Avengers of Justice - Farce Wars

Avengers of Justice - Farce Wars

Originaltitel: Avengers of Justice: Farce Wars
Genre: Komödie • Parodie
Regie: Jarret Tarnol
Hauptdarsteller: Ramsey Anderson
Laufzeit: DVD (91 Min) • BD (95 Min)
Label: Splendidfilm
FSK 12

Avengers of Justice - Farce Wars   26.09.2018 von Beef Supreme

Da dankt man schon voller Inbrunst der Gottheit nach Wahl dafür, dass endlich diese unsäglich peinigende Welle der unterirdisch schlechten Spoof-Filme vorüber ist, trifft einen des Schicksals Rückhandschelle mit der Kraft eines entgleisenden Güterzugs. Mit traumwandlerischer Sicherheit treibt Avengers of Justice – Farce Wars das Nervenkostüm des Zuschauers an den Rand der Belastungsgrenze. Hier lohnt kein anregender Einleitungstext, ich nehme gleich vorweg, dieser Schund, ich möchte es nicht einmal „Film“ nennen, ist das Mieseste, woran ich seit Battlefield Earth meine Zeit verschwendet habe.

 

Superbat, bürgerlich Bruce Kent, ist in der Midlife-Crisis angekommen, was eigentlich auch den Charakter dieser Zeitverschwendung sehr gut beschreibt. Seine Kräfte (sprich: die Kohle der Erschaffer) lassen immer mehr nach und mit seiner Familie läuft’s auch nicht rund. Bei seiner Frau Jean Wonder (dass sich Amy Smart für sowas hergegeben hat…) sieht’s ähnlich mau aus, nur bei seiner Tochter Reya geht’s mit ihren Kräften bergauf, begründet wird dies mit der Pubertät. Und es soll zum Leidwesen aller Beteiligten nicht die letzte sexuelle Anspielung bleiben. Sohn Lucas hingegen zeigt keinerlei Ambitionen, bei diesem lächerlichen Karnevalsverein mitzumachen, kann entsprechend auch keine Kräfte vorweisen, dafür aber eine saudumme Frisur. Das hält den Dark Jokester aber nicht davon ab, ausgerechnet ihn zu erwählen, um die Welt zusammen mit Lisp Luthor in eine ewige Eiszeit zu stürzen. Auftraggeber ist übrigens Emperor Purple Guy. Dann ist da noch irgendwas mit Pracht (Farce im Original), aber eigentlich spielt das überhaupt keine Rolle, inzwischen geht’s nur noch ums nackte Überleben! Gelegentlich stolpern noch Beaverine, der bekloppte Yogi mit Teilzeitsprachfehler Meister Yoga, Thorbacca oder El Capitan South America durchs Bild. Kurzzeitig lässt sich auch Erfinder und Wäscherei-Mogul Tony Starch blicken, stilecht mit einem auf die Brust getackerten Bügeleisen. Das war übrigens der Moment, an dem ich alle Hoffnung auf irgendeinen humoristischen Querschläger fahren ließ und mich meinem Schicksal ergab. Allein schon bei diesen Wortspielen wird klar, für diese Art „Witz“ mussten die Macher ganz tief buddeln, um auf das passende Niveau zu kommen.

 

„Treten Sie näher, kommen Sie ran. Erleben Sie den größten Unfall des Bewegtbild-Business seit der Erfindung des Trash. Hirn bitte an der Kasse abgeben, für irreversible Schäden wird keine Haftung übernommen.“ Das ist die Meldung, die ich auf dem Cover vermisst habe. Schon ab der ersten Sekunde, als der uninspirierte Star Wars-Lauftext durchs Bild scrollt, wird klar, das hier war ein Fehler. Avengers of Justice ist schlecht. Nicht „schlecht, mit einigen Momenten, die dennoch unterhalten“-schlecht, sondern „Himmel steh mir bei!“-schlecht. Dieses Produkt versucht in jedem Moment irgendwie witzig zu sein. Sei es durch miese Anspielungen an große Filmreihen, die im Sekundentakt rausgeballert werden, doch allesamt meilenweit verfehlen. Oder beim Versuch, Situationskomik zu erzeugen. Auch hier werden Holzwege konsequent zu Ende gegangen. Nicht ein einziger Gag zündet, was bei dieser krampfhaft hochgehaltenen Schlagzahl fast schon einem Sechser im Lotto gleicht. Die Handlung, eigentlich nur lose zusammengefügte Aneinanderreihungen von schwachsinnigem Dialog, ist ebenfalls völlig fürn Hobel.

 

Bildergalerie von Avengers of Justice - Farce Wars (12 Bilder)

Das fällt allerdings gar nicht weiter auf, denn die Macher versagen so sehr in jedem Bereich, dass der Zuschauer von dieser fast schon nebensächlichen Kleinigkeit erfolgreich abgelenkt wird. Wer achtet schon drauf, dass überhaupt nichts einen Sinn ergibt, wenn man sich bei den Effekten fragt, ob das auch Teil des Gags, ein kaputter Fernseher oder gar deren Ernst sein soll. Gleiches gilt für die Klasse der Statisten vor der Kamera. In Sachen peinliches und talentbefreites Overacting können sich die Asiaten hier noch ein daumendickes Scheibchen abschneiden. Von Kontinuität, Kostümen oder Maske fange ich gar nicht erst an, nur so viel, wie ein Chamäleon passt sich alles nahtlos an die Gesamtqualität dieses Erzeugnisses an.

 

Besonders erwähnenswert ist allerdings der Sound, der mich an der Funktionalität meines Equipments zweifeln lies. Miserabel abgemischte Dosensounds, manchmal einfach überhaupt nicht vertont… ach, was rege ich mich überhaupt noch auf. Selbst wenn der Sound geliefert hätte, ein Pflaster hilft auch nur begrenzt, nachdem man sich sehenden Auges in den Häcksler gestürzt hat.


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Avengers of Justice- Farce Wars ist eigentlich ein Dokumentarfilm darüber, was passiert, wenn verarmte, talentbefreite und respektlose Hobby-„Filmemacher“ glauben, witzig zu sein. Ein einziges Desaster. Hier werden Star Wars, diverse Comic-Universen und eine Prise Game of Thrones unter Zuhilfenahme fehlenden Augenmaßes oder Verständnisses für Timings völlig hirnbefreit zusammen gequirlt. Das Resultat ist ein Verbrechen am guten Geschmack, bei dem der Humor durch Abwesenheit glänzt. Nicht ein einziger der schrotflintenartig herausgeballerten schlechten Witze konnte mir auch nur ein Schmunzeln entlocken. Hinzu kommt, dass die Typen hinter diesem Schrott wohl einen Schimpansen so lange bedroht haben, bis er ihnen die „Spezialeffekte“ zusammengepfuscht hat. Hier stimmt rein gar nichts. Es hat auch nicht geholfen, meinen Fernseher anzuschreien, was er sich denn erlaube, so einen Müll darzustellen.


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