Das Monster von London

Das Monster von London

Originaltitel: Dr. Pride, Mr. Hyde
Genre: Horror • Drama
Regie: William Crain
Hauptdarsteller: Bernie Casey • Rosalind Cash
Label: Mr. Banker Films
FSK 16

Das Monster von London    08.09.2018 von MarS

Blaxploitation - Dieser Begriff beschreibt eine Filmgattung von billig produzierten Streifen mit überwiegend afroamerikanischer Besetzung und teilweise expliziter Darstellung von Nacktheit und Gewalt. In der Blütezeit des Blaxploitationkinos entstanden auch zahlreiche Abwandlungen von "weißen" Geschichten, wie beispielsweise der vorliegende Das Monster von London...

 

Inhalt

 

Dr. Henry Pride ist ein Arzt, der in seiner Freizeit an der Entwicklung eines Mittels zur Regeneration defekter Leberzellen arbeitet. Bisher waren alle Tests an Versuchstieren erfolglos, weshalb sich Dr. Pride eines Tages dazu entscheidet, sein Mittel an einer menschlichen Patientin zu erproben. Doch die bereits todkranke Frau bäumt sich nur in einem aggressiven Anfall kurzzeitig auf, bevor sie stirbt. Trotz dieses herben Rückschlags gibt Dr. Pride nicht auf und spritzt sich sein entwickeltes Serum kurzerhand selbst, doch bereits kurz darauf beginnt er sich zu verändern. Als entstelltes Monster streift er durch die Nacht, getrieben von Zorn und der Begierde nach seiner Patientin Linda, einer Prostituierten...

 

Viel passender als der deutsche Titel Das Monster von London ist der Originaltitel Dr. Pride, Mr. Hyde, denn tatsächlich handelt es sich bei dem Blaxploitation-Streifen um eine eigenwillige Adaption der klassischen Horrorgeschichte von Dr. Jekyll und Mr. Hyde mit einer Prise King Kong. Dabei verwendet Regisseur William Crain, der mit Blacula im Jahr 1972 einen echten Blaxploitation-Klassiker geschaffen hatte, prinzipiell alle nötigen Elemente des Genres, wie beispielsweise einen lässigen Disco-Soundtrack, nackte Haut und Gewaltausbrüche. Gerade die beiden Letzteren sind allerdings sehr überschaubar ausgefallen und sorgen damit nur minimal für Mehrwert. Während Nacktheit hier nur am Rande zu sehen ist, beschränken sich die Actionszenen überwiegend auf hölzerne Schlägereien und ein paar Würfe von Gegner durch die Luft, was mehr als unspektakulär aussieht. Ebenso träge wie die eingesetzten Stilelemente ist die Geschichte selbst, die sehr lustlos wirkt. Zudem verliert die Adaption in dieser Form jegliche Tragik und Kritik, denn insgesamt erscheint die gesamte Inszenierung eher unfreiwillig komisch denn unterhaltsam oder gar fesselnd. Das Monster von London hat durchaus seine ansprechenden Momente, die einen wirklich interessanten Unterton verfolgen, diese sind jedoch so spärlich gesäht, dass man als Zuschauer mehr mit der Suche beschäftigt ist, als den Film wirklich genießen zu können.

 

Bildergalerie von Das Monster von London (6 Bilder)

Details der DVD

 

Grundsätzlich geht das Bild der DVD in Anbetracht des Mediums sowie des Filmalters in Ordnung. Von der Schärfe darf man sich keine Höhenflüge erwarten, die Unschärfen halten sich jedoch in Grenzen. Insgesamt ist alles etwas weich, kann aber schmerzfrei angesehen werden. Lediglich einige kleinere Verunreinigungen und Bildfehler trüben des ordentlichen Gesamteindruck. Die Tonspur ist wie zu erwarten nur auf den Frontbereich beschränkt und frei von jeglicher Dynamik, bringt die Sprachausgabe aber klar zur Geltung. Der typische Blaxploitation-Soundtrack drängt sich dabei immer wieder in den Vordergrund.


Das Fazit von: MarS

MarS

 

Das Monster von London hat seine vereinzelten guten Momente, dümpelt aber größtenteils uninspiriert und lahm vor sich hin, ohne das Genre, in dem er verankert ist, wirklich auszunutzen. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass es sich beim Handlungsort ganz offensichtlich nicht um London handelt. Blaxploitation-Fans können einen Blick wagen, aber selbst die werden wohl auf Grund der wenig expliziten Darstellungen eher enttäuscht werden.


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