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Blut Rache - Blood Hunt

Originaltitel: Blood Hunt
Genre: Horror • Action
Regie: Sam Curtain
Hauptdarsteller: Dean Kirkright • Kahli Williams
Laufzeit: DVD (76 Min) • BD (79 Min)
Label: Indeed Film
FSK 18

Blut Rache - Blood Hunt   05.08.2018 von Beef Supreme

Australien ist immer eine Reise wert. Wunderschöne Landschaften, einzigartige Flora und Fauna und immer warm. Gut, manchmal rennen auch ein paar Irre durchs Gestrüpp und wollen arme Touristen ausweiden, doch dann hält man sich eben vom Outback fern. Das bedeutet aber nicht zwingend, dass es in den zivilisierteren Gegenden auch tatsächlich zivilisierter zugeht. Wenn man Blood Hunt – Blutrache Glauben schenken darf, ist Australien gerade für Frauen ein ziemlich heißes Pflaster. Und das hat nichts mit dem strahlenden Sonnenschein zu tun.

 

Inhalt


Dean und Claire wollen endlich mal so richtig Urlaub machen. Raus aus der Stadt, hinein in… die Stadt. Ok, vielleicht vögelt sich’s in einem durchschnittlich schäbigen Motel besser, wer weiß das schon. Jedenfalls verlief der Weg dorthin nicht reibungslos. Wie es sich für den Hinterwäldler von Welt gehört, jagen Jarred und seine Kumpels den zwei Turteltäubchen beim Tanken mit ihrem zurückgebliebenen Charme erst einmal gehörig Angst ein. So weit, so bekannt. Nach einem Wanderausflug des Paares treffen sie wieder auf die drei Rednecks von der Tankstelle. Zwei Maulschellen später finden wir uns bei einer Verfolgungsjagd durch das malerische australische Hinterland wieder, die selbstredend nicht gut für Dean und Claire ausgeht. Es kommt wie es kommen muss, Jarred und seine Boys wollen Spaß mit Claire und Dean mit seinem schmucken neuen Stacheldraht-Choker darf zuschauen.

 

Blood Hunt nimmt sich Zeit. Die ersten 25 Minuten dieses 65-Minuten-Streifens sind gefüllt mich nichtssagenden Dialogen über schwangere Bekannte, ungefundene Wege, Anzüglichkeiten und anderem banalen Müll. Ich hätte ja gern etwas über gelungene Charaktereinführung oder was in der Richtung geschrieben, mit solchen Dingen hält sich der Film allerdings nicht auf. Ich glaube, die Intention des Films war, dem Zuschauer eine intakte und glückliche Beziehung zu suggerieren. Das erste Treffen mit den Vergewaltigern in spe verläuft klassisch-klischeehaft, wie schon in Tucker and Dale vs. Evil treffend auf die Schippe genommen wurde. Bis dann wirklich mal was passiert, ist über die Hälfte des Films vorbei. Dann zieht der Film allerdings das Tempo an und kann mit einer handwerklich überraschend gelungenen Verfolgungsjagd aufwarten, die sogar einen gewissen Grad an Spannung erzeugen kann, obwohl das Resultat schon von Anfang an klar ist. Das Drama dieses Films beginnt allerdings erst jetzt so richtig. Wir schauen auf die inoffizielle Genre-Beschreibung: Rape and Revenge. Zumindest den ersten Teil kann der deutsche Zuschauer schon mal abhaken. So großzügig wurde hier die Schere angesetzt, dass dieser Part komplett entfällt. Claire wird zwar gefesselt doch ihr Partner Dean bekommt in der hiesigen Fassung das meiste ab. Im weiteren Verlauf wechselt der Film dann wie gewohnt zum Revenge-Geschehen. Und auch hier bietet sich das gleiche traurige Bild. Oder eben nicht. Die Schnitte fallen so drastisch aus, dass so gut wie nichts mehr zu sehen ist. Kurioserweise fällt das im ersten Moment gar nicht auf, da hier ganz auf subtiles Schneiden verzichtet wurde. Es fehlen einfach komplette Sequenzen von Anfang bis Ende. Warum gehe ich so detailliert auf Schnitte ein? Weil der Film abseits seiner Härten nichts zu bieten hat. Die Handlung ist 08/15 und deckt sich mit dem Großteil der Filme dieser Richtung. Die Umsetzung ist solide, mehr aber auch nicht und die Charaktere bleiben so flach wie das australische Hinterland. Blood Hunt, wie auch viele andere Rape and Revenge-Schinken definieren sich über die explizite Gewaltdarstellung. Und diese fehlt hier fast vollständig.

 

Bildergalerie von Blut Rache - Blood Hunt (8 Bilder)

Details der Blu-ray


Die technische Handwerkskunst bewegt sich hier im abgesenkten Mittelmaß. Gerade dunkle Szenen sind sehr verwaschen und das Bild zieht starke Schlieren nach, dass man in Teilen kaum noch was erkennt. Bei Tag sind die Farben alle sehr ausgewaschen, was wohl eine trostlose Atmosphäre erzeugen soll. Wohlwollend unterstelle ich hier mal Absicht. Der Ton hingegen geht über weite Strecken in Ordnung, auch wenn er streckenweise ziemlich dünn wirkt. Gerade bei Verfolgungsjagd oder auch später, wenn mal ein Gewehr zum Einsatz kommt, hätte ich mir mehr Druck gewünscht. Was den Score angeht, ich gestehe ich kann mich nicht mehr daran erinnern, was nicht zwingend für die gelungene musikalische Untermalung spricht, aber auch bedeutet, dass sie nicht nervt. Immerhin.


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Fiktionale Selbstjustiz und Vergewaltigung haben in Deutschland traditionsgemäß einen schweren Stand. Blood Hunt – Blutrache reiht sich da nahtlos mit anderen Genre-Vertretern wie I Spit on Your Grave oder Last House on the Left ein. Auffällig ist hier allerdings, wie drastisch und grob hier die Schere angesetzt wurde. Hier fehlen nicht einige Spitzen der Härten, sondern einfach mal alles. Es findet einfach keine Vergewaltigung statt. Was an sich zwar befürwortet werden kann, schadet dem Film aber. Genauso wird auch mit der Gewaltdarstellung verfahren, was unterm Strich einen Filmtorso übriglässt, der so gut wie keine Schauwerte vorzuweisen hat und auf allen anderen Ebenen kaum erwähnenswerter Durchschnitt ist. Krönender Abschluss dieser Zensurorgie sind die Texteinblendungen kurz vor dem Abspann, die den rechtschaffenen und zartbesaiteten deutschen Zuschauer besser schlafen lassen sollen. An Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Der Film mag in seiner ursprünglichen Fassung gut sein, die vorliegende gekürzte Blu-Ray ist es jedenfalls nicht.


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