Baphomets Fluch - The Directors Cut

Baphomets Fluch - The Directors Cut

Genre: Adventure
Erscheinungsdatum: 19.03.2009
USK 12

Baphomets Fluch - The Directors Cut  25.04.2009 von derstefan

Eines der besten Adventures aller Zeiten kommt im „Director´s Cut“ auf den Nintendo DS. Mit einer erweiterten Geschichte und neuen Rätseln werden Kenner und Fans des Originals mit neuem Adventure-Futter versorgt. Lohnt sich die Neuanschaffung?

 

Zuerst ein kleiner Hinweis für alle die bisher nur Ego-Shooter gespielt haben: Adventures sind diese komischen, langweiligen Spiele, die in den späten 80ern und frühen 90er Jahren sehr beliebt waren, in denen man blöd rumlaufen muss und dabei Sachen miteinander kombinieren muss. Die benötigten Zutaten zum Adventureauflauf sind ausgefeilte Charaktere und Story, recht viel Dialoge, liebevolle Grafik und eine Extra-Packung Gehirnschmalz. Genau das macht ein gutes Spiel dieser Art aus und genau das bietet „Baphomets Fluch – The Director´s Cut“.


What´s the Story?


Das Adventure beginnt mit der attraktiven Journalistin Nico Collard. Sie ist eine Frau zum verlieben: Gutaussehend, witzig, klug, aber ziemlich scharfzüngig. Ihren Lebensunterhalt verdient sie sich in Paris als Fotojournalistin, vor allem auch um ihrem Sinn für Gerechtigkeit nachzukommen. Sie erhält den Auftrag, ein privates Interview mit dem Medien-Mogul Pierre Carchon zu führen. Als sie bei ihm ankommt, dauert es nicht lang und der gute Mann wird ermordet. Von wem? Einem Pantomimen, der sich kurz vor Nicos Ankunft noch auf der Straße einen Scherz mit ihr erlaubt hat. Carchons Frau musste die Tat miterleben und erzählt Nico anschließend viele Details über den Lebenswandel ihres toten Manns. Was dabei auch an das Tageslicht kommt ist die Beziehung von Nicos Vater zu Carchon. Im Verlauf des Gesprächs wird klar, dass jeder ein dunkles Geheimnis in sich trägt und auch Nico wird ihr eigenes entdecken. War das Interview am Ende nur ein Vorwand für eine ganz andere Story?

Nach einem relativ langen Abschnitt, in dem die Hintergrundstory von Nico beleuchtet wird, mischt sich George Stoppard ins Geschehen mit ein. Eigentlich ist ein nur ein Tourist, der es sich in einem Café gemütlich machen will. Dummerweise wird er unmittelbarer Zeuge einer Explosion in einem Café, in dem ein Informant von Nico Ihr eigentlich wichtige Hinweise übergeben wollte. Aber Glück im Unglück: Die Wege von Nico und George kreuzen sich dadurch und es beginnt eine schöne Abenteuer- und eine kleine Lovestory mit Tempelrittern, kauzigen Gangstern und was das Adventureherz so alles begehrt.

 

Sprich mit mir

 

Gespielt wird das Spiel DS-typisch komplett mit dem Stylus. Die Buttons braucht man dabei gar nicht, die Steuerung ist allgemein sehr gut gelöst. Wenn man mit dem Stylus auf eine Person zeigt, werden die verschiedenen Möglichkeiten mit kleinen Symbolen angeboten. Durch ein Mundsymbol, werden beispielsweise die ausgewählten Personen zum Gespräch animiert. Oft kommt man in der Story nur weiter, wenn man die NPCs (Nicht-Spieler-Charaktere) in solchen Gesprächen komplett ausquetscht.

Die Dialogfenster sind dann zweigeteilt: Im oberen Teil kann man Fragen zu anderen Personen auswählen, die in der Story relevant sind. Im unteren Teil sieht man die verschiedenen Gegenstände des Inventars, zu denen man Fragen stellen kann. Gegenstände und Charaktere, zu denen die Gesprächspartner nichts mehr zu sagen haben, werden dann nur noch ausgegraut angezeigt. Dialoge sind bei „Baphomet´s Fluch“ (Originaltitel: Broken Sword) zuhauf zu finden. Zum Glück nerven sie nicht und sind eher wirklich witzig oder zumindest sehr nett geworden. Nichts nervt mehr als Adventures mit sinnbefreiten oder nervigen Endlosdialogen.

Wichtige Gegenstände oder andere relevante Punkte mit denen man etwas machen muss, werden durch das Abtasten des Bildschirms mit dem Stylus sichtbar. Wenn man etwas aufheben kann, wird dies durch ein animiertes Handsymbol angezeigt. Eine Lupe zeigt an, wenn man etwas ein wenig genauer inspizieren muss. Und wer zu viel Zahnräder des Krieges auf der 360 gezockt hat, der fühlt sich bei diesem Spiel durch zwei animierte Zahnräder wieder ganz in seinem Element. Diese erscheinen, wenn man zum Beispiel ganz klassisch zwei Gegenstände miteinander kombinieren oder zum Beispiel einen Wasserhahn aufdrehen muss, um damit eine kleine Überschwemmung im Keller eines irischen Pubs zu verursachen. Was macht man nicht alles, um ein Superdetektiv zu werden...

 

Denksportaufgaben mit DAU-Unterstützung

 

Zur Auflockerung und zusätzlichem Inhalt zum Originalspiel wurden noch einige Rätsel eingebaut. An einer Stelle müsst ihr mit vorgegebenen Figuren ein Schachspiel so nachstellen, dass der König des Gegners schachmatt steht. Wer hier schon vorher mal üben mag, der kann sich ja mit „Fritz“ auf dem DS schon mal warmspielen.
 

 

 

Die Rätsel und alle anderen Aktionen sind generell relativ machbar gehalten. An manchen kann man aber trotzdem ganz schön viel Freizeit verbringen. Prima: Eine integrierte Hilfefunktion hilft einem optional, wenn der Gehirnschmalz schon ein wenig verbraucht wurde. Man klickt einfach auf ein Fragezeichensymbol, welches immer dann rechts oben im Bildschirm auftaucht. In mehrstufigen Hilfestellungen, wird dann zuerst ein sehr allgemeiner Tipp gegeben. Zum Beispiel: Hast Du schon mit Person XY gesprochen? Ein zweiter Tipp wird dann schon genauer und der dritte und letzte ist dann die DAU -Anleitung. Dieses Prinzip hat schon bei „Professor Layton“ auf dem DS prima funktioniert. Bestraft wird man durch den übermäßigen Gebrauch der Hilfe jedoch nicht, nur durch entgangenen Spielspaß und eine Statistik, die einem anzeigt, an wie vielen Stellen man wieder zu doof war.

Der Unterschied zum Originaltitel für den PC von 1996 ist die Hintergrundstory von Nico, die hier genauer beleuchtet wird. Dadurch bekommt Ihr Charakter auch mehr Rundungen (ein Schelm wer hier Böses denkt). Die Extra-Rätsel sind auch definitiv ein spielerischer Fortschritt, schön dass hier nichts verschlimmbessert wurde. Nachdem es auf dem PC mittlerweile vier Teile der Serie gibt, hoffe ich sehr auf mehr „The Director´s Cut“-Titel.


Das Fazit von: derstefan

derstefan

9-10 Stunden durchgehender Spielspaß. Das ist zwar ein überschaubarer Zeitraum, aber dieser wird mit bester Unterhaltung gefüllt. Adventurefans kommen voll auf Ihre Kosten und wer bisher noch nichts Vergleichbares auf dem DS gespielt hat, der findet hier wohl den besten Einstieg in diese Welt. Das normale „Baphomet´s Fluch“ war der leckere „Latte Macchiato“ unter den Adventures, der Director´s Cut ist der „Latte Macchiato“ mit dem extra Stück Zucker. Klarer Kauftipp!


positiv negativ
  • Gute, motivierende Story
  • Sympathische Charaktere
  • Rätselspaß statt Rätselfrust
  • Liebevolle Grafik
  • Nicht sehr lange Spieldauer
  • Ein Tick zu viele Dialoge





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