Anno 1404

Anno 1404

Publisher: Ubisoft
Genre: Strategie
Sub-Genre: Aufbaustrategie
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 23.06.2009
USK 6

Anno 1404   21.07.2009 von Der Ohm

Auf auf zu neuen Welten. 11 Jahre ist es nun her dass die Österreicher von Max Design ihr erstes Anno-Spiel auf den Markt brachten. Mittlerweile ist das Spiel von der Softwareschmiede Related Designs entwickelt worden und der vierte Teil der sehr beliebten Serie erschienen, Anno 1404 ist erschienen. Ob sich die Reise in den Orient lohnt? Lest weiter…

Besonders glücklich ist der Start mit Anno 1404 nicht, leider wird eine Online-Aktivierung vorausgesetzt. Spieler ohne Internetzugang müssen das Spiel über einen anderen PC mit Zugang erst aktivieren um es zum Laufen zu bekommen. Der sogenannte TAGES Kopierschutz lässt sich drei mal Online aktivieren, danach geht es nur noch telefonisch. Ubisoft hat allerdings versprochen den Kopierschutz via Patch zu entfernen sobald dieser Dienst eingestellt wird. Ist diese Hürde soweit überwunden kann es endlich mit dem Spiel losgehen.

Das Introvideo erinnert in seiner Optik an alte Ölgemälde aus der Zeit der großen Seefahrt und stimmt sehr gut auf das kommende Geschehen ein. Im Startmenü habt ihr nun die Wahl zwischen Schnellstart, Endlosspiel und einer Kampagne. Ich entscheide mich erstmal für den Schnellstart und werde nach einer mittellangen Ladezeit mit sehr Interessantem Ladebalkeninfos, von Sir Richard Northburgh , seines Zeichens Siegelbewahrer des Kaisers, begrüßt und in das Spiel eingeführt. Nach dem ich mich erstmal an der Optik ergötzt habe fange ich sogleich an, meine erste Siedlung in Angriff zu nehmen. Die Bäume wehen im Wind, meine wenigen Bürger gehen eifrig Ihrem Tagwerk nach, Möwenschwärme fliegen ihre Runden. Allein das Wasser verlockt schon dazu sich sofort eine Badehose anzuziehen und reinzuspringen. Aufgrund der sauberen Programmierung und hervorragender Unterstützung von Mehrkern-Prozessoren muss man keinen Hochgezüchteten High-End-Computer besitzen um die Pracht des Spieles genießen zu können. Anno 1404 erkennt die Anzahl der Prozessorkerne und weißt jedem seine Arbeit zu. Die Musik ist unaufdringlich und abwechslungsreich, dank des 90-minütigen Soundtracks nervt sie auch nach längerem Spiel nicht.

Nun aber mal zur Kampagne: Der Kaiser überlässt dem Spieler ein kleines Lehen auf einer Insel auf der dann gleich fleißig gebaut werden darf. Fans der Anno-Reihe werden sich hier gleich zuhause fühlen. Ein Blick auf die große Domstadt des Kaisers lässt schon mal erahnen zu welchen riesigen Städten das Spiel später führen wird. In der besagten Stadt wird momentan ein Kaiserdom gebaut, um den Himmel um Beistand zu bitten. Der Kaiser ist schwer erkrankt und benötigt daher Hilfe von allen Seiten, also auch von oben. Natürlich unterstützen wir Sir Northburgh eifrig beim beschaffen von Materialien für den Dom, helfen ihm den verschwundenen Baumeister wiederzufinden und so weiter.

Die Kampagne zieht sich über ca. 20 Stunden Spielzeit und ist im Grunde ein riesiges Tutorial. Immer tiefer wird man in die einzelnen Spielelemente eingeführt, sei es erstmal der Aufbau einer Siedlung, dann der Abbau und Handel von Rohstoffen, bis hin zu See- und Landgefechten. Der Einstieg wird dem Spieler recht leicht gemacht, es dauert nicht allzu lange bis die Bauernhäuser durch hübsche Bürgerhäuser ersetzt werden. Wie in den Vorgängern ist es nun wichtig den Gemütszustand seiner Untertanen im Blick zu halten. Neben der Versorgung mit Nahrungsmitteln dürfen auch die Bedürfnisse der Bürger nach Gemeinschaft, Glauben und Vergnügen nicht vernachlässigt werden. Zackig wird eine Kneipe, eine Kirche und ein Marktplatz errichtet. Rohstoffe und Erzeugnisse, die nicht selbst produziert werden können, müssen importiert werden. Vor allen Dingen im späteren Spielverlauf werdet ihr mit immer höheren Forderungen seitens eurer Bürger konfrontiert. Insgesamt gibt es 24 Ressourcen und 64 Waren die gehandelt, verteilt und produziert werden können.

Kontakt zu den KI-Spielern wird natürlich vornehmlich auf dem Seewege geknüpft. Große Handelskoggen transportieren die Waren von Hafen zu Hafen. Anfangs ist vom Orient noch nicht viel zusehen, die Landschaften sind saftig grün und wir befinden uns im Europäischen Mittelalter. Unseren Bauern schmeckte der Fisch noch so, unsere Bürger verlangen allerdings Gewürze als Zutat bevor sie zu Patriziern aufsteigen. Die freien Händler werden nicht vollständig den Bedarf decken können und so bleibt es unumgänglich selber nach möglichen Anbaugebieten zu suchen.

Im Süden wird es zunehmend sandiger und exotischer. Im Sand lassen sich aber nur orientalische Bauten errichten. Diese sind notwendig um den eigentlich unfruchtbaren Boden nutzbar zu machen. Bevor erstmal solche Gebäude errichtet werden können, muss das Vertrauen des Normadenvolkes errungen werden. Das Vertrauen spiegelt sich in sechs unterschiedlichen Stufen wider, welche jeweils neue orientalische Technologien zugänglich machen. Für den benötigten Gewürzanbau müssen wir den Status "Besucher des Orients" erreichen. Nach dem wir auch das geschafft haben, steht unserer ersten Kolonie nur noch eines im Wege, wir brauchen siedelnde Nomaden. Diese ernähren sich bekannter weise von Datteln und so bauen wir einen Basar und ein Wasserschöpfrad , gennant „Noria“. Endlich haben wir eine Grünfläche auf der eine Dattelplantage errichtet werden kann. Das Auffüllen des Wassertanks der Noria kostet ca. 1000 Goldstücke, was aber bezahlbar ist wenn die eigenen Bürger den Patrizierstatus erreicht haben. Und wie gesagt, hierfür sind wiederum die Gewürze notwendig.

Grundsätzlich ist das Spiel wie auch seine Vorgänger als Endlosspiel ausgelegt, sämtliche Parameter der Spielrunde sind hier vor dem Start auswählbar. Gegneranzahl sowie ihre KI , verschiedenste Siegbedingungen und sogar mögliche Katastrophen. Natürlich kann auch ein Zufallspiel generiert werden, von dem ihr euch überraschen lassen könnt. Spätestens jetzt vermisst der verwöhnte Onlinezocker einen Mehrspielermodus, schade drum hier ist keiner!


Das Fazit von: Der Ohm

Der Ohm

Großartig was Related Designs da auf die Beine gestellt hat. Eine umwerfende Grafik, klasse Sound mit sehr guten Sprechern und Einsteiger freundlich wie keines seiner Vorgänger. Aber auch alte Anno-Hasen werden sich sofort wie zuhause fühlen. Der Orient bringt Abwechslung und neue Waren ins Spielgeschehen ein. Für jeden Spieler der gerne handelt und siedelt ist dieses Spiel momentan die Krönung und uneingeschränkt zu empfehlen. Alleine die wuselnden Bürger zu beobachten kann einem Spieler schon die Zeit vergessen lassen. Dies alles lässt über die, unter Umständen, aufwendige Aktivierung des Spiels vergessen. Spannt die Segel, transportiert die Waren und auf zu neuen Welten…


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positiv negativ
  • Hervorragende Grafik
  • Lange Kampagne mit Einführung ins Spiel
  • Gute Langzeitmotivation im Endlosspiel
  • Nerviger Kopierschutz
  • Fehlender Mehrspielermodus





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