Anon

Anon

Originaltitel: Anon
Genre: Science Fiction • Thriller
Regie: Andrew Niccol
Hauptdarsteller: Clive Owen • Amanda Seyfried
Laufzeit: DVD (96 Min) • BD (100 Min)
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 16

Anon   01.11.2018 von MarS

Regisseur Andrew Niccol ist bekannt für seine dystopischen Zukunftsvisionen und seinen kritischen Blick auf die Gesellschaft. Egal ob sein Debüt Gattaca, die eher realistischen Lord of War - Händler des Todes und Good Kill, oder auch seine Science-Fiction Streifen In Time - Deine Zeit läuft ab sowie Seelen, das Grundrezept ist immer ähnlich. Auch im neuen Thriller Anon wirft er einen düsteren Blick auf eine mögliche Zukunft...

 

Inhalt

 

In naher Zukunft hat die digitale Überwachung die letzten Grenzen überschritten. Das Computersystem "Ether" sammelt jegliche Daten aller Menschen, die dadurch jegliche Anonymität und Privatsphäre verlieren, während Verbrechen auf diesem Wege nahezu ausgelöscht wurden. Die Daten werden dabei direkt ins menschliche Auge übertragen, während das Gehirn wie eine Festplatte genutzt wird, wobei die Behörden Zugriff auf das komplette Wissen von "Ether" und damit die Informationen der gesamten Menschheit besitzen. Doch jedes System kann überlistet werden, und so stößt Detective Frieland (Clive Owen) eines Tages auf eine Reihe brutaler Morde, die vom Täter extrem geschickt vertuscht wurden. Bei seinen Ermittlungen taucht Frieland tief in eine illegale Szene ein, die von anonymen Hackern dominiert wird, welche sich mit allen Mitteln gegen das von "Ether" beherrschte System wehren...

 

Auch mit Anon bleibt sich Regisseur Andrew Niccol treu und präsentiert dem Zuschauer erneut eine dystopische Zukunft, die gar nicht so abwegig erscheint und das Thema des gläsernen Menschen an seine äußersten Grenzen führt. Das regt zum Nachdenken an und sorgt für ein unwohles Gefühl, bedenkt man den eigenen Umgang mit seiner Privatsphäre und persönlichen Daten. Leider gelingt es Niccol jedoch nicht, sich auf eben diese unbequeme Entwicklung zu konzentrieren, sondern versucht im weiteren Verlauf, das Ganze mit einer geheimnisvollen Mördersuche zu würzen, was allerdings auf Grund des klischeehaften Ablaufs ein wenig nach Hinten losgeht. Während der eigentliche Stil sehr kühl, steril und minimalistisch ist, um die totale Überwachung auch visuell darzustellen, erscheint die Kriminalgeschichte beinahe wie ein unnötiger Fremdkörper, der innerhalb der gesetzten stilistischen Rahmenbedingungen nur leidlich Spannung erzeugen kann. Gerade der Stil ist es im Gegenzug aber, der Anon unterhaltsam macht. Interessante Kameraperspektiven, emotionsarme Figuren, eine Realität die beinahe einem Computerspiel gleicht, die von Niccol geschaffene Welt weiß optisch absolut zu beeindrucken. Schade, dass es für eine packende Handlung nicht mehr gereicht hat.

 

Bildergalerie von Anon (7 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Das Bild der Blu-ray weist eigentlich keine Schwächen auf und liefert ein HD-Bild wie es sein sollte. Messerscharfe Aufnahmen voll feinster Details, dazu ein kräftiger Kontrast und ein satter Schwarzwert. Die Farbgebung ist stilistisch an die jeweilige Szene angepasst. Das Bild ist absolut sauber und frei von Filmkorn oder anderen störenden Nebeneffekten. Erwähnenswert ist das von Christopher Nolan bekannte Stilmittel des Formatwechsels zwischen 2,35:1 und 1,78:1, das sich auch hier als äußerst gelungen darstellt. Im akustischen Bereich zeigt sich die Tonspur zwar eher spartanisch, dafür aber sehr harmonisch zum Geschehen. Während sich die Sprachausgabe klar, deutlich und sauber ortbar zeigt, ist das übrige Sounddesign passend zum sterilen Zukunftssetting sehr zurückhalten. Wenn nötig öffnet sich der Ton aber dynamisch auf alle Boxenbereiche und setzt auch die Surroundboxen gezielt mit ein.


Das Fazit von: MarS

MarS

 

Zwar kann die Handlung von Anon nur bedingt überzeugen, dafür sind der visuelle Stil und vor allem das Thema selbst absolut ansprechend. Die gar nicht so abwegige Zukunft des gläsernen Menschen ist wahrlich beängstigend und sorgt für jeden Menge Potential, um sich selbst Gedanken zu machen. Nachdem das Geschehen ansonsten aber extrem ruhig und ereignisarm abläuft, fällt es Anon leider etwas schwer, den Zuschauer wirklich zu fesseln.


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