Deadpool

Deadpool

Publisher: Activision
Entwicklerstudio: High Moon Studios
Genre: Action
Sub-Genre: Button-Mashing-Action
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 28.06.2013
USK 18

Deadpool   03.07.2013 von Panikmike

Im Februar 1991 kam Deadpool das erste Mal in einem Comic vor, Jahre später wurde er von Ryan Reynolds in X-Men: Wolverine gespielt. Der Charakter von Marvel ist eher unbekannt, jedoch erschien nun das erste Videospiel mit dem psychisch labilen Helden. Ob Deadpool mit seiner Selbstheilung und seinen Waffen überzeugen kann?

 

Ähnlich wie auch Wolverine, wurde Deadpool – mit bürgerlichem Namen Wade Winston Wilson – in  einem geheimen Projekt mit einer heilenden Fähigkeit gesegnet. Wenn er eine Wunde hat, heilt sie sehr schnell von alleine. Im Gegenatz zu Wolverine ist er praktisch unsterblich, da bei ihm die Wundheilung noch viel schneller einsetzt als bei seinem Kollegen. Erst später stellte man fest, dass er Hautkrebs hat und daher permanent an extremen Schmerzen leiden muss. Weil er aber nicht sterben kann, formten diese Schmerzen einen psychisch labilen und entstellten Superhelden, der mit sich selbst spricht und mehrere Persönlichkeiten hat. Doch seine Fähigkeit zur Selbstheilung hilft ihm im Dschungel des Verbrechens weiter, ebenso sein nahezu perfekter Umgang mit Schusswaffen und seinen geliebten Klingen.

 

Videospiel gegen Comic-Heft

 

So viel zur Vorgeschichte von Deadpool. Der eher unbekannte Charakter wurde erst in den letzten Jahren bekannt und hätte anfangs sogar ein Bösewicht sein sollen. Doch seine zwiegespaltene Persönlichkeit und sein enormes Aggressionspotenzial helfen nun der X-Force im Kampf gegen das Böse. Der sprachlich direkte Superheld wird in diesem Videospiel unglaublich gut dargestellt. Sogar so gut, dass man Respekt vor ihm hat und sein Verhalten teilweise nicht tolerieren kann. Er redet stets mit sich selbst oder sogar des Öfteren mit dem Videospieler vor dem Bildschirm und kann alleine deswegen schon viel zur guten Unterhaltung beitragen. Als Hauptdarsteller in seinem eigenen Videospiel, was zu Beginn der Geschichte mit einem Telefonat mit den High Noon Studios eingeleitet wird, kommt der Spieler immer wieder ins Schmunzeln. Ein direktes Drehbuch gibt es zwar, doch Deadpool hat keine Lust es zu lesen. Daher gibt es selbst für den Helden während des Spiels immer wieder Überraschungen, die mit viel Charme und Humor eingebaut wurden. Immer wieder spricht er wie ein Schauspieler mit dem Zuschauer oder in dem Fall mit dem Videospieler. Dieser wird dadurch geschickt ins Geschehen gebracht und erlebt das Spiel noch besser und intensiver. Deadpool beschimpft den Spieler aber auch, wenn dieser Mist baut – und das ganz genau so, wie es der Schurke in Wirklichkeit auch tun würde. Das Spiel ist ungewöhnlich und deswegen mit Sicherheit auch nicht jedermanns Sache, doch wer sich ein wenig auf etwas Besonderes einlässt, der wird sich köstlich amüsieren.

 

Die Geschichte mit viel Humor

 

Es lässt sich darüber streiten, ob die Story des Spiels gut ist. Doch eines steht fest: Das Spiel nimmt sich zu keiner Zeit ernst und das ist auch gut so. Während man nun Gegner um Gegner verkloppt, Sprung- und Kletterpassagen absolviert und nebenbei den Stimmen von Deadpool lauscht, offenbart sich dem Spieler eine wahre Flut an Gags, die teilweise so gut sind, dass man krampfhaft versuchen wird, den Controller vor lauter Lachen nicht aus den Händen fallen zu lassen. Wichtig jedoch ist, dass man stets der englischen Stimme lauscht, oder aber die Untertitel liest. Schon am Anfang in den vier Wänden von Deadpool geht es los, wenn man eine Wurst in die Toilette pressen kann oder aber Luftgitarre wie ein Rockstar spielt. Zu späterer Stunde trifft man dann auf einen großbusigen, weiblichen Fan und auch auf Wolverine, der erst einmal einen Rüffel bekommt. Ebenso gibt es einen 2D-Retro-Abschnitt sowie diverse Anspielungen auf Videospiele und Filme. Lasst Euch überraschen, denn jeder Level hält für sich eine gewisse Spannung und Absurdität parat.

 

Spielmechanik, Abwechslung und Button-Mashing

 

Jeder Spieler, der einen typisches Actionspiel wie Bayonetta oder Devil May Cry kennt und schon gespielt hat, wird sich hier sofort zurecht finden. Eine Taste ist für einen leichten Schlag, eine für einen festen Schlag, mit einer anderen kann man springen und einen Doppelsprung vollziehen, und ein Button ist da, um sich zu teleportieren. Diese Fähigkeit ist sehr praktisch und wird öfters benötigt, wenn der Spieler zum Beispiel mittendrin steht und sich von ein paar Gegnern abseilen möchte. Ebenso ist es für bestimmte Gegner wichtig, die man erst dann treffen kann. Die Kämpfe sind schnell und brutal, das Blut fließt in Massen. Trotzdem wurde das Spiel in Deutschland nicht geschnitten und kam uncut ab 18 Jahren auf den Markt. Wenn Deadpool keine Lust auf Nahkämpfe mit seinen Schwertern hat, kann er mit diversen Schusswaffen herumexperimentieren. Einige kann man mit Punkten, die man durch Sammeln von Erfahrungspunkten-Münzen bekommt, freischalten – andere wiederrum bekommt man nur durch den Fall eines größeren Gegners.

 

Wichtig ist immer, dass man von Zeit zu Zeit den Ausrüstungsshop betritt, der jederzeit per Tastendruck verfügbar ist. Dort kann man nicht nur die Waffen unseres Helden verbessern, sondern auch Deadpool selbst. Es gibt nach den Upgrades mehr Erfahrungspunkte, mehr Lebenspunkte oder aber sehr nützliche Eigenschaften wie zum Beispiel die Schadenshäufigkeit oder mehr Momentum. Letzteres ist eine kleine Leiste, die sich nach jedem Treffer füllt. Ist sie voll, so kann man einen kurzen aber effektiven Angriff per Tastenkombination starten.

 

Bildergalerie von Deadpool (12 Bilder)

Technik die begeistert – oder nicht?

 

Die Grafik von Deadpool ist durchaus gelungen, jedoch ist nicht jeder Level spektakulär. Hin und wieder gibt es einen wahren Augenschmaus zu sehen, die meiste Zeit jedoch geht die Grafik über den heutigen Standard nicht hinaus. Die Unreal-Technologie hinterlässt generell aber einen guten Eindruck, auch wenn Einiges in der Tat altbacken wirkt. Während der Story gibt es immer wieder amüsante Zwischensequenzen, die grafisch gesehen in Ordnung gehen. Aber auch hier gibt es keine Highlights oder Ahhhs und Oooohs!

 

Der Sound hingegen ist der Wahnsinn. Nicht nur dass die englische Stimme von Deadpool sehr sauber und genial gesprochen ist, nein auch die Musik kann sehr gut unterhalten. Von einer Casinomusik im Shop bis hin zu stimmigen Gitarrenklängen ist alles dabei und passt sehr gut zur jeweiligen Situation. Die Effekte gehen auch die meiste Zeit in Ordnung, jedoch hätte hier ein wenig mehr Abwechslung gut getan. Nichtsdestotrotz ist Deadpool diesbezüglich sehr gut geworden. 


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Wie herrlich bescheuert ist dieses Spiel? Eigentlich dachte ich, dass Deadpool ein Standard-Button-Masher ist und daher auch nur eine mittelmäßige Wertung bekommen wird. Doch weit gefehlt! Alleine der Humor ist der Wahnsinn. Respekt an dieser Stelle für die Entwickler, die wochenweise Gras geraucht haben müssen, ansonsten kann so ein Ergebnis nicht rauskommen. Das Spiel macht total Laune, auch wenn nach 6-8 Stunden leider der Abspann auf dem TV flimmert. Dennoch ist es einer der besten Button-Masher, den ich bisher gespielt habe. Leider bleibt die Abwechslung ein wenig aus, doch als wirkliches Manko kann ich das nicht bewerten. Der Sound passt, die Sprüche sind der Wahnsinn und auch das Miteinbeziehen des Spielers ist super gemacht. Deadpool wird zwar nicht Spiel des Jahres, aber als Action- und Marvel-Fan darf man sich dieses Spiel nicht entgehen lassen!


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positiv negativ
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  • Bezieht den Spieler ins Geschehen ein
  • Sehr viel Humor
  • Gut umgesetzte, einfache Steuerung
  • Viele Upgrade-Möglichkeiten
  • Herausforderungen freischaltbar
  • Viele Klongegner
  • …leider nur deutsche Untertitel – keine Übersetzung
  • Kamera manchmal im Weg
  • Kurze Spielzeit (ca. 6-8 Stunden)
  • Kein Wiederspielwert
  • Kloppen, Schießen und Klettern – zu wenig Abwechslung
  • Kein Mehrspielermodus





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