Avegant Glyph - Video Headset

Avegant Glyph - Video Headset

Publisher: Avegant
Genre: Video Headset • Videobrille
Erscheinungsdatum: 19.12.2016
FSK 0

Avegant Glyph - Video Headset   08.08.2017 von Panikmike

Wer zu Hause kein richtiges Heimkino hat oder aber auch viel unterwegs ist, der hat meistens ein Problem richtig Filme schauen zu können. Damit meine ich aber nicht die Zeit, sondern das fehlende Equipment. Wer Geld hat und dieses auch ausgeben möchte, kann sich den Glyph zulegen, mit dem man ideal unterwegs oder aber auch im Bett Filme, seine Lieblingsserie oder auch Youtube-Videos schauen kann. Was genau der Glyph ist und was er kann? Lest weiter…

 

Der Lieferumfang und die Verpackung

 

Der Glyph wird in einem handlichen Karton geliefert, in dem alles schön systematisch drin liegt – warum sollte man auch Platz verschwenden?  Nimmt man alles vorsichtig aus der Verpackung, dann offenbaren sich einem der Glyph selbst und einige Zubehörteile, auf die ich im nachfolgenden Absatz näher eingehen werde. Bevor die professionelle Videobrille aber einsatzbereit ist, gilt es erstmal die Anleitung zu lesen und sie richtig einzustellen. Wird dieses Kapitel übersprungen, so bekommt man zu 99,9% nicht das beste Vergnügen und wird eher fluchen als Spaß daran haben. Dies liegt vor allem daran, dass jeder Mensch eine andere Kopfform hat und natürlich auch anders sieht. Menschen mit Sehschwächen brauchen aber keine Angst zu haben, denn mit zwei Reglern kann man sogar die Dioptrien einstellen. Doch nun erstmal zur grundlegenden Einrichtung.

 

Aller Anfang ist schwer

 

Wie oben bereits erwähnt ist es vorerst super wichtig, alles richtig auf den eigenen Kopf und die Augen einzustellen. Selbst wenn der Glyph schon von einem anderen Menschen eingestellt wurde, so ist es dennoch kein Garant, dass dann alles perfekt zu einem selbst passen muss. Als allererstes muss einer der vier verschiedenen Nasenbügel ausgewählt werden, der dann unter den Linsen eingesetzt wird. Dies geht sehr einfach von statten, da ein Magnet dafür sorgt, dass kein Mechanismus betätigt werden muss. Also einfach den bequemsten Nasenbügel nehmen und einschieben, der Rest geht ganz von alleine. Man sollte allerdings jeden Nasenbügel versuchen, denn nur nach ein paar Minuten merkt man, ob dieser der richtige oder der falsche ist. Sitzt der Glyph am Kopf zu eng, dann kann man die Träger erweitern, in dem man sie einfach nur vorsichtig auseinanderzieht. Wie man es von einem Kopfhörer gewohnt ist, kann dies das Tragen auf Dauer angenehmer gestalten. Zu guter Letzt muss man noch den Augenbereich einstellen. Mit zwei Knöpfen kann man sehr einfach den Bereich des Auges einstellen, sodass das Bild nachher scharf und hell zu sehen ist. Dafür gibt es ein Testbild, zu welchem man jederzeit per Knopfdruck wieder schalten kann. Jedes Auge sollte das Bild erkennen, jede Ecke der „Leinwand“ sollte sichtbar sein. Dies klingt einfacher als es ist, man sollte sich dafür aber auch Zeit nehmen. Wenn das Testbild nicht zu 100% sichtbar ist, so kann man sogar noch den Nasenbügel per Drehregler nach oben bzw. unten drehen, sodass man quasi das Bild ausrichten kann. Sobald alles eingerichtet wurde, kann es losgehen. Ein kleiner Tipp am Rande: Wenn jemand von Euch so wie bei mir einen höheren Nasenknochen hat, dann kann man auch den Nasenstöpsel verwenden, der zu Beginn im Glyph steckt.

 

Wie kommen Bild und Ton auf den Glyph?

 

Ein HDMI-Kabel wird als Zubehör mitgeliefert, damit kann man auch jegliche Videoquelle anschließen. Im Test waren bei mir die Xbox One, ein Blu-ray-Player und ein PC dabei - jegliche Hardware hat einwandfrei funktioniert. Auch wenn ich beim PC einmal aus- und wieder einstecken musste, so ging zumindest der zweite Versuch ohne Makel. Im Endeffekt steckt man einfach die Quelle mit dem Glyph zusammen und das Bild ist schon da. Weil per HDMI auch der Ton übertragen wird, muss man nichts weiter einstellen oder gar Treiber installieren. Auf der rechten Seite außen kann die Lautstärke reguliert oder gar auf „lautlos“ gestellt werden, zusätzlich gibt es dort den Knopf fürs Testbild und die Möglichkeit, die Helligkeit einzustellen. Leider gibt es nur drei Helligkeitsstufen, was ich ein wenig schwach finde. Ist das Bild von Haus aus sehr hell, so muss man an der Quelle selbst nachregeln und nicht am Glyph. Anders wie beim Fernseher oder Beamer hat man kaum Einstellungsmöglichkeiten und muss hoffen, dass die Quelle dies kann.

 

Wer den Glyph als „einfachen“ Kopfhörer verwenden möchte, der kann ein 3mm-Klinken-Audio-Kabel einstecken und damit dann einfach Musik hören. Um die Linsen dabei nicht zu beschädigen, kann man diese einfach vorsichtig ins Gerät reindrücken, die Nasenklammer abnehmen und dann ein Schutzleder darüber machen. Somit ist alles geschützt und kann keine Schäden von sich tragen. Möchte man danach den Glyph wieder als Videobrille benutzen, so setzt man einfach die Nasenklammer wieder ein und drückt oben auf einen Knopf, der die Linsen entriegelt und nach außen schnallen lässt. Ein Manko gibt es hier allerdings, ein Audiokabel wird nicht mitgeliefert! Bei einem Gerät von über 500 Euro sehe ich es allerdings als Pflicht, ein billiges „Ein-Paar-Euro-Kabel“ gratis mit dazu zu legen.

 

…und macht das Ganze nun Spaß oder ist es eher nervig?

 

Wer unterwegs ist und zum Beispiel im Flugzeug seine Ruhe haben möchte, der ist mit dem Glyph gut aufgehoben. Der Nachbar wird vom Film nichts mitbekommen und kann auch nicht ins Gerät selbst schauen. Somit könnte man sogar die Videobrille am Laptop oder iPad anschließen und seine E-Mails lesen, wenn man gerade Bock darauf hat. Die Schrift ist gut zu lesen, einzig und allein an die Bewegung mit dem Kopf muss man sich gewöhnen. Warum? Ganz einfach, bewegt man bei einem Laptop den Kopf, so bleibt die Mail da wo sie vorher war, da der Monitor starr ist. Mit dem Glyph bewegt man das Bild bei jeder Bewegung des Kopfes mit, was sehr ungewöhnlich und unnatürlich ist. Der Mensch ist aber ein Gewohnheitstier und hat damit kein Problem, wenn man das Gerät einige Zeit benutzt hat.

 

Die Qualität des Videos ist super, natürlich je nachdem wie gut das Ausgangsmaterial ist. Damit Filme zu schauen macht Spaß, dennoch muss man sich auch hier an das Tragen gewöhnen. Sitzt man zum Beispiel im Kino, so bleibt auch hier die Leinwand starr und geht nicht mit. Beim Glyph hat man zwar quasi eine Leinwand vor sich, die aber eben nicht steif am Platz bleibt. Daher sollte man wirklich locker bleiben und nicht zu viel zappeln, dann klappt es auch mit der Lust am Film.

 

Der Ton macht dabei eine verdammt gute Sache, der Bass ist satt und die restlichen Töne werden gut ins Ohr transportiert. Die Lautstärkenregelung ist sehr sensibel, man hat nicht nur drei verschiedene Lautstärken sondern verdammt viele. So kann man den Ton sehr gut regeln, besser als bei vielen Fernsehern oder MP3-Playern.

 

Bildergalerie von Avegant Glyph - Video Headset (12 Bilder)

Weitere Features…

 

Der Glyph kann aber noch ein wenig mehr. So kann man mit ihm nicht nur „normale“ Filme schauen, sondern auch welche mit 3D. Am linken Bedienpanel hat man einen Knopf für 3D, welches sich nach 2 Sekunden halten einschaltet. Auch hier ist das Bild sehr gut und selbst Demovideos auf Youtube sehen gut und plastisch aus. Zum anderen gibt es den sogenannten „Head-Tracking“-Modus, den man mit dem zweiten Knopf beim linken Bedienpanel ein- und ausschalten kann. Beim Testen konnte ich mit der Bewegung meines Kopfes den Mauszeiger des PCs steuern, was natürlich sinnlos und unbrauchbar ist. Wichtig ist es aber zum Beispiel bei speziellen Drohnen, wo die Bewegung des Kopfes quasi die Eingabe des Joysticks nachahmt.

 

Abschließend möchte ich noch auf das restliche Zubehör eingehen. Mit an Bord ist noch ein verstellbares Gummiband, welches man zusätzlich auf den Glyph klippen kann. Wem die Videobrille auf Dauer zu schwer ist, da der Druck direkt auf die Ohren und auf die Nase geht, kann dieses Band installieren, um den Druck auf den Kopf zu verteilen. Bei meinen Tests brauchte ich das Band nicht, dennoch ist es gut zu wissen, dass eines im Fall des Falles beiliegt und benutzt werden kann. Zusätzlich gibt es ein Hardcase, in dem das Gerät sehr gut aufgehoben ist und welches Schäden vorbeugen kann. Es ist härter als eine Stofftasche, die nicht so gut schützen würde. Natürlich darf das USB-Ladekabel nicht fehlen, welches den Glyph in ca. 3 Stunden komplett auflädt. Der Akku hält beim Filmschauen übrigens um die 4 Stunden, je nachdem wie hell der Film ist und ob man viel an den Knöpfen spielt oder nicht. 


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Ich wusste anfangs ehrlich gesagt nicht, was ich von dem Gerät halten soll. Zum einen ist es echt ein geiles Gefühl, im Bett zu liegen und Filme zu gucken. Natürlich kann man das auch mit einem Fernseher im Schlafzimmer, aber die Kopfposition muss dabei dennoch aufrecht sein und nicht so wie man möchte. Mit dem Glyph lege ich mich auf mein Kopfkissen, starre quasi die Decke an und schaue einen Film auf einer „Leinwand“, ohne unter Umständen einen steifen Nacken zu bekommen. Das Gefühl ist echt super, vergleicht man es mit dem „normalen“ Fernsehschauen und die Qualität dabei stimmt auch. Wenn das Ausgangsmaterial passt, dann gibt es wenig Unterschied zu einem hochwertigem TV. Zum anderen war es für mich eine Umgewöhnung erster Güte, da ich wirklich ein Problem hatte, das Bild bei jedem Kopfschlenker bei mir zu haben. Doch nach einigen Stunden stört das nicht mehr, im Gegenteil sogar, denn man kann sich nicht ablenken lassen. Die „Leinwand“ bzw. das Bild ist stets dabei, sodass man den Film immer mitbekommt. Besonders aber macht das Schauen im Dunkeln Spaß, denn es gibt dann keine störenden Lichtquellen, auf die man sich gegebenenfalls konzentriert. Übrigens macht es durchaus auch Spaß im Bett mit dem Blick auf die „Zimmerdecke“ mit der Konsole zu zocken. Ich habe zum Testen einen Diablo-Klon gespielt, der richtig Spaß gemacht hat. Also ist der Glyph auch eine Alternative für Zocker! Ich habe mir allerdings sagen lassen, dass besonders Horror-Spiele im Dunkeln sehr krass sind und nicht jedermanns Sache :) Auch in Sachen Audio kann der Glyph überzeugen, doch rein als Headset bzw. Kopfhörer sind die über 500 Euro einfach zu viel des Guten. Abschließend gibt es nur eines zu sagen: Mir persönlich macht es echt Spaß mit dem Glyph einen Film zu schauen oder ein Ründchen zu zocken, über die genannten Mankos kann ich selbst hinwegsehen. Wer damit ebenso klar kommt und das Geld investieren möchte, sollte den Glyph eine Chance geben – ich glaube die meisten werden es nicht bereuen! 


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Gute und einfache Bedienung
  • Gute, mehrsprachige Anleitung…
  • Hardcase anstatt einer Stoffhülle
  • Akkudauer von ca. 4 Stunden
  • Aufladezeit von ca. 3 Stunden per USB
  • Viele Stufen bei der Audio-Lautstärke
  • Kann als Videobrille oder als Kopfhörer eingesetzt werden
  • Schutzhülle für die Linsen, wenn nur der Kopfhörer benutzt wird
  • Hoher Preis
  • …die leider nur das Nötigste erklärt
  • Nur drei Helligkeitsstufen
  • Kein mitgeliefertes 3mm-Klinkenkabel für Audio only
  • Nicht ganz so einfach, den Augenbereich einzustellen





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