![]() |
Dead of Winter - Eisige Stille
|
BEWERTUNG |
21.06.2026 von MarSMit 21 Bridges hatte der britische Regisseur Brian Kirk im Jahr 2019 einen soliden Actionthriller abgeliefert. Mit der amerikanisch-deutschen Ko-Produktion Dead of Winter - Eisige Stille bleibt er diesem Genre weiterhin treu, und von uns erfahrt Ihr, ob sich der Ausflug ins eisige Minnesota für Euch lohnt...
Um den letzten Wunsch ihres verstorbenen Mannes Karl zu erfüllen macht sich die Fischerin Barb (Emma Thompson) auf den Weg in das verschneite Minnesota, wo sie dessen Asche im Lage Hilda verstreuen will - dem See, an dem die beiden vor vielen Jahren ihr erstes Date hatten. In der Nähe des Sees stößt Barb allerdings auf einen Mann (Marc Menchaca) und seine Frau (Judy Greer), die im Keller ihrer Hütte die junge Leah (Laurel Marsden) gefangenhalten. Bei eisigen Temperaturen und abgeschnitten von der Außenwelt wird Barb schnell klar, dass sie die einzige ist, die der jungen Frau helfen kann...
Es klingt schon ein wenig chaotisch, wenn eine amerikanisch-deutsche Ko-Produktion, deren Handlung im US-amerikanischen Minnesota angesiedelt ist, in deutschen Studios sowie in der finnischen Natur gedreht wurde. Das Ergebnis allerdings kann sich durchaus sehen lassen, was jedoch weniger einer spannungsgeladenen, einfallsreichen oder gar glaubwürdigen Handlung, sondern vielmehr der gewohnt souverän agierenden Emma Thompson sowie den beeindruckenden Landschaftsaufnahmen geschuldet ist. Erzählerisch erinnert Dead of Winter - Eisige Stille nämlich dann doch stark an Brian Kirks Vorgängerfilm 21 Bridges, denn auch dieses Mal bleibt der Thriller grundsätzlich klassischen Pfaden treu und ist erneut absolut vorhersehbar gestaltet. Im Gegensatz zu 21 Bridges setzt Dead of Winter - Eisige Stille zu Unterhaltungszwecken allerdings nicht auf reichlich Tempo und Action, sondern auf das genaue Gegenteil. Im Mittelpunkt steht hier eine alte Fischerin, der durch zahlreiche Rückblenden emotionale Tiefe verschafft wird, und die sich nicht als übermächtige Heldenfigur, sondern als mutige aber altersentsprechend agierende Frau mit reichlich Zivilcourage entpuppt. Dementsprechend schreitet das Geschehen mit wenigen Ausnahmen sehr gemächlich und ruhig voran, nimmt immer wieder das Tempo aus der Erzählung, um sich den Figuren und deren Hintergründen zu widmen. Leider offenbart Dead of Winter - Eisige Stille ausgerechnet in diesem Bereich jedoch teilweise grobe Logiklöcher und Unglaubwürdigkeiten, was der eigentlich dichten Atmosphäre ein wenig entgegensteht, ebenso wie dem ansonsten stimmigen Realismus innerhalb des Geschehens. Am Ende bleibt also erneut ein solider Thriller mit einigen interessanten ethischen Ansätzen, der jedoch seine erzählerischen Mängel nicht immer hinter seinen souveränen Darstellern und der großartigen finnischen Natur verstecken kann...
Details der Blu-ray
Die Blu-ray liefert ein scharfes, detailreiches Bild mit gutem Kontrastumfang und einem soliden Schwarzwert. Einige Szenen wirken ein wenig unfokussierter und kontrastschwächer, im Gesamtbild ist das Bild aber sehr ansprechend ausgefallen. Die Farbgebung schwankt zwischen warmen, absichtlich ein wenig überstrahlenden Tönen in den Rückblenden sowie zurückhaltenden, reduzierten und überwiegend kühlen Farben in den restlichen Szenen, was sowohl die emotionale Seite auf der einen wie auch die bedrohliche Situation auf der anderen Seiten sehr harmonisch unterstreicht. Akustisch bleibt der größtenteils ruhig voranschreitende Film eher zurückhaltend, setzt aber auch immer wieder kraftvolle Akzente, während Dialoge stets sauber zu orten sind und klar wiedergegeben werden. Cover & Bilder © LEONINE Distribution GmbH - Alle Rechte vorbehalten. Das Fazit von: MarS
|
|

Inhalt



Kommentare[X]