Blood Feast (2016)

Blood Feast (2016)

Originaltitel: Blood Feast
Genre: Horror • Thriller
Regie: Marcel Walz
Hauptdarsteller: Sophie Monk • Robert Rusler
Label: Gundo Entertainment

Blood Feast (2016)   28.08.2016 von Mario von Czapiewski

Dass es tatsächlich jemals in dem Wust von zahlreichen Horrorneuverfilmungen der letzten Jahre ein Remake zum ersten Splatterfilm der Filmgeschichte geben wird, war lange nicht erwartbar. Schließlich war das Urgestein abseits seiner erstmalig ausschweifend dargestellten Abartigkeiten inhaltlich und handwerklich kein wirklich guter Film. Doch nun wagte sich Jungregisseur Marcel Walz (Seed 2) an das antiquierte Urwerk, entstaubte es und nahm die aktuell verbreitete hohe Toleranzgrenze gegenüber dargestellter Gewalt zum Anlass, Blood Feast neu zu erfinden.


Fuad Ramses (Robert Rusler) führt nicht nur zusammen mit seiner Frau Louise (Caroline Williams) und seiner Tochter Penny (Sophie Monk) ein erfolgloses Restaurant, sondern arbeitet nebenbei ebenfalls in einem Museum. Als ihm dort plötzlich die ägyptische Göttin Ishtar (Sadie Katz) erscheint und ihn mit einer alten Prophezeiung konfrontiert, verwandelt er sich zu einem Killer. Er soll ein rituelles kannibalisches Mahl veranstalten und zahlreiche Opfer für Ishtar darbieten.


Schon lange ist Marcel Walz kein unbeschriebenes Blatt mehr. Während in Deutschland seine mal mehr mal weniger erfolgreichen Filme einen erstaunlich großen Teil des Heimvideomarktes ausmachen, füllte er mit Produktionen wie Seed 2 auch die internationalen Regale. Blood Feast ist seine Neueste, die jedoch auf Basis des Originalfilms schon eine Grundbekanntheit hat. Da die Vorlage aus dem Jahre 1963 wirklich kaum nennenswerte Qualitäten liefert, entschied man sich bei der Neuverfilmung zwar die Grundgeschichte beizubehalten, jedoch inszenatorisch eine andere Richtung einzugehen.


So stellt sich Blood Feast im Jahre 2016 als Mischung aus Torture Porn und Slasher dar, der vielmehr den Fokus auf die Folterungen einzelner Opfer, als auf die im Original eher vertretenen blutigen „Ergebnisse“ setzt. Vor allem Hauptdarsteller Robert Rusler (Nightmare On Elm Street 2) merkt man den Spaß an genau diesen Sequenzen deutlich an, denn dieser kann hier seine Rolle mit ausgeschlagenem Zeiger bespielen. Auch die restliche sehr internationale Besetzung ist gelungen, da sich einige Tendenzen nach unten und einige nach oben immer gut ausgleichen. Besonders Caroline Williams (Texas Chainsaw Massacre 2) gibt in jeder Szene ihr Maximum und dominiert oft mit ihrer Präsenz.


Inhaltlich darf man allerdings auch beim Remake keine großen Sprünge erwarten. Zwar ist die Handlung gefüllter als im Original, doch gibt es einige wenige Stellen, die den weitgehend kohärenten Handlungsverlauf ab und an stocken lassen. Technisch ist Blood Feast trotz des geringen Budgets erstaunlich hochwertig und überzeugt durch eine saubere Kamera, einer soliden Beleuchtung und einem wertigen Soundtrack, welcher deutlich zur Atmosphäre des Films beiträgt.


Splattertechnisch sind Fans von Marcel Walz zwar bereits deutlich ruppigeres gewöhnt, jedoch geht es auch in Blood Feast weiterhin ordentlich zur Sache. Es gibt einige solide handwerkliche Gewalteinlagen zu bewundern, die wohldosiert und nie zu übertrieben die Handlung des Films ergänzen.


Somit ist Marcel Walz eine erstaunlich gute Modernisierung eines angestaubten Filmwerks gelungen, die nicht nur dem Original an vielen Stellen Tribut zollt, sondern auch Splatterfans von heute weitgehend befriedigen wird.

 

Bildergalerie von Blood Feast (2016) (10 Bilder)

Für die Rezension lag ein Presseexemplar vor. Eine Veröffentlichung in Deutschland steht zum aktuellen Zeitpunkt noch aus.


Das Fazit von: Mario von Czapiewski

Mario von Czapiewski

 

Blood Feast ist eine gut inszenierte und nachvollziehbar modernisierte Neuinterpretation des ersten Splatterfilms der Filmgeschichte. Während es zwar inhaltliche Stolpersteine gibt, macht die technische Seite bezüglich der Inszenierungen und der Gewalteinlagen einiges wett. So bleibt allen Horror- bzw. Splatterfans nur eines zu wünschen: Guten Appetit!


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