Bastion

Bastion

Publisher: Warner Bros. Interactive
Entwicklerstudio: Supergiant Games
Genre: Rollenspiel
Sub-Genre: Action-RPG
Art: Downloadtitel
Erscheinungsdatum: 16.08.2011
USK 12

Bastion  13.09.2011 von Benji

Mögt Ihr Geschichten? Dann ist hier eine für Euch: Es ist die Geschichte eines Jungen. Sie handelt von einem Abenteuer des Jungen, in dem er versucht, eine Welt zusammenzuhalten, die früher einmal seine Heimat war. Sie handelt von einer Katastrophe, die ein ganzes Volk nahezu ausgerottet hat und sie handelt von einem Ort, der alles wieder bereinigen könnte. Es ist die Geschichte von Bastion…

 

Als „Kid“ erwachte, war bereits alles zu spät. Die Welt um ihn herum begann zu zerfallen. Die Menschen seiner Stadt waren verschwunden. Ein Großteil ist wohl Opfer der Katastrophe geworden. Ihm bleibt nur eine Chance: Ein Ort, den alle Bewohner seiner Heimat aufsuchen sollten, falls etwas passiert – die Bastion. Dort angekommen wird „Kid“ von einem alten Bewohner der Bastion aufgenommen. Dieser erzählt ihm von einer Möglichkeit, alle zu retten und den Fortschritt der Katastrophe zu verhindern. Er muss eine Reihe von Kristallen sammeln und im Mittelpunkt der Bastion sammeln. Sogleich bricht „Kid“ zu seiner gefährlichen Reise auf - Und eine ganze Welt hofft auf die Fähigkeiten eines Jungen.

 

Bastion ist kein Spiel, das sich einfach erklären lässt. Um die Faszination hinter diesem Titel zu verstehen, muss man tief in die eigene Persönlichkeit blicken. Denn letztlich macht dieses Spiel in seinem Kern nichts, was man nicht schon von anderen Spielen bereits kennen würde. Das Gameplay ist relativ simpel gehalten. Man kann zwei Waffen tragen, besitzt eine Spezialattacke und muss sich im Grunde ähnlich eines Diablo oder Torchlight durch Horden unterschiedlicher Gegner kämpfen. Waffen kann man natürlich upgraden, genauso wie man den eigenen Charakter nach einem Level-Up mit zusätzlichen Verbesserungen ausstatten kann. Doch was ist es dann, was sich diesen Titel so stark von anderen abheben lässt? Es ist die simple Tatsache, dass Euch während Eurer Reise ständig ein Erzähler begleitet. Dieser besitzt eine tiefe, raue Stimme und einen texanischen Akzent. Er kommentiert jede Aktion, die Ihr mit Eurem Helden vollführt und er erklärt die kleinsten Hintergründe der ansonsten nicht wirklich komplexen Geschichte. Der Erzähler versetzt Euch mit den einfachsten Mitteln in einen tranceähnlichen Bann und erzeugt ohne Probleme eine Empathie zu den Vorgängen in der Welt von Caelondia, die in einem Spiel nur selten vorkommt. Er erzeugt sanfte Emotionen an Stellen, an denen man sich in anderen Spielen zu einem Berserker entwickeln würde und er bindet Gedanken in einer ansonsten einsamen Spielwelt. Kurzum: Er ist der einzige Begleiter in einer Welt, in der man als Spieler sonst absolut alleine ist. Dies alleine reicht aus, um dem Spiel einen Stil zu verleihen, der in der breiten Masse kommerzieller Produkte nur selten zu finden ist.

 

Dass dieser auch wirklich greift, dafür sorgt auch die musikalische Untermalung. Selten ist diese so gut gewesen, wie man sie in Bastion zu hören bekommt. Durch den Mix von orientalischen Klängen auf der einen Seite und diversen Liedern im Country-Style auf der anderen wird das Art-Design der zerbrechenden Welt absolut passend wiedergegeben. Wenn sich der Kauf eines Soundtracks also lohnt, dann definitiv hier.

Leider ist die spannende Geschichte von „Kid“ auch allzu schnell vorbei. Bereits nach etwas mehr als sechs Stunden ist das Abenteuer bestritten. Zwar ermuntert das Spiel durch die Übernahme aller gewonnenen Fähigkeiten und Waffen zum erneuten Durchspielen, der wahre Spielspaß kommt dabei aber natürlich nur noch begrenzt zum Tragen.


Das Fazit von: Benji

Benji

Eigentlich bin ich immer der Meinung gewesen, dass ein Spiel kein Kunstwerk darstellen kann. Bei Bastion müsste ich diesen Standpunkt nochmal überdenken. Die Art und Weise, wie alleine durch das Stilmittel des Erzählers eine Immersion erzeugt wird, lässt mich Vieles, an das ich in Spielen geglaubt habe, anzweifeln. Wenn es so einfach ist, einen Spieler an eine Geschichte zu binden, warum fällt es den meisten Vertretern dieser Branche dann so schwer? Ganz pragmatisch betrachtet, ist dieses Spiel nicht mehr als ein weiteres Hack n‘ Slay mit Rollenspielansätzen. Emotional betrachtet ist es allerdings ein Meisterwerk.


positiv negativ
  • Erzähler begleitet beim Spielen
  • Musikalische Untermalung passt gut zum Art-Design
  • Fesselnd erzählte Geschichte
  • Immersion des Spielers
  • Spielbares Kunstwerk
  • Kurze Spieldauer
  • Extrem simples Gameplay





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