Call of Duty: Black Ops Declassified

Call of Duty: Black Ops Declassified

Publisher: Activision
Entwicklerstudio: Nihilistic
Genre: Action
Sub-Genre: Ego-Shooter
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 13.11.2012
USK 18

Call of Duty: Black Ops Declassified   11.03.2013 von Torsten

Unlängst wurde der nächste COD-Titel angekündigt, dieses Mal erhält die „Modern Warfare“-Abteilung einen prestigeträchtigen Nachfolger, der erwartungsgemäß wenig Neues bieten wird. Verkaufen wird sich das Spiel jedoch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder einmal sehr gut, der großen Beliebtheit der Serie sei Dank. Für die Playstation Vita gab es Ende letzten Jahres dann auch einen eigenen Ableger. Nach den bisher eher mäßigen Erfolgen beliebter Spiele auf dieser Konsole könnte Call of Duty: Declassified das Blatt eventuell wenden. Der Konjunktiv jedoch birgt die Gefahr der Enttäuschung, wir klären woran es liegen könnte.

 

 

Offline, Oldschool, Hirnlos...

An dieser Stelle käme nun eigentlich die Beschreibung einer grandios inszenierten Einzelspielerkampagne, die mit gescripteten Ereignissen und actionreichen Wendungen den Grundstein des Erfolgs der beliebtesten Shooter-Serie gelegt hat. All dies findet beim Serienableger auf der PS Vita allerdings keine Anwendung. Stattdessen füllen Einzelmissionen die so entstandene Lücke. Zehn Stück sind es an der Zahl, jedes davon wird mit einer Zwischensequenz eingeleitet, die zumindest den Eindruck einer zusammenhängenden Story vermitteln soll. In Wahrheit entpuppen sich die Missionen allerdings als zusammenhangslose, zwischen zwei und sechs Minuten andauernde, Spielschnipsel. Die Gesamtdauer von unter einer Stunde krönt außerdem den Negativ-Rekord einer immer kürzer werdenden Einzelspieler-Spielzeit. Getoppt wird das Fiasko dann durch eine KI, die an längst vergessene Tage erinnert, in denen schlau vorgehende Gegner noch nicht vorstellbar waren. So verbleiben Gegenspieler beharrlich auf ihrer Position, selbst wenn ihre Deckung längst flankiert wurde. Oder aber sie rennen geradlinig auf den Spieler zu oder verlassen ihre Deckung nur um ihren Rücken zu präsentieren, der sich viel einfacher unter Feuer nehmen lässt. Zusammenhängende Taktik oder strategisch nachvollziehbares Verhalten Fehlanzeige. Ausgeglichen wird diese fehlende Fähigkeit, sich der Situation des Kampfgeschehens anzupassen, mit geradezu unfehlbarem Zielvermögen. Selbst auf der einfachsten Schwierigkeitsstufe schießen die KI-Soldaten nicht daneben, fehlende Checkpoints lassen da schnell Frust aufkommen, da die Missionen immer an einem Stück zu erledigen sind. Glücklicherweise sind sie ja nicht allzu lang und das Verhalten der Gegner immer das Gleiche. So heißt es, eine Mission „auswendig zu lernen“, um sie zu meistern. Als Motivation soll hier die am Ende vergebene Punktzahl herhalten. Trophäen-Jäger können sich außerdem mit Fleißarbeit hier eine Platin-Trophäe erspielen, ohne auch nur einen einzigen Online-Kill erzielt zu haben.

 

Der „Wenigerspieler-Modus“

Offline gibt es also nur die Highscore-Jagd, bleibt ja immer noch der Online-Spielmodus. Dieser ist bei einem Handheld, das sich nicht so großartig verkauft hat wie man gehofft hatte, natürlich immer so eine Sache. „Free-for-all“, „Team Deathmatch“, „Abwurfzone“ und "Abschuss bestätigt" stehen dort zur Auswahl und in Ermangelung eines Serverbrowsers sind spielfreudige Spieler auf das Matchmaking-System angewiesen. Die maximale Spieleranzahl ist auf acht Plätze beschränkt, doch viel mehr Spieler würden wahrscheinlich sonst sowieso nicht zusammenfinden. Immerhin wurde der anfangs sehr fehlerhafte Netzwerk-Code mittlerweile überarbeitet und Spiele werden nun auch vermehrt bis zum Ende ausgetragen, Abstürze sind eher selten geworden. Lags und Disconnects kommen jedoch auch mit einer WLAN-Verbindung noch vor. Unterwegs mit einer 3G-Verbindung erhöht sich die Latenz, so dass das Spielvergnügen mit Verzögerungen geschmälert wird. Wer auf Verzögerungen verzichten möchte und Freunde mit einer PS Vita in der Umgebung wohnen hat, der darf sich auch „Adhoc verbinden“. Dadurch fällt die Spieleranzahl noch weiter, hier sind lediglich vier Spieler erlaubt. Alles in allem ist das Online-Angebot etwas enttäuschend und gleicht mehr einem „Call of Duty Light“, wenn allerdings erst einmal eine stabile Verbindung gefunden ist, so kommt in diesem Modus wenigstens der Spaß auf, der die Erinnerungs-Rezeptoren im Kleinhirn aktiviert und so an das Heimkonsolen-Erlebnis erinnert.

 

Bildergalerie von Call of Duty: Black Ops Declassified (7 Bilder)

Der Einäugige unter den Blinden

Auf dem ersten Blick schaut es recht passabel aus, doch der Eindruck trübt sich bei genauerer Betrachtung etwas. Matschige Texturen sind zuhauf anzutreffen, Animationen wirken hier und da arg steif. Die technischen Möglichkeiten einer PS Vita werden hier sicherlich nicht aufgezeigt, dafür bleibt es jederzeit flüssig - stärkere Einbrüche der Bildrate sind nicht anzutreffen. Und hässlich sieht es nun beileibe auch nicht aus. Es gibt sogar recht nette Szenen, in denen Staubverwirbelungen und hübsche Partikeleffekte an die grafischen Aha-Momente der aktuellen Heimkonsolen-Generation erinnern.

 

Anfängliche Soundprobleme der ersten Release-Versionen sind mittlerweile behoben. Etwas fad bleibt der Eindruck der akustischen Untermalung dennoch. Einige Soundeffekte wirken falsch abgestimmt und erzeugen so nicht die rechte Atmosphäre, die COD-Liebhaber gewohnt sind.


Das Fazit von: Torsten

Torsten

Ein Call of Duty ohne die einfältige und doch immer wieder beeindruckende Kampagne. Mit diesem Einzeiler wird der Kaufanreiz für einen Großteil der Konsolen-Spieler bereits dahinsiechen. Stattdessen gibt es eine sehr überschaubare Anzahl an Einzel-Missionen, die für geübte Spieler in etwa einer Stunde abgearbeitet sind. Danach motivieren allenfalls der Highscore oder die Trophäen-Hatz. Die Anhängerschaft der Online-Fraktion darf dagegen endlich aufatmen. Der anfangs äußerst instabile Mehrspieler-Modus ist mittlerweile recht spielbar gepatched und bietet somit zumindest den WLAN-Nutzern eine gehörige Portion Spaß. Mit 3G-Karte kommt es allerdings zu starken Verzögerungen, die einer höheren Latenz geschuldet sind. Damit ist Call of Duty: Declassified vorrangig ein Spiel für zuhause auf einem mobilen Handheld. Der damit verbundene Widerspruch erklärt die durchschnittliche Wertung einer etwas lieblos wirkenden Umsetzung.


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