Cartagena

Cartagena

Genre: Brettspiel
Autor: Leo Colovini
Spieleverlag: Ravensburger
Empfohlenes Alter: 8+
Spieldauer: 20-45 Minuten
Anzahl Spieler: 2-5

Cartagena   23.11.2014 von Panikmike

Wie fühlt Ihr Euch, wenn nur ein schmaler Dschungelpfad vor Euch liegt und hinter Euch viele Piraten sind, die alle auf ein Ruderboot kommen wollen. Die Rede ist nicht von einem Horrorfilm oder Computerspiel, sondern von der Neuauflage Cartagena vom Ravensburger Spieleverlag. Worum es in den Spiel geht und ob es uns gefallen hat, könnt Ihr hier nachlesen …

 

Das Spielbrett, das Material und die Vorbereitung

 

Oftmals muss bei Brettspielen viel aufgebaut und vorbereitet werden. Bei Cartagena hingegen dauert die Vorbereitungsphase nicht einmal drei Minuten. Beim ersten Start löst man die sechs Elemente des Spielbretts aus dem Karton und öffnet die Plastikverpackung der Spielfiguren und der Spielkarten. Nachdem man das Spielbrett innerhalb von ein paar Sekunden auf den Tisch gelegt, die Spielfiguren und Spielkarten verteilt hat, kann es eigentlich auch schon losgehen. Zuvor sollte man sich allerdings die Anleitung durchlesen, was circa zehn Minuten in Anspruch nimmt.

 

Die Qualität des Spiels ist absolut in Ordnung, auch wenn man sich keine hochwertigen Spielfiguren und Karten erwarten darf. Die 25 Piraten werden in fünf verschiedenen Farben geliefert, Details oder eine Bemalung haben sie nicht. Das Spielbrett ist schick gestaltet, ohne dabei aber viele Details zu zeigen. Ebenso wurden die Spielkarten gemacht: schlicht, aber durchaus passend. Das Spielbrett ist aus einem dicken Karton, sodass auch bei mehrmaligen Spielen sicherlich kein Bruch oder Schaden passieren wird. Die einfach gestalteten Piraten haben aber auch einen Vorteil, es kann nichts abbrechen oder kaputt gehen.

 

Die Anleitung

 

Als ich die Anleitung gesehen habe fiel mir ein Stein vom Herzen. Oft sind die Anleitungen mehrere Seiten lang und man muss sich viele Regeln merken. Die Anleitung von Cartagena hingegen ist sehr kurz und einfach gehalten. Auf der ersten der vier Seiten ist lediglich der Inhalt der Box aufgelistet und auf der vierten Seite ist ein Beispielzug, um die Regeln besser zu verstehen. Diese sind aber super einfach und werden auf den verbleibenden zwei Seiten erklärt. Das Spiel kann in zwei Varianten gespielt werden, beide sind sehr gut beschrieben. So soll es sein: ein einfaches Spiel mit einfachen Regeln, welches aber auf Dauer unterhalten kann und auch fordert!

 

Das Spielziel

 

Jeder der zwei bis fünf Spieler muss versuchen, seine Piraten durch einen schmalen Dschungelpfad zu bringen. Am Ende steht ein Ruderboot, und das ist die einzige Rettung von der südamerikanischen Stadt Cartagena. Doch nur durch geschicktes Ausspielen der Karten und dem Beobachten der anderen Spieler habt Ihr die Chance, als erstes alle Piraten auf das Boot zu bringen. Also braucht Ihr in dem Spiel nicht nur eine gehörige Portion Glück, sondern auch Beobachtungsgabe, Taktikgefühl und eine Strategie.

 

Der Spielablauf

 

Sobald das Spielbrett aufgebaut ist und die Piratenfiguren, die Karten und die Flaggen verteilt wurden, kann es auch schon losgehen. Jeder Spieler hat in der einfachen Version zwei Aktionsmöglichkeiten, im Profispiel gibt es drei davon. Die Aktionspunkte kann man entweder dafür einsetzen, dass ein Pirat nach vorne gebracht wird, oder aber um neue Karten vom Stapel ziehen zu dürfen.

 

Die Bewegung

Der Pfad auf dem Spielbrett hat sechs verschiedene Symbole (Enterhaken, Pistole, Schlüssel, Rumflasche, Laterne und Fernrohr), zu denen es jeweils 15 Spielkarten gibt. Am Anfang hat jeder Spieler sechs der Karten, welche zufällig gezogen werden. Die Bewegung eines Piraten ist ganz einfach: Eine Karte wird gespielt und die Spielfigur darf dann auf das nächstgelegene Symbol gezogen werden. Sind zum Beispiel die kommenden drei Symbole von anderen Spielfiguren belegt, dann darf der Pirat des Spielers auf das vierte Symbol des Typs ziehen. So kommt man voran und muss stets die anderen Spieler und seine eigenen Karten im Auge behalten. Durch Taktik und Geschick kann der Spieler so weite Strecken überwinden, indem nur eine Karte gespielt wird. Das Problem ist aber, dass die Karten nach und nach weniger werden. Um dann neue zu bekommen, muss die zweite Aktion durchgeführt werden.

 

Karten nachziehen

Um neue Karten zu bekommen, muss ein Pirat nach hinten ziehen. Die Spielfigur des Spielers muss auf das letzte Feld hinter dem Spieler, auf dem sich mindestens ein Pirat befindet, ziehen. Auch hier ist es wichtig, Taktik und Geschick mit ins Spiel zu bringen, sodass die eigene Spielfigur keinen weiten Weg verliert. Je nach dem wie viele Piraten sich am dem Rückzugsfeld befinden, bekommt der Spieler dementsprechend neue Karten. Bei einem Pirat gibt es eine Karte, bei zwei Piraten gibt es zwei Karten. Weiter geht es nicht, da maximal drei Spielfiguren auf einem Feld stehen dürfen. Leere Felder, wie auch Felder mit drei Piraten werden dabei ignoriert. Umso genauer muss man aufpassen, dass der Rückzug nicht zu weit geht.

 

Jeder Spieler darf pro Runde zwei Aktionen – wie oben beschrieben – durchführen. Dabei ist es egal, ob man den selben Piraten benutzt, oder aber eine Aktion zweimal hintereinander durchführt. Wer es ein wenig spannender und fordernder haben möchte, der kann die Profi-Variante spielen. Anstatt fünf werden alle sechs Spielbrettfelder ausgelegt und der Spieler muss fünf anstatt nur vier Piraten aufs Boot bringen. Dafür bekommt aber auch jeder einen zusätzlichen Aktionspunkt, sodass die Planung umso wichtiger wird.

 

Bildergalerie von Cartagena (10 Bilder)

Lieferumfang

 

  • 6 Spielplanteile
  • 1 Sammelplatz (Startpunkt)
  • 1 Ruderboot (Endpunkt)
  • 25 Piratenfiguren in fünf verschiedenen Farben
  • 5 verschiedenfarbige Flaggen
  • 90 Spielkarten mit sechs verschiedenen Symbolen

Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Endlich einmal ein Brettspiel, das man mit so gut wie jedem Spieler spielen kann, ohne vorher endlos viel Zeit für die Erklärung zu opfern. Cartagena ist ein netter Zeitvertreib für jeden, der zumindest ein kleines Faible für Brettspiele hat. Die Regeln sind super einfach, und dennoch ist das Spiel fordernd und sehr taktisch. Ebenso kann es in verschiedenen Varianten gespielt werden, um somit für Profis mehr Schwung ins Spiel zu bringen. Auch wenn nur zwei Regelarten beschrieben sind, so kann man sich selbst eigene Regeln für ein noch schwierigeres Spiel zusammenstellen. So kann man zum Beispiel einführen, dass pro Runde nur einmal Karten nachgezogen werden dürfen oder aber nur, wenn kein eigener Pirat auf dem Rückzugfeld steht. Doch egal wie man Cartagena spielt, es macht auf alle Fälle richtig viel Spaß – egal ob für Jung oder Alt.


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