Das Schwarze Auge: Memoria

Das Schwarze Auge: Memoria

Publisher: Daedalic
Entwicklerstudio: Daedalic
Genre: Adventure
Sub-Genre: Point & Click Adventure
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 30.08.2013
USK 12

Das Schwarze Auge: Memoria   31.08.2013 von Benji

Im letzten Jahr hat der deutsche Entwickler Daedalic mit Satinavs Ketten erfolgreich bewiesen, dass es möglich ist, im Universum von Das Schwarze Auge ein Point & Click Adventure anzusiedeln. Viel mehr noch haben sie mit dem Spiel ein absolutes Meisterwerk für das Lieblingsgenre der Deutschen abgeliefert. Was allerdings störte, war das etwas unbefriedigende Ende, das direkt auf eine Fortsetzung anspielte. Diese ist nun mit Memoria endlich erschienen, aber kann der zweite Teil seinem sehr guten Vorgänger nacheifern?

 

Das Schicksal hat es mit Geron und Nuri im letzten Abenteuer nicht gut gemeint. Nachdem die liebenswürdige Fee in einen Rabenkörper verfrachtet wurde, hat es sich der Vogelfänger zum Ziel gemacht, sie aus dieser misslichen Lage rauszuholen. Mit der Hilfe des Feenforschers Jacomo Nauta, soll das Problem gelöst werden. Doch die Zeit scheint zu drängen. Nuri fängt an immer mehr von ihrem eigenen Wesen zu verlieren und vergisst zunehmend Dinge, die ihr einst wichtig waren.

 

Ein möglicher Helfer könnte laut Nauta ein tulamidischer Händler sein, doch der will als Gegenleistung für die Rückverwandlung, dass Geron für ihn ein Rätsel löst. Es geht um die Geschichte einer Prinzessin namens Sadja, die zu Zeiten Bosparads großem Dämonenaufmarsch nach einer magischen Maske suchte, um damit der rohalischen Armee einen Vorteil zu verschaffen. Im Prinzip erzählt Memoria also die zwei eigentlich recht unterschiedlichen Geschichten von Geron und der neuen Protagonistin Sadja. Dafür wechselt es in flüssigen Übergängen zwischen den beiden Charakteren hin und her. Je weiter das Spiel voranschreitet umso klarer wird, dass für Geron die Geschichte der magischen Maske von Bedeutung ist. Und umso mehr wird die Melancholie von Sadjas Schicksal bewusst, die eigentlich nur das Ziel verfolgt, in die Geschichte einzugehen. Ein Ziel, dass sie, wie schnell klar wird, wohl nie erreicht hat.

 

Die neue Protagonistin hat es in sich. Sadja hat stets einen frechen Spruch auf den Lippen und weiß sich in der aggressiven Welt von Aventurien zu beweisen. Hier beweist Daedalic wieder, dass sie es verstehen glaubwürdige und spannende Charaktere zu entwerfen. Eine absolute Spitzenleistung findet sich allerdings im spielerischen Bereich. Denn die neue Heldin besitzt auch beim Lösen der Rätsel eine ganz eigene Spielweise.

 

Bildergalerie von Das Schwarze Auge: Memoria (11 Bilder)

Bereits im letzten Teil haben die magischen Fähigkeiten von Geron die einzelnen Rätsel aufgepeppt. Nun kommen mit der neuen Protagonistin weitere Zauber hinzu. Während der Vogelfänger mit Nuri zusammen nur Dinge zerstören und reparieren kann, besitzt Sadja dank eines magischen Stabs gleich drei sehr nützliche Zauber, die nun für noch mehr Abwechslung in den Tüfteleien sorgen. Am Anfang beherrscht sie dabei nur einen Aktivierungszauber, der es ermöglicht magische Dinge an- und auszuschalten. Mit steigendem Fortschreiten können dann sogar einzelnen Personen Visionen geschickt und kleinere Lebewesen in Stein umgewandelt werden.

 

Wie von Daedalic gewohnt sind die Rätsel sehr logisch aufgebaut. Dadurch ist immer gewährleistet, dass man mit halbwegs kühlem Kopf in der Geschichte stetig vorankommt. Hat man einmal den Überblick verloren, hilft nun ein Übersichtsbild, dass die einzelnen Geschehnisse in den Geschichten von Geron und Sadja grafisch darstellt.

 

Wie bei Satinavs Ketten schafft es Daedalic, das Adventure mit einem sehr passenden und ernsthaften Comicstil zu inszenieren. Während allerdings im letzten Teil vor allem noch die Animationen kritisiert wurden, sind diese diesmal wesentlich verbessert worden, wodurch die Bewegungen der Charaktere sich deutlich flüssiger anfühlen.

 

Dass wir es bei Memoria abermals mit einem einmaligen Meisterwerk aus Daedalics Softwareschmiede zu tun haben, zeigt dann spätestens das Ende, das in all seiner Melancholie einen wunderbaren Abschluss sowohl für die Geschichte von Geron als auch für die von Sadja bietet. Schon deswegen sollten Fans von Aventurien auf jeden Fall zugreifen.


Das Fazit von: Benji

Benji

Hut ab Daedalic! Ihr habt es wieder geschafft den treuen Fans des Point & Click Adventures ein würdiges Spiel zu geben. Satinavs Ketten war bereits ein Beweis, dass sich dieses Genre mit Aventurien verknüpfen lässt. Nun wurden die Kritikpunkte des letzten Teils bewusst ausgemerzt. Memoria findet für die liebgewonnenen Protagonisten ein würdiges Ende und lässt dennoch eine Tür offen, um weitere Teile anzuknüpfen. Und ich hoffe sehr, dass sie das auch machen. Denn es sagt viel aus, dass ich nach dem gefühlvollen Ende von Memoria vor dem Rechner saß und am liebsten einfach weitergespielt hätte.


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Das Fazit von: Wolf

Wolf

Daedalic ist mit diesem Spiel ein erzählerisches Meisterwerk gelungen. Memoria macht vieles deutlich besser als sein Vorgänger Satinavs Ketten. Seien es die verbesserten Animationen, die der Welt und den Dialogen spürbar Leben einhauchen, die neuen Zaubersprüche, die dem Spieler zum Bestreiten des Abenteuers zur Verfügung stehen oder die deutlich sympatischere Protagonistin Sadja - Memoria macht alles richtig. Kunstvoll gelingt der Spagat, die Ereignisse des Vorgängers einzuweben, die Geschichte aber in keiner Weise von ihnen abhängig zu machen. Gekonnt wird der Spieler ab der ersten Minute gefesselt und nicht mehr losgelassen. Memoria endet schließlich in einem überraschenden, stillen und äußerst emotionalen Höhepunkt in dem letztlich alle mühsam erknobelten Puzzleteile zusammengesetzt werden. Für Adventure-Fans ist dieser Titel daher einfach ein Pflichtkauf.


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positiv negativ
  • Hilfefunktionen
  • Übersichtsbild, dass sich langsam aufdeckt
  • Verbesserte Animationen
  • Neue Zauber
  • Grandios geschriebene neue Protagonistin Sadja
  • Kurze, wenn auch annehmbare Spieldauer





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