Dawn of Fantasy

Dawn of Fantasy

Publisher: NBG / 505 Games
Entwicklerstudio: Reverie World Studios
Genre: Echtzeitstrategie
Sub-Genre: Online
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 30.09.2011
USK 16

Dawn of Fantasy  18.12.2011 von FloH

Hinterlasse deine eigenen Spuren in der blutigen Geschichte von Mythador. Entdecke diese wilde Welt, in den Hügeln von Southmount auf dem Gebiet Teria, bis hin zu den Sümpfen von Ertheen I’Bala.“ Das verspricht der Covertext von Dawn of Fantasy. Demnach muss es doch eigentlich ein wundervolles Spiel sein. Doch in unserer Welt gibt es viele Dinge, die sich schön anhören, es aber nicht sind. Wie z. B. der Satz „die Bahn ist immer pünktlich“ oder der Menüplan in der Kantine. Doch in der Realität merkt man schnell, dass die Bahn nicht immer pünktlich ist und auch das Essen in der Kantine schmeckt meist schlechter, als es beworben wird. Genauso merkt man, dass Dawn of Fantasy nicht so ein fantastisches Spiel ist, wie es auf der Verpackung versprochen wird...

Das Unschöne beginnt schon bei der Installation, denn auf den ersten 10.000 Exemplaren des Spiels wurde die Seriennummer falsch aufgedruckt. Erst nach mehreren Wiederholungen und einiger Recherchen im Internet ist es mir dann doch noch gelungen, das Spiel zu installieren. Aber kommen wir zum eigentlichen Spiel. Dawn of Fantasy ist ein klassisches online-fähiges Echtzeit-Strategiespiel. Ihr baut Häuser, Lager und Ähnliches auf und schickt eure Bauern los um Holz, Stein, Kohle und andere Rohstoffe zu erwirtschaften. Die Auswahl ist allerdings sehr gering und das Spiel wird dadurch auf das Nötigste begrenzt. Das Gleiche gilt bei der Auswahl der Einheiten. Einzige Ausnahme sind die Söldner Truppen, die man gegen die sogenannten „Wohlstandspunkte“ oder natürlich gegen Bares erwerben kann! Im Einzelspieler Modus baut Ihr Eure Dörfer auf, rekrutiert Eure Armee und raubt mit ihr das eine oder andere KI-Dorf aus. Die Kämpfe gegen die computergesteuerten Gegner sind jedoch ein Witz. Es reicht eine gut gemischte Auswahl seiner Truppen auszuwählen und auf dem Gegner einen Rechtsklick auszuführen. Taktik? Fehlanzeige!

Bleibt die Hoffnung auf die PvP-Schlachten (Spieler gegen Spieler).
Diese würden im Vergleich zum Einzelspieler Modus nicht schlecht sein, wären da nicht diese kleinen Balance Probleme. In Dawn of Fantasy kommt der an die Macht, welcher richtiges Geld auf den Tresen legt. Auch die verschiedenen Völkertypen haben deutliche Balance Schwankungen. Natürlich gibt es noch eine Kampagne, doch diese entpuppt sich nach kurzer Zeit als eine abgespeckte Version des Online-Modus.

Wer nun denkt, dass man so ein Match in zwei Stunden bestreitet, der irrt sich gewaltig, denn in Dawn of Fantasy herrscht eine ähnliche Spielmechanik, wie in vielen Browsergames.
So dauert zum Beispiel der Bau einer Schmiede rund 35 Minuten. Warum? - Man weiß es nicht. Anscheinend haben die Entwickler das Wort „Echtzeit“ zu ernst genommen. Doch diese Bauzeiten können natürlich verkürzt werden, indem man entweder mit den hart erbeuteten „Wohlstandspunkten“ bezahlt oder selbstverständlich erneut seine Geldbörse schröpft.

Doch kommen wir mal zu etwas Positiven im Spiel.
Richtig gut gelungen ist nur das Quest-System. Euer oberster Berater gibt Euch auf Anfrage Aufgaben und verschiedene Hilfen dazu. So schafft Ihr es mithilfe Eures Beraters die ganze Stadt aufzubauen, bevor es in die PvP-Schlachten geht. Für erfolgreich abgeschlossene Quests bekommt Ihr die bereits erwähnten „Wohlstandspunkte“, welche Ihr für die oben genannten Sachen einsetzten könnt: Gebäude Upgrades, Söldnertrupps, und Weiteres. Größter Kritikpunkt: Wer zusätzliches Geld in das ohnehin schon 30 Euro teure Basisspiel steckt, der kann den ganzen Aufbau der Siedlung und die Rekrutierung der Armee drastisch verkürzen oder gar komplett überspringen. Faire Balance sieht anders aus!

Neben diesen ganzen Problemen sprießt das Spiel noch voller Bugs.
Ihr werdet von Abstürzen, massiven Performance-Einbrüchen, nicht abschließbaren Quests oder nicht anklickbaren Charakteren gestört und der Spielfluss wird dadurch unterbrochen. Genauso nervig ist es, dass man das Spiel nicht im Fenstermodus spielen kann. Warum das ein Problem ist? Nun ja - man könnte Dawn of Fantasy aufgrund der langen Bau- und Entwicklungszeiten recht gut nebenher spielen und das Fenster minimieren. Leider machen euch die Entwickler dabei einen Strich durch die Rechnung. Dies zeigt unter anderem, wie schlecht das gesamte Werk durchdacht ist.

Im Großen und Ganzen wäre Dawn of Fantasy ein nettes Spiel, doch die überholte Grafik, der nervige Sound und die vielen Mankos machen das Spiel nicht spielbar.
Auch das Gameplay sowie die Steuerung animieren einen nicht unbedingt zum Spielen. Da kann nicht mal mehr die Story, die nur nebenbei erzählt wird, am Spiel fesseln. Im Klartext soll das heißen: Dawn of Fantasy hat viel Potenzial, doch die Umsetzung ist katastophal. Somit solltet Ihr Eurem jetzigen Lieblings-Echtzeitspiel treu bleiben und nicht zu diesem Spiel wechseln.

Das Fazit von: FloH

FloH

Das große Problem von Dawn of Fantasy ist, dass man alles schon irgendwo gesehen hat. Hinzu kommt, dass die Technik nicht zeitgemäß ist und die Grafik überarbeitet werden sollte. Vom Sound mag ich gar nicht erst sprechen, denn der ist nicht wirklich toll. Dawn of Fantasy kann Spaß machen, doch dazu muss man ein Zocker sein, der auch mal gerne auf das eine oder andere Feature verzichtet und über diverse Fehler wegguckt. Außerdem braucht man sehr viel Geduld, denn die Ladezeiten sind lang und das Spiel wird von Updates überflutet. Mein Tipp: Wer noch ein gutes Echtzeit-Strategiespiel zu Hause liegen hat, sollte das spielen!


positiv negativ
  • Gutes Questsystem
  • Gut funktionierendes Wirtschaftsystem
  • Schlechte Grafik
  • Schlechter Sound
  • Lange Ladezeiten
  • Kurzer Spielspaß



Kommentare

19.12.2011 16:08:13 von Maria Melhorn


Sehr schönes Review, wenn auch die Wertung bzw. das Fazit eher Mau für das Spiel ausfällt. Ich kann das nach dem Lesen des Textes aber unterschreiben - wie es scheint, kämpft Dawn of Fantasy tatsächlich noch mit vielen Problemen. Ich glaube, dass wir aufgrund der aktuellen MMOs und Rollenspiele zu verwöhnt in Sachen Grafik, Musik und Co. sind - mich eingeschlossen. ;) Da haben es Neulinge mit eher geringen finanziellen oder entwicklungstechnischen Mitteln eher schwer.

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