Das ist unser Land!

Das ist unser Land!

Originaltitel: Chez Nous
Genre: Politdrama
Regie: Lucas Belvaux
Hauptdarsteller: Émilie Dequenne
Laufzeit: DVD (117 Min)
Label: Alamondefilm
FSK 12

Das ist unser Land!   20.08.2017 von Born2bewild

In der heutigen Zeit sind rechtspopulistische Parteien leider wieder etwas auf dem Vormarsch. So blickten wir kürzlich angespannt auf den Wahlausgang in Frankreich. Das ist unser Land! spielt deutlich auf Le Pens rechtsextreme Partei Front National an, was in Frankreich für Furore sorgte. Ob diese berechtigt war und ob uns das Politdrama überzeugen konnte erfahrt ihr in unserem Review…

 

Pauline (Émilie Dequenne) lebt in einer kleinen Stadt in Frankreich. Sie hatte mit ihrem Ex-Freund, einem Drogenjunkie, nicht so viel Glück und lebt seither allein. Sie hat zwei Kinder, ist alleinerziehend und hat einen schwerkranken Vater. Als wäre das noch nicht genug, arbeitet sie als Krankenschwester und reist von Patient zu Patient. So kommt sie kaum dazu mal eine Nacht durchzuschlafen. Ihr Vater macht ihr das Leben auch nicht einfacher. Sie bemüht sich, ihm gesundes Essen gegen seinen Bluthochdruck zu kochen, doch weiß er das nicht zu schätzen und isst lieber Ungesundes, was ihm im Gegensatz zum Gekochten schmeckt. Sein behandelnder Arzt, Dr. Berthier (André Dussollier), ist ein guter Kollege von Pauline.

 

Eines Tages wird sie von ihm zu einem Treffen eingeladen. Ihr ist bekannt, dass er einmal dem rechtsradikalen Block angehörte und er versucht sie in die Politik zu ziehen. Pauline soll für seine Partei als Bürgermeisterin kandidieren. Sie hält nicht viel vom Block, allerdings erzählt ihr Berthier, dass er diesem nicht mehr angehört. Seine neue Partei wird von der Tochter des Parteichefs des Blocks Agnès Dorgelle (Catherine Jacob) angeführt. Sie hält angeblich nichts von der Politik ihres Vaters und möchte etwas bewegen. Das scheint Pauline zu beeindrucken, auch weil Agnès eine Frau ist. Aber auch ihre Erfahrungen bei ihrer Arbeit in kritischen Vierteln bewegen sie dazu, etwas verändern zu wollen. Nachdem sie die Parteichefin auch noch getroffen hat, wird sie in den Einfluss der populistischen Partei gezogen und willigt ein, auch wenn sie Befürchtungen hat, was ihr kommunistischer Vater davon halten könnte. Unterstützt wird sie dabei von ihrem neuen Freund Stéphane (Guillaume Gouix), der allerdings ein düsteres Geheimnis hütet, das den anderen der Partei ganz und gar nicht gefällt…

 

Wird Pauline sich von der rechtspopulistischen Partei beeinflussen lassen und ihre Werte verwerfen? Wie reagiert Paulines Vater und was es hat mit ihrer Bindung zu Stéphane auf sich?

 

Dankenswerterweise durften wir bereits einen ersten Blick auf den Film in Form eines Streams werfen. Allerdings in der Originalfassung mit Untertiteln, was uns nicht besonders leicht fiel, da ich (Alex) gar kein Französisch kann und Josi nur das restliche Schulfranzösisch, das hängen geblieben ist. Nichtsdestotrotz war der Film mit den Untertiteln besser verständlich als erwartet. Fraglich ist, inwieweit die Untertitel mit der fertigen Synchronisation übereinstimmen, denn hier gab es ein paar Dialoge, die seltsam wirkten.

 

Bildergalerie von Das ist unser Land! (6 Bilder)

Insgesamt konnten die Darsteller, allen voran die Hauptdarstellerin Émilie Dequenne überzeugen. Aber auch die Inszenierung war sehr gut und überzeugend. Anfangs noch sehr abgeneigt, schafft es Berthier, Pauline als Kandidaten aufzustellen, die dann merken muss, dass die Partei doch nichts anderes ist, als sie ursprünglich vermutet hatte und sie nur ein Vorzeigeblondchen darstellen soll. Darüber hinaus kommt dann auch ihre komplizierte Beziehung mit Stéphane ins Spiel.

 

Zum technischen Aspekt können wir an dieser Stelle keine Aussage treffen, da es sich um einen Stream handelte.


Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Alex:

Auch wenn ich eigentlich nicht so der Fan von Filmen mit politischen Inhalten und schon gar nicht von Dramen bin, konnte mich Das ist unser Land! überzeugen. Émilie Dequenne kann in ihrer Rolle überzeugen und auch ihre Spielpartner André Dussollier und Guillaume Gouix machen ihre Sache gut. Der Film wirkt im Ganzen sehr authentisch und auch die von der Parteichefin Agnès Dorgelle geschwungenen Reden machen den Eindruck, als wären sie für viele Menschen überzeugend. Einzig und allein das Ende des Films war für mich ein wenig unbefriedigend, aber das müsst Ihr dann selbst sehen und entscheiden. Somit komme ich auf 7/10 Punkte, könnte mir aber eine Aufwertung vorstellen, wenn mich der Film in seiner deutschen Fassung noch etwas mehr fesselt.

 

Josi:

Die aktuelle politische Lage in Europa wirkt ja sehr angespannt und das liegt aus meiner Sicht vor allem an den populistischen, meist rechten Parteien, die sich als Bauernfänger gut machen. Es wird etwas versprochen und „gut“ verpackt, damit man nicht merkt, wem man da auf den Leim geht. In Das ist unser Land! wird genau das thematisiert. Pauline merkt erst sehr spät, dass die politischen Ziele der Tochter, die sich angeblich abgewandt hat, nicht von denen der Partei ihres Vaters unterscheiden. Und so spaltet diese Politik, die nur ein dafür oder ein dagegen kennt die ganze Familie. Der Vater ist als Unterstützer der Kommunisten natürlich besonders enttäuscht, aber auch der Sohn, dessen Freund Feuer und Flamme für den Block ist, scheint mit eher abgeneigt zu sein. Für mich wirkt der Film authentisch, für Anhänger solcher Parteien wahrscheinlich „zwangsfinanziert“ und „von der Regierung gesteuert“. Für mich eine glatte 9 wert, rein inhaltlich gesehen. Abzüge mache ich nur für das seltsame Ende, da es nicht schlüssig ist und komme somit auf 8 Punkte.


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