Annihilation: Falscher Film oder falsches Publikum

Annihilation: Falscher Film oder falsches Publikum

Publisher: Novoline
Entwicklerstudio: Novoline
Genre: Onlinecasino
Sub-Genre: Casino-Games
USK 18

Annihilation: Falscher Film oder falsches Publikum   27.05.2018 von RobertoSommer

Eine Problematik die alsbald eine Menge verschiedenster Filme ereilen wird. Was wenn sich kein Investor findet und der Film anstatt im Kino, auf einer der vielen Streaming Anbieter läuft?

 

Annihilation: Falscher Film oder falsches Publikum

 

Ein Fall, der sich in Zukunft öfter ereignen könnte, anstatt einer Leinwand Darstellung des Survival-Trips, wurde er einfach von Netflix aufgekauft. Bevor auch nur die Möglichkeit bestand sich das bunte Spektakel im zweiten Wohnzimmer anzuschauen, konnte man ihn schon bequem im ersten streamen. Ohne einen Cent zu Zahlen. Die frage die bleibt, wer ist schuld?

 

Als der Film damals verschiedensten Investoren gezeigt wurde, waren alle eher abgeneigt. Der Film sei zu intelligent für das durchschnittliche Publikum. Doch geht es beim Film nur um die Story? Wer Annihilation gesehen hat, wünscht sich dies auf einer Leinwand getan zu haben. Natürlich besitzen viele Cineasten einen Beamer plus Anlage, doch selbst das, kommt im Normalfall nicht ans Kinogefühl heran. Die Mischung aus Event, Bild, Ton und Atmosphäre, machen den Unterschied. Filme sind eigentlich fürs Kino gemacht, um sie zusammen mit anderen, vielleicht auch völlig unbekannten zu erleben. Denn in diesem Moment, wenn der ganze Saal gebannt das Lichtspiel verfolgt, herrscht für 2 bis 3 Stunden Frieden. Zumindest in diesem Raum.

 

Natürlich gibt es viele Direct to DVD Titel, doch Annihilation gehört definitiv nicht dazu. Die Szenografie ist wie eine Reise in eine andere Welt. Das Gefühl welches die Protagonisten auf ihrem Trip haben, wird durch verschiedenste optische Mittel dargestellt. So zum Beispiel das schimmernde Licht innerhalb der Zone welches wie ein Prisma gebrochen wird. Dadurch scheinen sich die Hauptdarsteller in einer Art psychedelischem Traum zu befinden. Wie der Traum von einem Eigenheim, welchen man sich zum Beispiel durch gewinne auf novoline in Erfüllung gehen lassen könnte. Dazu kommen noch ein leicht erhöhter Kontrast und eine allgemeine Überbelichtung, manche Szenen sind blendend hell, andere sehr dunkel, mit einigen hervorstechenden starken Lichtquellen.

 

Doch wenn der Film so vieles gut macht, wieso hat er es dann nicht in die Kinos geschafft. Wie schon gesagt, wurde er allgemein als zu intelligent beurteilt. Doch was soll das genau bedeuten? Das Interpretationspotenzial ist definitiv nicht abzustreiten, besonders der letzte Akt bietet aufgrund des Minimalismus eine große Angriffsfläche. Hier werden alle üblichen Regeln des Storytelling oder Spannungsaufbau über Bord geworfen und der Zuschauer wird mit dem Film komplett alleine gelassen. Alles was passiert kann in alle möglichen Richtungen gedeutet werden. Selbst am Ende ist nicht wirklich passiert, was genau im sogenannten Schimmer eigentlich passiert ist.

 

Der Film ist also nicht zu intelligent, sondern zu offen. Der normale Zuschauer wird also unbefriedigt aus dem Kino gehen. Doch ist es nicht mehr wert ein wenig die Freiheit der Kunst zu fühlen, als einfach nur einen unterhaltsamen Abend zu haben? Aus kommerzieller Sicht natürlich nicht. Genau deshalb können wir uns darauf einstellen zukünftige Experimentalfilme nur noch über Streaming Dienste zu betrachten.




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