Bravo Team (VR)

Bravo Team (VR)

Publisher: Sony
Entwicklerstudio: Supermassive Games
Genre: VR-Ego-Shooter
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 07.03.2018
USK 16

Bravo Team (VR)   08.03.2018 von Mario von Czapiewski

Ja, sie erscheinen noch. Die VR-Spiele für die Playstation-VR-Brille. Sony veröffentlicht noch tapfer von ihnen in Auftrag gegebene Videospiele für das Virtual-Reality-System und bringt sie selbst auf den Markt. Das von Supermassive Games programmierte Koop-Actionspiel Bravo Team ist der neueste „große Titel“ aus der Reihe „Spiele aus erster Hand“...

 

Zu Beginn befindet man sich in einem Konvoi, der eine Präsidentin eines nicht genannten Landes befördert, als dieser plötzlich von fremden Söldnern brutal überfallen wird. Mit dem einzigen überlebenden Kollegen zusammen heißt es nun zuerst das Land lebend zu verlassen.

 

Ballern, aber mit Taktik

 

Nachdem Supermassive Games mit The Inpatient ein respektables, aber um weiten nicht perfektes VR-Horrorspiel vorlegten, versuchen sie sich nun an einem taktischen Koop-Shooter für Sonys neue Spielebrille. Dass es sich bei dem Spiel um ein solches Koop-Abenteuer handelt, merkt man auch im Einzelspielermodus. Grundsätzlich ist man in Bravo Team nämlich mit einem KI-Partner unterwegs, der wahlweise im Online-Modus auch von einem menschlichen Spieler gesteuert werden kann. Spielt man jedoch mit der digitalen KI kann man der Figur rudimentäre Befehle über einen der Sticks des Controllers geben. Ziel des Spiels ist es zumeist einen bestimmten Punkt im linearen Level zu erreichen und sich dabei aus der Deckung gegen zahlreiche feindliche Soldaten zu verteidigen.

 

Wie? Ich darf nicht selber laufen?

 

Gesteuert wird das Ganze wahlweise mit dem Standard-Controller oder dem neuen Aim-Controller, der schon im Sci-Fi-Shooter Farpoint Verwendung fand. Farpoint ist überhaupt ein schönes Vergleichsspiel, denn besonders in der Steuerung zeigen sich die Defizite von Bravo Team. Bewegung ist ausschließlich von Deckung zu Deckung möglich und so klickt man sich relativ unspektakulär von einer Position zur nächsten, verlässt bei Positionswechsel sogar die Ego-Perspektive und betrachtet seine eigene Figur bei der Bewegung. Dies zerstört nicht nur ständig die Immersion, sondern tötet auch ein mögliches flüssiges Gameplay. Einziger Vorteil: Motionsickness kommt im Grunde gar nicht auf. Dennoch hätte die optionale Möglichkeit zur freien Bewegung - ähnlich wie im Vergleichsspiel Farpoint - gefallen. So springt man also von Deckung zur Deckung und entledigt sich der Gegner via Schusswaffen. Somit fühlt sich das Spiel an vielen Stellen wie eine Schießbude oder ein Lightgun-Shooter an, da man nie so richtig ausweichen oder frei seine Bewegung bestimmen kann. Auch kann während eines Positionswechsels nicht geschossen werden.

 

Der Umfang

 

Besonders umfangreich ist Bravo Team (ähnlich wie schon The Inpatient) leider nicht. Nach ca. drei bis maximal vier Stunden hat man die sechs Level durchgespielt und kann sich im Nachhinein noch mit einem freien Punktemodus beschäftigen. Multiplayer im Stile eines Deathmach-Modus gibt es nicht.

 

Technisch: Oho!

 

Grafisch hingegen ist Bravo Team teilweise recht beeindruckend. Die Waffenmodelle sind sehr schick und die Umgebungen abwechslungsreich und detailliert. Einzig ein kleiner Unschärfering in der Sicht fällt etwas negativ auf, welcher möglicherweise Motionsickness vorbeugen soll oder aufgrund der schwächeren Leistung der Playstation 4 Berechnungsressourcen einspart. Doch der überzeugende Ton gleicht diese wenigen technischen Mängel aus und zieht den Spieler während der hitzigen Feuergefechte in den Bann. Die Playstation 4 Pro erweitert die optischen Möglichkeiten des Spiels zusätzlich.


Was bleibt am Ende?

 

Damit ist Bravo Team zwar ein ambitioniertes und durchaus unterhaltsames VR-Spiel geworden, kann aber mit einem Brummer wie Farpoint nicht mithalten. Für ca. 40 Euro bekommt man hier drei bis vier Stunden VR-Spaß auf höherem Niveau, wenn man sich für taktische Schießbuden mit guter Optik interessiert.

 

Bildergalerie von Bravo Team (VR) (9 Bilder)


Das Fazit von: Mario von Czapiewski

Mario von Czapiewski

 

Bravo Team ist ein taktischer VR-Shooter zum Midprice, der bis zu vier Stunden Koop-Spielspaß bietet und dann recht schnell uninteressant wird. Die Technik ist sehr gelungen, die Steuerung ausbaufähig und das Immersionsgefühl nur teilweise gelungen. Für Actionfans mit VR-Fetisch zu empfehlen.


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positiv negativ
  • teilweise sehr schöne Grafik
  • viele Gegner, viel Geballer
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  • wenig Umfang
  • unspektakuläre Geschichte





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