BattleForge

BattleForge

Publisher: Electronic Arts
Genre: Strategie
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 26.03.2009
USK 12

BattleForge   02.04.2009 von xXMaNu3lXx

Endlich ist es soweit – das Trading Card Game von EA und dem dazugehörigen Entwicklerstudio Phenomic namens BattleForge steht in den Startlöchern. Es soll dem Spieler ungeahnte Möglichkeiten mit den anfangs 200 Karten bieten und stundenlangen Spaß versprechen. Ob sich das „virtuelle Kartenspiel“ als neue Dimension des Echtzeit-Strategie-Genres erweist, könnt ihr hier erfahren.

 

Das Konzept von Electronic Arts erinnert an bekannte Kartenspiele wie Magic oder das etwas neuere Trading Card Game zu World of Warcraft. Die Entwickler des bekannten Studios verpacken dies jedoch in ein Strategie Genre, um es für die „Spieler von heute“ noch schmackhafter zu machen. Um das BattleForge Universum genießen zu können, ist eine aktive Internetverbindung notwendig, egal ob man sich in eine Singleplayerschlacht stürzt oder den Multiplayerpart nutzt. Gleich zu Beginn des Spiels erinnern viele Elemente an ein Online Rollenspiel. Man hat beispielsweise in der Spielerlobby einen Überblick, welche Spieler online sind oder kann sich mit seinen Freunden über den Chat unterhalten. Die Geschichte kann in einem digitalen Buch, das mit Animationen sehr nett gestaltet ist und sage und schreibe 300 Seiten umfasst, nachgelesen werden, um mehr über die Hintergründe und die Geschichte von BattleForge zu erfahren. In dieser digitalen Chronik erfährt man außerdem, parallel zur erzählten Geschichte in den Kampagnen, mehr über die Fraktionen, das Kartensystem und die Spielwelt. Der Spieler erhält in der Lobby auch einen Überblick über all seine Karten der Decks und kann nach Wunsch die Kartenzusammensetzung der 4 Fraktionen des Spiels individuell umgestalten – entweder Schatten, Feuer, Frost oder Natur bzw. die Farbe Lila, Rot, Blau oder Grün. Außerdem können alle Karten sofort ausgiebig getestet werden, um zu überprüfen, wie stark die Kreaturen gegen andere Monster sind bzw. welche Schwächen die jeweilige Fraktion besitzt.

 

Ist das Deck soweit nach seinen eigenen Wünschen gestaltet, kann über die Weltkugel unter anderem die Singleplayer Kampagne gestartet werden oder Multiplayerschlachten gegen andere Spieler ausgefochten werden. In einem sehr stimmungsvoll gestalteten und gut erklärten Tutorial werden dem Spieler alle wichtigen Funktionen von BattleForge erläutert, z.B. der Ablauf des neuen Kartensystems oder das Einnehmen von „Gebäuden“. Hier kurz eine Erklärung zu den Karten - rechts oben sieht man die Kosten der jeweiligen Karte und darunter werden die benötigten Sphären angegeben. Je nach Farbe gibt das das jeweilige Element wieder, d.h. rot für Feuer, Lila für Schatten usw. Wird nur ein grauer Kreis abgebildet, ist es egal welche Sphäre man besitzt. Selbstverständlich darf ein gezeichnetes Einheitenbild mit dazugehöriger Beschreibung auf keiner Game Card fehlen. In der Fußzeile werden die Abwehr- bzw. Schadenspunkte angegeben. Der jeweilige Buchstabe gibt Auskunft darüber, wie groß die Kreatur ist. Zusätzliche Booster Packs können online gegen BattleForge Punkte erworben werden, dies ist aber kein Muss, da in regelmäßigen Abständen nach Aussage der Entwickler neue, kostenlose Karten folgen sollen. Außerdem erhält man als Belohnung am Missionsende ebenfalls weitere Karten, um sein Deck zu erweitern. Zu Beginn des Spiels gibt es 16 Sammelkarten der vier Fraktionen, plus 3000 Punkte der virtuellen Währung spendiert, die nach Lust und Laune im Online-Shop gegen Karten eingetauscht werden können. Ein Paket kostet 250 Punkte und enthält acht weitere Karten. Selbstverständlich hat sich im Falle von Duplikaten EA auch etwas einfallen lassen. Es gibt ein internes Auktionshaus, in dem Spieler mit anderen handeln können und ihre Karten verkaufen können.

 

In jeder Mission müssen Generatoren und Monumente eingenommen werden, um Einheiten zu beschwören und mächtigere Truppen zu rufen. Dies wird durch Energiepunkte bzw. Sphären erreicht. Die „Bauwerke“ müssen eingenommen werden und bei jedem neuen Monument kann die Sphärenfarbe ausgewählt werden. Dies ermöglicht dem Spieler, Kreaturen aus unterschiedlichen Fraktionen zu beschwören. Die Methode hat aber auch den Nachteil, dass zum Ende jeder Mission, je nach Vorgehensweise, nie die mächtigsten Einheiten einer Fraktion herbeigerufen werden können. Die Truppen werden über die Spielkarten des Decks ausgespielt und erweitern mit schön inszenierter Animation das Truppenarsenal. Die Einheiten können aber nur in der Nähe von Generatoren beschworen werden. Es ist also unter anderem wichtig, ein breit gestreutes „Netz“ an eingenommenen Gebäuden zu besitzen. Man stößt des Weiteren an einigen Stellen auf der Karte auf zerstörte Mauern, dies ist an dem noch vorhandenen Fundament zu erkennen. Die Mauern können im Gegenzug von Energiepunkten wieder aufgebaut werden und mit Fernkampftruppen, wie Bogen- oder Armbrustschützen besetzt werden, um z.B. dem Ansturm von gegnerischen Truppen Stand zu halten. Teils steht am Ende der Mission ein Bosskampf an, bei dem taktisches Vorgehen gefragt ist, da hilft auch keine große Streitmacht mehr, wenn ein Heiler im Hintergrund den Boss mit neuem Leben füllt. Die Schlachten sind sehr stimmig und mit moderner Grafik schick in Szene gesetzt. Auch ist nichts anderes von EA zu erwarten, als dass die Einheiten mit Liebe gestaltet wurden und die bisher 200 Sammelkarten, von denen 160 frei verfügbar sind, Lust auf mehr machen. Man hat sogar die Möglichkeit, vorhandene Karten des Decks mit sogenannten Upgrade-Karten zu verstärken, um sich somit einen möglichen Vorteil anderen Spielern gegenüber zu verschaffen.

 

Das Interface ist so aufgebaut, dass mit wenigen Klicks viele Truppen, im wahrsten Sinne des Wortes, auf das Spielfeld geschmissen werden. Daraus lässt sich schließen, dass in BattleForge keine ewigen Belagerungen Platz finden, sondern vielmehr schnelle Sturmangriffe mit vielen Einheiten im Vordergrund stehen. Hierbei werden Bollwerke geknackt, Generatoren und Monumente vor feindlichen Angriffen bewahrt und besetzte Lager gestürmt. Danach kann die Mauer repariert und der Engpass vor Gegenangriffen verteidigt werden. Das Trading Card Game ist in meinen Augen, trotz des Singleplayerteils, ein reines Multiplayerspiel. Dies liegt nicht nur an den etwas kurz geratenen sieben Storyeinsätzen. Die Koop-Kampagne für zwei bis maximal vier Spieler macht sehr viel Spaß und fordert mit zunehmender Spieleranzahl – hier ist Absprache Pflicht, da sonst die Mission nur sehr schwer zu meistern ist! Im Laufe der Kampagne konnte ich nur wenige Missionen finden, die gleich aufgebaut sind. Vielmehr sind die Missionen abwechslungsreich in Szene gesetzt und man kann es kaum erwarten, wie die Geschichte weitergeht. Auch das Einheitendesign ist einfach klasse gelungen! Neue Einheiten wie z.B. Drachen dringen durch die Wolken auf das Spielfeld oder neue Truppen werden von den vorhandenen Einheiten bejubelt – je mächtiger das neue Teammitglied, desto energischer die Freude. Dabei sind die Truppen immer anders animiert, was die Individualität des Spiels zusätzlich unterstreicht. Außerdem reagieren sie auf äußere Einflüsse, d.h. je nachdem wohin der Gegner schlägt, knickt er „physikalisch“ korrekt in die richtige Richtung um.

 

Abschließend ist zu sagen, dass BattleForge nicht den in letzter Zeit immer beliebteren Kopierschutz „SecurRom“ oder ähnliche verwendet, sondern an ein Benutzerkonto gebunden ist, das beim Spielstart eingerichtet wird.


Das Fazit von: xXMaNu3lXx

xXMaNu3lXx

Ich finde BattleForge ist ein voller Erfolg geworden. Ich war zwar schon immer ein Fan von Trading Card Games, aber EA ist es erstklassig gelungen, ein völlig neues Kartenspiel mit einem Rollenspiel zu vereinen. Mal von der gigantischen Grafik und den Animationen abgesehen, sind die Einheiten liebevoll gestaltet und es macht einfach Spaß, sein Deck und sein Können mit anderen Spielern zu vergleichen bzw. zu messen. Die Suchtspirale funktioniert auf alle Fälle und ich finde das Team von Electronic Arts und Phenomic haben zu Recht jedes Lob verdient – gute Arbeit!


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positiv negativ
  • Zeitgetreue Grafik und liebevoll gestaltete Einheiten
  • Motivierende Missionen
  • Anfangs viele Karten zur Verfügung
  • Viele Ideen und Funktionen (z.B. Auktionshaus)
  • Keine animierten Zwischensequenzen
  • Solokampagne etwas zu kurz





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