Crips and Bloods

Crips and Bloods

Originaltitel: Crips and Bloods: Made in America
Genre: Dokumentation
Regie: Stacy Peralta
Laufzeit: 90 Minuten
FSK 12

Crips and Bloods   27.09.2009 von xXMaNu3lXx

Auf den Straßen von South Central, Los Angeles herrschen zwei Banden, die aus den gleichen Gründen zustande kamen: Angst – Unterdrückung – Hoffnungslosigkeit! In der Dokumentation „Crips and Bloods“ wird sehr deutlich, was die Menschen in dieser Gegend mitmachen müssen und wie es zu den Auseinandersetzungen gekommen ist, die noch bis heute andauern.

Es stellt sich bereits am Anfang der Dokumentation die Frage, die auch die leitende Regisseurin Stacy Peralta (ihres Zeichens berühmte Skaterin) vertritt, warum es in diesem Land zu solch einer Todesspirale gekommen ist? Ich denke, das Wort kann man durchaus behaupten, wenn Jugendliche Gangs bilden und sich mit automatischen Waffen ausrüsten um sich gegenseitig das Leben zu rauben. In dem Fall die Regierung zusieht, dass die Banden größer und mächtiger werden bzw. über 40 Jahre ein Bandenkrieg tobt, der über 150.000 Menschen aus allen Altersschichten das Leben kostet. Doch in South Los Angeles war und ist es noch heute so! Warum es dazu kam, möchte ich euch in den weiteren Zeilen näher bringen. Während des zweiten Weltkrieges wurden die afroamerikanischen Bürger vermehrt in die Großstädte wie Los Angeles und New York geholt, um hauptsächlich die Waffenindustrie zu unterstützen. Nach Ende des Krieges wechselten sie in die Autoindustrie, wie zum Beispiel Goodyear, Ford, Daimler und viele andere große Unternehmen, die ihren Sitz in den Vereinigten Staaten hatten. Dadurch stiegen viele dunkelhäutige Bürger in den Mittelstand auf, konnten sich Autos leisten, eine Familie gründen und waren glücklich mit ihrem Leben. Doch als der „Boom“ verflog, verschwanden auch die großen Arbeitgeber und damit auch sehr viele Arbeitsplätze – übrig blieben kahle Landstriche. Die Polizei von LA isolierte alle Afroamerikaner, um in den bekannten Metropolen wie den Beverly Hills oder Bell Air den weißen Bürgern ein unbeschwertes Leben zu bieten – es bildete sich eine „virtuelle“ Grenze zwischen „Schwarzen“ und „Weißen“, die unter keinen Umständen überschritten werden durfte. Die Polizei patrollierte täglich in South LA, kontrollierte Autofahrer, sprach dunkelhäutige Bürger auf der Straße an: „Was macht du hier? Wo kommst du her? Geh zurück in dein Haus!“ All diese Kontrollen und die Isolation hatten zur Folge, dass sich in gewisser Weise ein Selbsthass in den Menschen aufbaute, da man in den Augen der Weißen nichts wert war und eigentlich nicht existieren sollte. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis das Fass zum Überlaufen gebracht wurde und es zu einer Eskalation kam!

Somit kam es in den 60er Jahren zu einer ersten großen Auseinandersetzung zwischen Polizeikräften und den afroamerikanischen Einwohnern in den Straßen von South LA. Anschließend bildeten sich zwei Ganggruppen, die „Crips“ und die „Bloods“. Beide entstanden aus Angst, Armut, Hilflosigkeit und Hass gegen die Polizei bzw. den weißen Einwohnern der USA. Einen bitteren Beigeschmack hatte das Ganze natürlich. Zum einen teilten die beiden Banden einzelne Straßen, Gebiete und Geschäfte unter einander auf und bekriegten sich dadurch. Zum anderen kamen über 60.000 Soldaten der Nationalgarde, um das „Problem“ einzudämmen. Straßensperren wurden aufgestellt, Grenzen geschaffen und die Bürger von South Central, alle dunkelhäutig, wurden zum Abschuss freigegeben! Jeder, der über die Grenzen fuhr, ging oder sich der Nationalgarde wiedersetzte, wurde von den Augen der anderen erschossen oder in Parks erhängt – ein erschütterndes Resultat, wenn man die bisherigen Hintergründe der Aufstände der „coloured People“ kennt!

Durch verschiedene Interviews kommt in „Crips and Bloods“ aber noch zusätzlich die Hilflosigkeit der einzelnen Bewohner hervor, denn wie tief muss die Verzweiflung bei den Menschen sitzen, wenn ein kleiner Junge mit einer Waffe aufwächst und keine andere Möglichkeit sieht, sich einer Gang anzuschließen, mit Drogen zu handeln und andere Leute zu erschießen?! Es würde sicherlich den Rahmen sprengen und es wäre nicht Sinn und Zweck eines Artikels, jetzt den gesamten Inhalt wiederzugeben, deshalb möchte ich zu einem abschließenden Statement kommen.

Die Dokumentation von Stacy Peralta ist sehr gut umgesetzt. Die DVD ist mit den aktuellen Standards umgesetzt und mit teils historischem Videomaterial und zeitgemäßer Musik wird die geschichtliche Dokumentation zusätzlich untermalt und frischt das Ganze etwas auf. Während der gesamten Spieldauer konnte mich die Geschichte packen, da sie eine wahre Begebenheit ist und ich durchaus erschüttert über die Umstände und die Entstehung des ganzen „Krieges“ war.


Das Fazit von: xXMaNu3lXx

xXMaNu3lXx

Zum Abschluss möchte ich euch noch ein Fazit zu „Crips and Bloods“ mit auf den Weg geben. Ich finde die Dokumentation überaus sehenswert, da mir die Problematik und die Bandenkriege in Los Angeles noch nicht bekannt waren und die Entstehungsgründe der ganzen Bewegung durchaus erschütternd sind. Die Qualität und Aufmachung des Films kann mit der heutigen Zeit durchaus mithalten. Auch den Zuschauern unter uns, die nicht allzu viel mit geschichtlichen Themen anfangen können, möchte ich die DVD ans Herz legen, da die Geschichte durchaus frisch und keineswegs trocken erzählt ist – der Krieg ist außerdem bis heute noch nicht vorbei!


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