noch einen Bonus-Prolog, welcher die Vorgeschichte von Anna's Quest erzählt. Hier sehen wir, was mit Annas Eltern passiert ist und der Großvater Anna vor der Welt da draußen schützen will. Der Prolog ist in Java implementiert und erzählt die Geschichte anhand eines Sidescroller, bei dem es nur nach rechts und links geht. Wirkliche Interaktion ist nicht vorgesehen. Es ist aber schön gemacht. Derzeit gibt es aber noch einen Bug beim Abspielen des Prologs. Im Steam-Forum gibt es dazu aber schon einen Hinweis der Entwickler.


Das Fazit von: VanTom

VanTom

Anna's Quest macht alles richtig für ein kurzweiliges Adventure-Spiel. Es sind die bekannten Mechanismen, ergänzt um die Telekinese-Fähigkeiten. Das Spiel spielt mit Hinweisen, welche uns bei der Stange halten sollen um zu erfahren, wer Anna eigentlich ist und wie alles zusammenhängt. Die Grafik und Musik passen einfach zum Szenario einer abgedrehten Märchenwelt. Die Stimmausgabe erfolgt ausschließlich in Englisch. Die Sprecher sind gut gewählt. Allerdings passt der Untertitel nicht immer genau zum Gesagten. Dies sind aber nur Kleinigkeiten, welche den Spielspaß nicht wirklich trüben können. Daedalic hat einmal mehr bewiesen, dass sie verstehen ein Adventure interessant und mitreißend zu gestalten.


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positiv negativ
  • Ansprechende Comic-Grafik
  • Tolle Geschichte
  • Interessante Charaktere
  • Die Grafik wird nicht jedem gefallen
  • Einige Charaktere wirken etwas überzeichnet
  • Übersetzung der Untertitel könnte besser sein





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