Attack Of The Yakuza - Broken Path

Attack Of The Yakuza - Broken Path

Originaltitel: Borken Path
Genre: Action
Regie: Koichi Sakamoto
Hauptdarsteller: Johnny Yong Bosch
Laufzeit: Ca. 90 Minuten
Label: MIG Filmgroup
FSK 18

Attack Of The Yakuza - Broken Path   24.10.2013 von Hinack

Eine scheinbar normale Kleinfamilie zieht nach Texas. Alles scheint idyllisch und typisch amerikanisch. Nur Protagonist Jack schaut immer etwas gehetzt aus der Wäsche - warum, wieso, weshalb? Das lest ihr nun…

 

Eine Party, alles scheint idyllisch. Jack und seine Familie machen sich mit ihren Nachbarn bekannt, und alles scheint perfekt zu werden. Die Nachbarn sind hilfsbereit und scheinen alle sehr nett zu sein. Trotz allem wirkt Jack irgendwie gehetzt. Am Abend gibt es ein Gespräch mit seiner Frau, in dem sich herausstellt, dass sie nicht nochmal umziehen möchte, und sich natürlich wundert, warum Jack andauernd sein Leben umkrempelt und sich vor irgendetwas versteckt.

 

Und wirklich, schon am nächsten Morgen stürmen drei skurril Maskierte das Anwesen von Jack und scheinen keine Gefangenen machen zu wollen. Als Jack sich jedoch vor den Augen seiner Frau mit den verschiedenensten Kicks und Hieben befreit, und auch sie aus der Umklammerung der Einbrecher befreien kann, staunt sie nicht schlecht. Doch spätestens als sich ihr Jack mit der Anführerin der maskierten Bande auf Japanisch unterhält, stellt sie fest, dass etwas ganz derb im argen ist. Für Fragen bleibt aber keine Zeit, denn da sind ja noch diese Schlägertypen. Wer mehr Story erwartet, wird herb enttäuscht! In Kombination mit dem Vorspann, bei dem wir dabei zusehen, wie finstere Anzugträger einer Latinofamilie ihr Baby „abkaufen“, war es das so ziemlich. Es gibt noch zwei bis drei kleine Hinweise, warum Jack sich bei den Gesellen so unbeliebt gemacht hat - aber da ist dann Ende im Gelände.

 

All das wird ohne irgendwelche Umschweife in den ersten Minuten des Films inszeniert, und sobald diese wirklich extrem rudimentäre Story zu Ende erzählt ist, gibt es ab Minute 15 nur noch auf die Glocke. Das sind fast 70 Minuten pure Prügelei, die der Schere, leider öfter extrem ungünstig, zum Opfer gefallen ist. Trotz der FSK-18-Freigabe wurden viele Finish-Moves ganze einfach rausgeschnitten, und manchmal sind Verletzungen mitten im Dialog plötzlich behandelt und verbunden worden, wie aus heiterem Himmel. Apropos Verletzungen: Die sind doch sehr zweitrangig in diesem Film. Sei es das Messer im Rücken oder in den Bauch, da zuckt der Jack mal kurz, guckt komisch und dann ist das alles vergessen. Irgendwie extrem lustig und erheiternd. Aber zurück zum Film. Es wird sich in einer Tour durch das Haus und die anliegenden Gebäude und Waldstücke geprügelt. Sowohl Tempo als auch Brutalität steigern sich im Verlauf des Films, halten sich aber noch in erträglichen Maßen. Schnelle Schnittwechsel sorgen dafür, dass man als Zuschauer nie zur Ruhe kommt. Wer so etwas mag, ist hier sicherlich gut bedient. Ich bevorzuge etwas ruhigere aber besser ausgearbeitete Choreografien wie etwa in Crying Freeman oder Fearless. Natürlich hakt dieser Vergleich, wenn man das Budget betrachtet, und gemessen daran macht Attack of the Yakuza keinen so schlechten Job. Das große Problem sind die Schauspieler.

 

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Die vor allem vorsorglich hinter lächerlichen Masken versteckten Kicher-Yakuza-Killer chargieren, als hinge ihr Leben davon ab. Dabei überschreiten sie mehr als nur einmal den schmalen Grat zwischen irre, aber bedrohlich, und irre oder einfach lächerlich. Dies verpasst der Spannungskurve leider auch einige heftige Dämpfer. Denn wirklich ernst nehmen kann man die Lumpen damit nie. Die beiden Darsteller des Heldenpärchens sind zumindest einigermaßen sympathisch, wirklich schauspielern können aber auch sie nicht. Manche der Kämpfe und Protagonisten erinnern mich stark an Power Rangers, was lustig ist, denn unser Jack-Darsteller war mal als so einer im Fernsehen zu belächeln. Dazu gesellen sich etwas lächerlich aussehende Waffen, denen man ihre Plastik- oder Pappmaché-Herkunft durchaus ansehen kann. Aber das kaschiert man fachmännisch, indem man einfach 50 Liter Kunstblut drüberkippt. Davon wird zum Teil sehr viel verteilt, aber dazu guckt man solche Filme ja irgendwie auch. Dies sind alles Sachen, mit denen man als Fan von Prügelfilmen sicherlich klarkommt, ABER die technische Ausstattung ist eine absolute Katastrophe. Der Ton wirkt blass und die Synchronisation ist der pure Horror. So sind in der englischen Fassung die japanischen Dialoge erhalten geblieben, im Deutschen wurden auch diese gnadenlos verschandelt. An Specials hat die DVD absolut nichts zu bieten.


Das Fazit von: Hinack

Hinack

Obwohl ich durchaus 90 Minuten unterhalten wurde, kann ich diesem Film keine wirklich gute Note geben. Es gibt genug Beispiele erfolgreicher Martial-Arts-Filme, in denen schauspielerische Leistung und Action Hand in Hand gehen. Die Unterhaltung kam bei mir eher durch die miese Synchronisation, die skurrilen Bösewichte und die teils sehr ulkigen Choreografien zustande. Dieser Film ist macht betrunken wahrscheinlich viel mehr Spaß. Also an alle Prügelpuristen: Ihr könnt mit diesem Film bestimmt Spaß haben. Leute wie ich, die glauben, ein Film muss sich die Bezeichnung verdienen, lassen besser die Finger hiervon.


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Kommentare

14.05.2015 18:51:16 von Wolven


Ich fand den Film damals irgendwie zum Schießen Komisch. Die Synchronisation ins Deutsche kommt mir so vor, als hätte sich ein Porno- Pärchen darin verirrt und das ständige Gekichere erinnerte mich viel zu sehr an die Katze aus Alice im Wunderland. Klar, ich guck mir gelegentlich solche Filme an, zumal ich ein Fan von Power Rangers bin und Johnny Yong Bosch, sowie Daniel Southworth haben als solche schon ihren Dienst getan. Dennoch, is selbst meine Kritik dem von dir nichts Hinzuzufügen. Ansehen könnt ich mir den Film sicher nochmals, aber nur dann, wenn ich richtig schön Besoffen bin.

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