Asguaard - Die Büchse der Pandora

Asguaard - Die Büchse der Pandora

Publisher: rokapublish
Entwicklerstudio: Aldorlea Games
Genre: Rollenspiel
Sub-Genre: Rundenbasiertes Rollenspiel
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 11.04.2014
USK 6

Asguaard - Die Büchse der Pandora   28.11.2014 von Wolf

Mit Asguaard - Die Büchse der Pandora erscheint kurz nach der Veröffentlichung von The Book of Legends ein weiteres kommerzialisiertes RPG-Maker-Spiel von Aldorlea Games. Auch Asguaard folgt der Tradition der beliebten Rollenspiele aus Japan. Den Spieler erwartet angeblich ein "packendes Fantasy-Game" mit "bis zu 100 Stunden Spielzeit", "150 geheimen Orten" und "über 500 Schauplätzen". Eine beiliegende digitale Komplettlösung komplettiert das Paket. Klingt gut, oder?

 

Vor Beginn des Spiels fällt bei der Auswahl des Schwierigkeitsgrads eine für ein Rollenspiel ungewöhnliche Option ins Auge: Zusätzlich zu den Standardoptionen "leicht", "schwer" etc. gibt es die Option "Story-Modus". Ein "Story-Modus" für ein Rollenspiel? Dahinter verbirgt sich sozusagen der Gottmodus, bei dem es dem Spieler unmöglich sein soll zu verlieren, sodass er in Ruhe die Geschichte verfolgen kann. Eigentlich eine clevere Idee, die leider nicht gut umgesetzt ist. Die physischen Angriffe der Charaktere sind tatsächlich so verstärkt, dass viele Gegner mit einer Attacke ins Gras beißen. Leider skalieren die magischen Fertigkeiten nicht entsprechend, sodass diese völlig nutzlos werden. 

 

Nach der Auswahl des Schwierigkeitsgrads geht es dann auch schon los. Der Spieler schlüpft in die Rolle des 15-jährigen Glen, der durch einen Zauber in die Parallelwelt Asguaard gezogen wird. Glen erwacht allein in einem alten Haus auf der Spitze eines verschneiten Bergs und macht sich auf den Weg rauszufinden, was passiert ist. Ein paar Bildschirme weiter erreicht er eine Siedlung der Zwerge, wo ihm die Umstände seiner Beschwörung offenbart werden. Das Reich Asguaard droht, durch ein altes Artefakt, die Büchse der Pandora, zerstört zu werden. Somit startet Glens Reise durch das Land, auf der Suche nach einer Möglichkeit, diese Gefahr abzuwenden. Generischer könnte die Geschichte nun wirklich nicht mehr sein.

 

Im Laufe der Reise stößt selbstverständlich die übliche stereotypischen Verstärkung zu Glens Gruppe: ein nahkampftechnisch versierter Zwerg, eine weitere beschworene, Magie verwendende Frau und ein süßes aber nutzloses Einhorn. Fertigkeiten werden gegen Gold durch Meister vermittelt, die in den größeren Städten Asguaards verteilt sind. Sie können in zwei Stufen gelernt werden. Zur Auswahl stehen Kampffertigkeiten und Fertigkeiten, die das Abenteuer erleichtern, wie zum Beispiel eine Teleportfähigkeit, mit der entfernte Gegenstände angezogen werden können oder eine "Wegfindungs"-Fähigkeit, die durch kleine grüne Pfeile den kürzesten Weg zum nächsten Ereignis der Hauptgeschichte weist.

 

Bildergalerie von Asguaard - Die Büchse der Pandora (10 Bilder)

Während des Voranschreitens durch das Spiel fallen die übermäßig vielen Speicherpunkte in Form von Feen auf, die praktisch alle 50 Schritte auftauchen. Hier hätte man auch gleich eine Speicherfunktion in das Menü einbauen können. Insgesamt macht Asguaard einen wirklich altbackenen Eindruck. Das Leveldesign ist schwach. Über diesen Eindruck können ein paar sehr hübsch gestaltete Gegenden leider nicht hinwegtäuschen. Manchmal kann man durch Gegenstände, die wie Hintergrund aussehen, nicht durchlaufen, manchmal jedoch schon. Zudem ist die Musik äußerst generisch und monoton. Auch einige handwerkliche Patzer trüben den Spielspaß. Teilweise laufen die Texte aufgrund der Lokalisierung über ihre Boxen hinaus. Einige Anspielungen auf andere Werke sind vorhanden, allerdings nicht lustig. Der von einem Nichtspielercharakter angedeutete Verkauf eines deutlich stärkeren Spiels als "Casual-Game" im Spiel selbst mutet vermessen an.


Das Fazit von: Wolf

Wolf

Was kommt dabei raus, wenn man innerhalb von zwei Monaten zwei RPG-Maker-Spieler auf den Markt bringt?Leider nicht sehr viel, was Asguaard sehr schön zeigt. Es gibt ein paar gute Ansätze, wie zum Beispiel den "Story-Modus", die allerdings nicht konsequent zu Ende gedacht sind. Der Gesamteindruck ist altbacken. Die Geschichte ist generisch, die Vertonung ist monoton, die Charaktere sind stereotypisch und die Level sind bis auf ein paar Ausnahmen schwach entworfen. Packend ist an Asguaard leider nichts. Je nachdem, wie man Asguaard spielt, mag man die bis zu 100 Stunden Spielzeit erreichen. Wahrscheinlicher ist, dass man die Pathfinder-Fähigkeit verwendet, um dieses Abenteuer so schnell wie möglich zu beenden. Rollenspielliebhaber sollten von diesem Titel lieber die Finger lassen und auch Einsteiger sollten lieber eines der bekannteren Spiele bemühen.


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  • "Story-Modus" zum entspannten Genießen der Geschichte
  • Generische Hauptgeschichte
  • Monotone Vertonung
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  • Schlechtes Leveldesign





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