Death Note TV-Drama Vol. 1

Death Note TV-Drama Vol. 1

Originaltitel: Death Note
Genre: Fantasy-Thriller
Regie: Ryuichi Inomata • u.a.
Laufzeit: DVD (245 Min) • BD (255 Min)
Label: Kazé Anime Studio
FSK 12

Death Note TV-Drama Vol. 1   19.12.2018 von LorD Avenger

Death Note erschien erstmals 2003 als Manga und eroberte die Welt mit seiner genialen Geschichte im Sturm. Obgleich die Serie kaum länger als zwei Jahre lief (verhältnismäßig kurz für eine Weekly Shonen Jump-Veröffentlichung) hält sie sich bis heute mit alternativen Umsetzungen - nicht zuletzt die aktuelle amerikanische Netflix-Version...

 

Inhalt

 

Light Yagami steht kurz vor dem Wechsel an eine Universität. Seine Noten sind erstklassig, sein Intellekt so umfassend, dass ihn das Schulleben im Grunde nur noch anödet. Ähnlich geht es dem gelangweilten Shinigami (japanischer Todesgott) Ryuk, der die Menschenwelt seit Urzeiten aus der Ferne beobachtet. Um etwas Würze in seinen Alltag zu bringen, lässt er dort sein Death Note fallen - einem mysteriösen Notizbuch, das dem Besitzer gottgleiche Macht beschert. Schreibt man einen Namen hinein und hat dabei das zugehörige Gesicht vor dem geistigen Auge, stirbt der- oder diejenige an Herzversagen. Auch Unfalltod, Selbstmord oder andere Umstände sind möglich, wenn man diese beim Niederschreiben ergänzt. Aus ungläubiger Neugier und Wut auf einen Mobber heraus probiert Light das Buch aus und muss am folgenden Tag feststellen, dass die Regeln auf der Deckelinnenseite der Wahrheit entsprechen - sein erstes Opfer war 40 Sekunden nach dem Aufschreiben seines Namens verstorben. Geschockt und fassungslos bricht Light fast vollkommen zusammen und will das Death Note schnellstmöglich loswerden, doch da fällt sein Vater in die Hände eines mordlustigen Geiselnehmers und sein Gewissen wird auf die Probe gestellt...

 

Ehe er sich versieht, nutzt Light jede freie Minute, um Schwerverbrecher aus den Nachrichten in sein Death Note zu schreiben. Die Welt soll ein besserer Ort sein und viele Menschen im Internet sind seiner Meinung, vermuten hinter den mysteriösen Toden die göttliche Fügung von einer Macht, die sie Kira taufen (angelehnt an Killer). Doch Selbstjustiz wird nicht von jedem gebilligt, gerade nicht von der Regierung und der Polizei, die aus ihrer Hilflosigkeit heraus den legendären Detektiv L um Hilfe bitten - ein geheimnisvoller Ermittler, der sich nie zeigt und dessen wahrer Name nicht bekannt ist. Mit einigen Tricks und cleveren Schlussfolgerungen hat er den Verdächtigenkreis schnell eingeschränkt - Kira ist höchstwahrscheinlich ein Schüler, lebt in der Kanto-Region in Japan und scheint Verbindungen zur Polizei zu haben. Lights Vater ist leitender Ermittler bei der Suche nach Kira...


Bildergalerie von Death Note TV-Drama Vol. 1 (8 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Die ersten fünf Folgen der Realverfilmung in Serienform sind auf zwei Discs aufgeteilt, zwar mit anderen deutschen Sprechern als der Anime, aber mit nicht minder guten. Selbst die Darsteller machen meine Vorurteile gegen japanische Schauspieler zunichte, von denen ich in der Regel noch weniger halte als von deutschen. Der ersten Volume liegt ein 24-seitiges als Death Note getarntes Booklet bei, das einen ausführlichen Episodenguide für beide Volumes bereithält mit einer Zusammenfassung der Handlung sowie reichlich Bildmaterial aus der jeweiligen Folge. Die erste und letzte Seite ist belegt von den computeranimierten Darstellungen der beiden Shinigami. Das Bild ist auch als TV-Produktion auf hohem Niveau und schwächelt nur - wie nahezu jede Kamera - in dunklen Räumen. Über die Computeranimation der Todesgötter lässt sich streiten - Ryuk sieht auf den ersten Blick gut aus, bewegt sich natürlich und wirft sogar glaubhafte Schatten, je länger man ihn aber betrachtet, desto lebloser wirkt seine Erscheinung. Mit Rem hingegen hat man es deutlich schlechter getroffen, denn sie wirkt in keiner Szene wirklich zugehörig oder natürlich.

 

© Tsugumi Ohba, Takeshi Obata / Shueisha ©NIPPON TV


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Da Netflix gerade auch den gleichnamigen Anime ins Programm mit aufgenommen hat, sind meine aufgefrischten Erinnerungen an eine der genialsten Geschichten aller Zeiten noch sehr präsent im Gedächtnis. Interessanterweise schafft es das TV-Drama dennoch mich zu fesseln, denn es kopiert die Handlung nicht 1:1. Die grobe Handlung ist dieselbe und die markantesten Szenen wurden teilweise bis auf die Kameraeinstellung übernommen, dennoch gibt es ausreichend Unterscheidungen, dass selbst Hardcore-Fans des Originals nicht langweilig wird. Light ist beispielsweise kein abgebrühter emotionsloser Mensch, sondern ein Junge mit Schwächen und Fehlern, mit dem man sich wesentlich besser identifizieren kann. Entsprechend ist Shinigami Ryuk nicht nur der interessierte wortkarge Zuschauer, sondern ein aufgedrehter Schwätzer, der Light stets zum Morden anstiften möchte. Auch L ist nicht der introvertierte Sonderling mit blasser Haut und Augenringe, sondern eher ein K-Pop-Boyband-Star mit ein wenig anderen merkwürdigen Eigenheiten. Ebenfalls anders: Lights Freundin Misa und L's Nachfolger Near sind von Anfang an dabei, der boshafte Ermittler Mello ist hier lediglich eine Holzpuppe am Arm des deutlich wahnsinnigeren Near. Ich finde es etwas schade, dass gerade meine beiden Lieblingsfiguren L und Ryuk so anders ausgefallen sind, aber auf andere Weise sind auch sie interessant und passen hervorragend ins Gesamtbild. Alle Achtung, Japan - mit mehr solchen Werken würde auch ich wieder anfangen Fernsehen zu schauen.


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