Battleborn

Battleborn

Publisher: 2K Games
Entwicklerstudio: Gearbox
Genre: Action
Sub-Genre: Hero-Shooter
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 03.05.2016
USK 12

Battleborn   14.05.2016 von Torsten

25 verschiedene Helden zahlreicher Fraktionen fechten den ultimativen Kampf um den letzten Stern der Galaxis aus. Wenn sich die Borderlands-Schöpfer aus dem Hause Gearbox eine Geschichte ausdenken, dann ist sie alles andere als bescheiden oder gar vernünftig. Und genau das hat Borderlands ja auch so beliebt gemacht. Mal sehen, ob das auch für den feschen Genre-Mix mit Namen Battleborn gelten wird.

 

Die letzte Schlacht

 

Ganz gleich wie unendlich das Universum auch sein mag. Irgendwann wird auch der letzte Stern sein Leben ausgehaucht haben. Schneller geht es noch, wenn hochentwickelte Völker mithelfen. So tobten unzählige Schlachten verschiedener Fraktionen um die verbliebenen Sternensysteme. So lange bis nur noch ein bewohnbarer Planet übrig blieb: Solus. Die Spirale der Zerstörung hat die überlebenden Völker immer enger zusammengetrieben und führte schlussendlich zum finalen Aufeinandertreffen. Die Absichten hierbei sind sehr unterschiedlich. Die einen wollen Kooperation und Frieden. Andere wollen das letzte System mit Gewalt an sich bringen. Und dann gibt es noch diejenigen, die das Universum und alles Leben in ihm einfach nur zum Teufel jagen wollen.

 

Kampagnenmodus

 

Die Kampagne lässt sich natürlich auch ganz alleine bestreiten. Aber damit würde der Großteil des Spaßes ausgeklammert werden. Mehr Spaß macht da schon der Splitscreen-Modus für zwei oder aber gleich das Online-Spiel mit bis zu vier weiteren Mitspielern. Die Kampagne ist in acht Episoden unterteilt, die wie die Staffel einer Anime-Serie aufgebaut ist. Die Zwischensequenzen sind dann auch passend im abgedrehten Comic-Look gehalten, die Handlung deutlich überzogen. Leider sind die Missionen allesamt zu ähnlich aufgebaut und bieten nur wenig Abwechslung. Vorstoßen, eskortieren, Schalter drücken, Arena-Kampf. Und dann wieder von vorne. Wirkliche Highlights sind eher Mangelware. Dafür gibt es gerade online schnell Probleme, wenn Mitspieler nicht richtig mitziehen. Denn alleine ist der Kampf wirklich kein Zuckerschlecken und die fünf Extraleben gelten für das gesamte Team. Da ist Teamplay gefragt.

 

Bildergalerie von Battleborn (6 Bilder)

Der Versus-Modus

 

Kernpunkt des Spiels ist aber der Multiplayer mit seinen drei Spielvarianten Überfall, Einnehmen und Schmelze. Bevor es allerdings auf das Schlachtfeld gehen kann steht das Matchmaking-System als zeitraubende und nervige Hürde im Weg. Es dauert mehrere Minuten bis ein Match endlich losgehen kann und jeder noch so unnützer Countdown muss bis zum Ende abgewartet werden, selbst wenn alle Spieler bereits für dieselbe Karte gestimmt haben oder alle Charaktere feststehen sollten. Außerdem ignoriert das System jegliche Erfahrung oder gar Kill-Death-Ratios. So kommt es nicht selten vor, dass ein Team voller Anfänger gegen hochklassige und erfahrene Spieler entgegen treten muss. Zudem gibt es keine Ausgleichsmöglichkeiten für ausgeschiedene Spieler, selbst wenn deren Verbindung bereits bei der Klassenwahl abbrechen sollte.

 

Auf dem Schlachtfeld geht es dann recht unübersichtlich zu, es empfiehlt sich stets die Minimap im Auge zu halten, um Freund und Feind zu identifizieren. Bereits nach dem ersten Aufeinandertreffen wird deutlich, dass selbst gute Shooter-Spieler hier kein Spiel alleine entscheiden können. So braucht es bei Sturmsoldaten etliche Patronen – mitunter mehrere Magazine - bis Schilde und Lebensenergie eines Gegners erfolgreich dezimiert sind. Trifft ein Spieler auf mehrere Gegner, so ist der für ihn tödliche Ausgang fast unausweichlich. Besser beraten ist der, der in einer solchen Situation die Flucht ergreift, um mit gemeinsamen Kräften erneut anzugreifen. Mangelhaft ist das Treffer-Feedback, vor allem das eigene. Denn oft wird nicht so recht deutlich, ob und von wo der eigene Spieler attackiert wird. Die wenigen Karten – für jeden Spiel-Typ stehen gerade einmal jeweils zwei zur Auswahl – bieten allesamt klassische Schlüsselstellen, an denen sich die Teams fair duellieren können. Allerdings gibt es auf einigen Karten die Möglichkeit, sich in den geschützten Spawn-Bereich zurückzuziehen. Unsinnig und ärgerlich zugleich, wenn zum wiederholten Male der Scharfschütze hinter die Barriere flüchtet und hämisch darauf wartet, dass wir uns weit genug entfernt haben, nur um uns dann außerhalb der Reichweite unserer Waffen erneut anzugreifen. Leider ist es auch nicht möglich, im bestehenden Spiel die Charakterklasse zu ändern, um auf derartige Situationen zu kontern.

 

Charakterklassen, Splitter und Perks

 

Die Auswahl der Charaktere und deren individueller Ausbau stellen sicherlich für viele den Hauptanteil des Spielanreizes dar. Denn derart viel Abwechslung bei derart abgedrehten Charakteren bekommen Spieler selten zu Gesicht. Zumal es hier nicht (nur) eine Frage der Optik ist; mit der Wahl des Charakters steht und fällt auch der persönliche Spielstil. Bei Charakteren wie der Bogenschützin Thorn oder dem Cyborg Marquis heißt es Deckung suchen und das Geschehen aus der Ferne beobachten. Ihre Präzisionswaffen sind in erster Instanz eine gute Wahl für den Fernkampf. Verstecken braucht sich der muskelbepackte Montana mit seiner Minigun oder der niedliche Pinguin Toby in seinem Mech sicher nicht. Sie stecken jede Menge Treffer ein und teilen im Gegenzug auch ordentlich aus. Mit Reyna, Ambra oder Miko unterstützen Kämpfer ihre Mitspieler im Kampf wohingegen sich Rath, Phoebe oder Galilea als Nahkampfeinheiten direkt ins Getümmel stürzen. Dazwischen gibt es viele Abstufungen und Möglichkeiten.

 

Allerdings ist die Auswahl anfangs noch sehr beschränkt, gerade einmal sechs Charaktere sind freigeschaltet. Sicher spielen auch im späteren Verlauf des Spiels viele mit diesen Kämpfern, ein wirklicher Nachteil besteht nicht. Aber um die anderen Mitstreiter auswählen zu können bedarf es etlicher Stunden an Spielzeit. Entweder werden die gesperrten Charaktere mit dem Erreichen eines bestimmten Kommando-Rangs oder aber mit einer optionalen Herausforderung erspielt. Gerade erstgenannte Möglichkeit nimmt mitunter sehr viel Zeit in Anspruch. Neben dem Kommando-Rang können die einzelnen Klassen auch im Rang aufsteigen, solange sie persönlich die Erfahrungspunkte auf dem Schlachtfeld erspielen. Dann werden neue Kostüme und Upgrades freigeschaltet. Mit im Spiel gefundenen Splittern, die Spielwährung, können zudem Booster-Packs mit hilfreichen Gadgets erkauft werden. Diese können dann im Spiel gegen in der aktiven Partie erspielte Splitter eingesetzt werden. Gleiches gilt für Geschütztürme, Beschleuniger oder Heilknoten.

 

Eine Besonderheit stellt die Helix da. In bis zu zehn Stufen werden Charaktere während einer Partie aufgelevelt. Dabei stehen in der Regel zwei - manchmal sogar drei – verschiedene Möglichkeiten eines Upgrades zur Verfügung. Dieses Upgrade geschieht inmitten des Kampfes und ist auch nur für die aktive Partie gültig. Nach dem Spiel wird der Helix-Zähler wieder auf null gesetzt. Das klingt anfangs kompliziert und verwirrt gerade Einsteiger oft, die vor dem Update zunächst verstehen müssen, was genau hier nun verstärkt oder erweitert werden soll. Im Versus-Spiel werden erfolgreiche Spieler zudem noch weiter bevorteilt. Ein tückischer Kreislauf, der vielen Online-Spielern schon seit jeher ein Dorn im Auge ist.

 

Schrill, schräg und kunterbunt

 

Die Präsentation von Battleborn ist, wie bereits von anderen Spielen der Schmiede Gearbox bekannt, herrlich abgedreht und comichaft bunt. Derart unterschiedliche und abgedrehte Charaktere hat man wohl noch nie in einem einzigen Spiel gesehen. Kleine Pinguine in rappelnden Mech-Anzügen, zierliche wie auch riesenhafte Cyborgs, schrille Punk-Ladies und muskelbepackte Superhelden. Dazu kommen Dämonen, Adler, Magier und Samurai-Kämpfer. Es scheint nahezu jede Idee der Entwickler eines Helden-Konterfeis in dieses Spiel gefunden zu haben. Die Effekte sind farbenfroh und effektvoll. Vielleicht etwas zu effektvoll, denn in den kunterbunten Schlachten geht schnell die Übersicht verloren. Die akustischen Effekte sind manchmal etwas befremdlich, aber was ist hier schon normal? Der Soundtrack sowie die Auswahl der einzelnen Sprecher sind jedenfalls recht gut. 


Das Fazit von: Torsten

Torsten

Battleborn macht es mir wirklich nicht leicht. Anfangs wusste ich nicht so recht, was ich von dem kunterbunten Hero-Moba-Ego-Shooter-Mix halten soll. Und ehrlich gesagt geht es mir jetzt auch nicht viel anders. Für Solo-Spieler eher langweilig und uninteressant empfiehlt sich Battleborn vor allem für Teamplay-begeisterte Spieler, die willens genug sind ausreichend Zeit und Geduld in den anfänglich etwas verwirrenden Aufbau zu investieren. Die Multiplayer-Partien stehen und fallen mit ausbalancierten Teams, leider versagt hier jedoch das Matchmaking-System auf ganzer Linie. Willkürlich zusammengewürfelte Teams unterschiedlichster Ränge und minutenlange Vorbereitungen verwandeln den „schnellen Spaß für zwischendurch“ zum langfristig geplanten MMO-Event mit fortgeschrittenem Anspruch. Battleborn macht durchaus Spaß, stellt sich aber mit zu vielen kleinen Fehlern und Ungereimtheiten am Ende selber ein Bein. Dass unter dem Schlussstrich dann doch noch ein positives Fazit steht wird vor allem durch die starke Charaktervielfalt, den unzähligen Sammel- und Kombinationsmöglichkeiten, sowie das Teamplay belohnende Gameplay gerettet. 


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positiv negativ
  • 25 verschiedene Charaktere
  • Comic-Setting sehr gelungen
  • Faire Karten mit Schlüsselstellen
  • Teamplay im Multiplayer
  • Splitscreen- und Koop-Modus
  • Haufenweise Upgrades und Gadgets zum Freispielen
  • Unnötig lange Vorbereitungsphasen
  • Schwaches Matchmaking-System
  • Zu wenige Karten
  • Solo-Kampagne mit nur 4-5 Stunden Spielzeit
  • Für Solo-Spieler eher uninteressant
  • Schwaches Treffer-Feedback





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