Call of Juarez - Bound in Blood

Call of Juarez - Bound in Blood

Publisher: Ubisoft
Genre: Action
Sub-Genre: 3rd Person Shooter
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 02.07.2009
USK 18

Call of Juarez - Bound in Blood   20.07.2009 von Panikmike

Für jeden der Clint Eastwood schon einmal nachspielen wollte, kann man Call of Juarez – Bound in Blood empfehlen. Hier gibt es aber nicht nur Duelle gegen Endbosse, sondern jede Menge Action, eine tolle Story und einen guten Mehrspielermodus bis zu 12 Spieler. Hier könnt ihr noch mehr erfahren…

Für viele von uns ist der Alltag ein Graus. Jeden Tag arbeiten, am Wochenende dann ausspannen, wobei der Nachbar uns am frühen Morgen mit dem Rasenmäher weckt. Diskussionen über Killer-Spiel-Spieler, Gesetze übers Rauchverbot und all so ein Kram. Doch meint ihr denn das Leben früher war besser? Versetzen wir uns mal ein paar Jährchen zurück. In der Westernzeit gab es keinen Supermarkt um die Ecke, in dem ich alles kaufen konnte. Es gab keine deutsche Bahn, sondern nur langsame Züge und Kutschen, die nicht immer pünktlich ankamen. Partys gab es generell nur in kleinem Umfang und zwar im Saloon. Aber auch früher wurden schon gewisse Gesetze eingeführt und diese wurden dann in Form eines Sheriffs kontrolliert. Allerdings gab es einen gravierenden Unterschied: Wer früher keine Waffe an sich trug, der konnte seinen Sarg eh schon beim Schreiner bestellen. Der Tod lauerte in jeder Ecke. Diese Erkenntnis machten auch die McCall Brüder, einen davon könnt ihr in „Call of Juarez – Bound in Blood“ spielen.

Fast in jedem der Abschnitte könnt ihr die Spielfigur wählen. Entweder ihr nehmt den taffen Ray, der mit zwei schönen Knarren und Dynamit ausgestattet ist. Sein Spezialgebiet ist die Zerstörung, ohne lang nachzudenken. Im Unterschied zu seinem Bruder Thomas hat Ray auch mehr Lebensenergie, um im Kampf länger zu überleben. Thomas hingegen ist eher der Geduldige der beiden, er hat ein Lasso bei sich und kann mit diesem Orte erklimmen, von denen sein Bruder nur träumt. Auch die Schnelligkeit ist sein Vorteil, er könnte seinen Bruder locker davonlaufen.

Das Spiel selbst ist ein Prequel, alles geschieht ein paar Jahre vor dem ersten Teil. Während des berühmten Bürgerkrieges Nord- gegen Südstaaten fliehen die Brüder während des Kampfes. Doch vom Staat her gesehen ist das eine Verletzung gegen gültige Gesetze und wird normalerweise mit Erhängen bestraft. Das wollen die McCalls natürlich verhindern und versuchen, so schnell wie möglich nach Hause zu ihrem anderen Bruder zu kommen. Dieser ist noch in der Stadt geblieben und übt immer noch seinen Beruf als Priester aus. Da alle drei kaum mehr Hab und Gut haben, beschließen sie, weiter in den Süden zu gehen. Ihr spielt die ersten Einführungsmissionen und dann seid ihr am Zug. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn wenn der Gegner schneller als ihr zieht, so könnt ihr euch schnell eingraben lassen. So tingelt ihr im seltensten Fall alleine durch die Gegend, meistens habt ihr eine Begleitung, die die künstliche Intelligenz übernimmt. Leider hat es Ubisoft nicht geschafft, einen Koopmodus einzubauen. So ein Spielprinzip schreit doch gerade nach einem Mehrspielermodus an einer Konsole bzw. auch übers Internet. Jedoch müsst ihr hier immer mit der künstlichen Intelligenz vorlieb nehmen. Diese ist zwar nicht dumm, doch erwartet euch bitte nicht zu viel davon! Ebenso verhalten sich die Gegner zwar intelligent, aber komplexe Manöver könnt ihr vergebens suchen. Klar reicht es vor erst, wenn sich die Gegner verstecken, in Deckung gehen und ausweichen, doch das ist fast in jedem Spiel so. Wichtiger wäre es, wenn es einen Flanken-Angriff geben würde, wenn ihr eingekreist werden könntet oder irgendwas in der Form. Aber wie gesagt, die KI ist in Ordnung und fordert euch besonders auf dem schwersten Schwierigkeitsgrad! Da ist eines sehr wichtig, immer schön in Deckung gehen.

Doch was unterscheidet Call of Juarez von einem anderen Shooter. Ja klar, das Szenario, aber was noch? Zum Beispiel der Duell Modus. Ihr kämpft auch hier immer wieder gegen Endgegner, aber diese sind spektakulärer eingebaut. Ihr müsst nicht die endloslange Lebensleiste nach unten bringen, wie es bei vielen Vertretern des Genres gerne eingebaut wird, nein hier ist es anders. Ihr duelliert euch wie damals im Wilden Westen. Man steht ca. 10 Meter auseinander und sucht sich erstmal eine günstige Standposition. Dann immer auf den Gegner achten, denn sobald das Signal kommt, müsst ihr euren Finger zucken und der Schuss löst sich aus eurer Pistole. Es ist quasi ein Reflexduell gegen den Computer. So schön wie sich das Ganze anhört, so ist es auch umgesetzt. Man kommt sich vor wie in einem schönen Western mit Clint Eastwood und ich denke jeder wollte schon mal Clint sein, oder?

Schön gemacht ist auch der Konzentrationsmodus. Es gibt zwar ähnliche Formen in diversen anderen Shootern, aber hier passt es einfach unglaublich gut ins gesamte Konzept. Wenn ihr Gegner abballert, so füllt sich rechts oben eine Anzeige in Form von einer Munitionskammer. Ist diese aufgefüllt, so habt ihr 60 Sekunden lang die Chance, die „B“ Taste zu drücken und den Modus zu aktivieren. Das macht aber nur dann Sinn, wenn einige Gegner in Reichweite sind. Ist dies geschehen, so wird das Bild angehalten und ihr könnt ein paar Sekunden lang alle Ziele markieren. Sobald die Zeit abgelaufen ist, werden dann automatisch die Schüsse gelöst und ihr seht dann auch schon blitzschnell die Gegner zu Boden gehen. Beide Brüder beherrschen diese Taktik, jedoch muss man bei Thomas manuell den Abzug ziehen.

Die Grafik des Spiels ist wirklich eine Augenweide, die Landschaften sehen unglaublich schön und detailreich aus. Leider wirkt das nur auf größere Distanzen, denn wenn man sich die Texturen aus der Nähe ansieht, so wirken sie zum Teil ein wenig pixelig. Leider sind die Texturen auch bei einer großen Schnelligkeit, wie zum Beispiel beim Reiten auf den Pferden, ein wenig verwaschen. Allerdings arbeitet die Engine unglaublich gut, denn auch bei vielen Gegnern bleibt alles flüssig. Beim Sound ist generell alles in Ordnung. Die Musik passt durchweg zum Spielfluss und auch die Soundeffekte sind gut ins Geschehen integriert. Alles hört sich authentisch an und auch die deutsche Übersetzung ist sehr gut gelungen. Manchmal ist zwar ein wenig Lieblosigkeit der Sprecher hörbar, aber das ist nicht weiter schlimm.

Anders wie im ersten Teil, hat man bei den Mehrspielermodi von Teil 2 weitaus mehr Spaß. Es gibt zum Beispiel einen neuen Modus, der sich „Wild West Legends“ nennt. Hier bildet der Spieler mit den anderen Spielern ein Team und hat zur Aufgabe, gewisse Missionsziele zu schaffen. Zum Beispiel kann man hier Jagd auf Billy the Kid machen. Auch der Modus „Manhunt“ ist neu. Hier ist einer des Teams ein besonderer Verbrecher, der gesucht wird. Das Team hat die Aufgabe den Auserwählten zu beschützen. Natürlich sind auch die Standardmodi wie Teamdeathmatch und Jeder gegen Jeden vorhanden. Das Schöne daran ist, man hat auch verschiedene Charakterklassen, die sich sogar in Lebensenergie, Waffen und Geschwindigkeit unterscheiden. Gut gemacht Ubisoft, so soll ein Mehrspielermodus sein!


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Also ich bin begeistert. Ich muss peinlicherweise gestehen, dass ich den ersten Teil nicht gespielt habe. Umso mehr habe ich mich allerdings auf „Bound in Blood“ gefreut. Die Grafik hat mich fasziniert, das Setting ist generell mein Ding und die Story ist endlich mal wieder ohne Makel. Gruß an Hollywood: Wie wär es denn mit einem Call of Juarez-Film? Als Shooterfan kann ich wirklich jedem dieses Spiel uneingeschränkt empfehlen. Gute Action, endlich mal weg vom Weltkrieg, ein guter Mehrspielermodus und das alles in einer fast perfekten Ausführung! Die wenigen Makel sind komischerweise auf einen Schlag vergessen und vergeben. Ja so schnell kann es gehen, wenn der Rest stimmt. Weiter so Ubisoft, wir wollen Downloadcontent und einen Teil 3, aber schnell…


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positiv negativ
  • Tolles Szenario
  • Auswahl aus zwei Charakteren
  • Sehr gute Story
  • Gut passende Textpassagen nach jedem Level
  • Guter Mehrspielermodus
  • Passabler Schwierigkeitsgrad
  • Toller Duell- und Konzentrationsmodus
  • Schöne Integration des zweiten Spielers
  • KI könnte besser sein
  • Teils verwaschene und pixelige Texturen
  • Leider keine animierten Zwischensequenzen
  • Kein Koopmodus!





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