Bravely Second™: End Layer

Bravely Second™: End Layer

Publisher: Square Enix
Entwicklerstudio: Silicon Studio
Genre: Rollenspiel
Sub-Genre: Rundenbasiertes Rollenspiel
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 26.02.2016
USK 12

Bravely Second™: End Layer   20.06.2016 von Wolf

Mit Bravely Second: End Layer erscheint der Nachfolger zu Bravely Default aus dem Jahre 2013. Bravely Second: End Layer spielt etwa zweieinhalb Jahre nach den Ereignissen aus Bravely Default. Einmal mehr gilt es für einen jungen Mann die Welt Luxendarc zu retten. Dabei trifft man laut Klappentext auf alte und neue Freunde, um Agnès, einen der Charaktere aus Bravely Default, aus den Fängen des schrecklichen Kaisers Verheer zu erretten.

 

Nach dem Spielstart geht es ohne viel Schnörkelei los. In einer gescripteten Kampfsequenz wird die bereits erwähnte Agnès von Kaiser Verheer gefangengenommen. Der Protagonist Yew ist ebenfalls anwesend, kann aber nichts ausrichten. Aus irgendeinem nicht näher erklärten Grund wird er allerdings trotz der prinzipiell tödlichen Angriffe des Kaisers nicht getötet, sondern erwacht etwa eine Woche später aus einem Koma. Was nun? Völlig klar! Beim ersten Mal hat es nicht geklappt, also bestimmt beim zweiten Mal. Und so will sich Yew gleich wieder auf den Weg zu der fliegenden Festung des Kaisers machen, um sich die nächste blutige Nase abzuholen.

 

Glücklicherweise gibt es auch noch Charaktere mit Verstand in Bravely Second: End Layer. Auf diese trifft Yew und die lange Reise durch Luxendarc beginnt. Das Spiel nutzt den durchaus umfangreichen Prolog, um den Spieler nach und nach mit allen Funktionen vertraut zu machen. Darunter  die Interaktion mit der Umgebung, Ausrüstung, Auswahl der Jobs (Klassen) und natürlich das Kampfsystem. Wie im Vorgänger kann der Spieler jedem Mitglied seiner Gruppe jederzeit, außer im Kampf, eine andere, freigespielte Klasse zuweisen, die Fertigkeiten und Ausrüstung des Charakters beeinflusst. Praktisch alle gängigen Klassen, die in ein Rollenspiel gehören, sind dabei. Darunter der Magier, der Schwertkämpfer, der Hexenmeister, der Jäger usw.

 

Das Kampfsystem entspricht im Wesentlichen dem des Vorgängers. Der Spieler kann entscheiden, ob er verteidigt (Default) oder sich voll in den Kampf stürzen will (Brave). Wählt man Default, so erhält man Brave-Punkte, die man für besonders mächtige Fähigkeiten ausgeben kann. Wählt man Brave, werden Brave-Punkte ausgegeben, man erhält aber pro Punkt eine zusätzliche Aktion. Das geht bis zu viermal. Der Witz: Die Brave-Punkte können ins Negative rutschen. Solange ein Charakter allerdings nicht mindestens auf 0 ist, kann er nicht agieren und bietet so den Gegnern mehrere Runden Angriffsfläche. Das System erlaubt es zum Beispiel, schwache Gegner in nur einer Runde zu bekämpfen, indem man einfach mittels Brave bis zu viermal auf sie eindrischt, bis sie umfallen. Bei stärkeren Gegnern sollte man mit Brave eher vorsichtig umgehen, da man sonst zu viele Runden ungedeckt herumsteht.

 

Neu hinzugekommen ist in Bravely Second: End Layer die namensgebende Bravely Second. Alle acht Stunden erhält der Spieler einen Punkt, bis zu einem Maximum von drei. Dieser Punkt kann im Kampf zu einem beliebigen Zeitpunkt ausgegeben werden um die Zeit anzuhalten und einem Charakter eine sofortige Bonusaktion zu gewähren. Des Weiteren wird man für das Besiegen aller Gegner innerhalb der ersten Runde dahingehend belohnt, dass weitere Gegner erscheinen. Je mehr Gegner man hintereinander besiegt, desto höher wird ein Bonusfaktor, mit dem am Ende die Erfahrung und der Geldgewinn multipliziert werden. Dieser Mechanismus ist ideal, um schnell Erfahrung in den einzelnen Klassen zu sammeln. 

 

Bei den vielen Kämpfen und verfügbaren Klassen bietet Bravely Second: End Layer praktischerweise viel Automatisierung. So kann sich der Spieler bis zu drei komplette Kommandosets abspeichern, die automatisiert ablaufen, so lange man möchte. Klassenwechsel sind, zumindest was die Ausrüstung angeht, auch relativ schmerzfrei. Ein "Optimieren"-Knopf ermöglicht das automatische Anlegen der für die Klasse gerade am besten geeigneten Ausrüstung. Manchmal funktioniert diese Funktion allerdings nicht so genau. Warum sollte ein Jäger mit einem Säbel und nicht mit einer Schusswaffe herumlaufen?

 

Bildergalerie von Bravely Second™: End Layer (10 Bilder)

Die Spielwelt von Bravely Second: End Layer hat einen ungewohnten Stil, ist aber prinzipiell nett anzusehen. Die 3D-Effekte sind von guter Qualität. Die Charakterzeichnungen sind auch in Ordnung. Insbesondere bei weiblichen Charakteren fällt eine gewisse Freizügigkeit in der Kleidungswahl auf. Bei der Vertonung hätte man sich noch etwas mehr Mühe geben können. Leider ist das Spiel nicht vollvertont und besitzt auch keine deutsche Sprachausgabe. Dafür kann man zwischen Englisch und dem japanischen Original wählen. 


Das Fazit von: Wolf

Wolf

Alles in allem ist Bravely Second: End Layer ein würdiger und gelungener Nachfolger von Bravely Default. Die Stärke des Spiels liegt eindeutig in seinem Kampfsystem und den vielen Klassenkombinationen, die genutzt werden können. Auch die Präsentation ist überzeugend, obwohl man sich bei deutschem Bildschirmtext auch eine deutsche Vertonung gewünscht hätte. Die Geschichte ist sehr ordentlich aber leider nicht herausragend. Hier wäre noch ein wenig Potential gewesen um eine höhere Wertung zu erreichen. Zusammengefasst haben wir hier ein rundenbasiertes Rollenspiel mit einem erstklassigen Kampfsystem aber kleinen Makeln in der Rollenspielkomponente. Für Fans von rundenbasierten Rollenspielen ist Bravely Second: End Layer daher eine klare Empfehlung. Für Fans von gutem Rollenspiel gibt es sicherlich geeignetere Titel.


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positiv negativ
  • Ordentliche Geschichte ...
  • Ordentliche Präsentation ...
  • Hervorragendes Kampfsystem
  • Hoher Automatisierungsgrad der Kämpfe, falls gewünscht
  • Viele Klassen und Kombinationsmöglichkeiten
  • ... die durchaus noch Potential nach oben hätte
  • ... leider ohne Vollvertonung und deutsche Sprachausgabe





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