Der Exorzismus der Anneliese M.

Der Exorzismus der Anneliese M.

Originaltitel: Annelise: The Exorcist Tape
Genre: Horror
Regie: Jude Gerard Prest
Hauptdarsteller: Nikki Muller, Gerold Wunstel
Laufzeit: Ca. 93 Minuten
Label: dtp Entertainment AG
FSK 16

Der Exorzismus der Anneliese M.   24.10.2011 von DeWerni

Hier wird ein Fall untersucht, der 1976 in ganz Deutschland für Aufruhr sorgte: der mysteriöse Tod der Anneliese M. Während viele Gläubige die Krankheit von Anneliese für die Besessenheit durch Dämonen hielten, glaubten Ärzte an einen besonders schlimmen Fall des Tourettesyndroms. Dieser grausame Film bringt Licht ins Dunkle…

 

Und wieder einmal wird die Story um Anneliese Michel (Nikki Muller) für die Darstellung in einem Film verwendet. Eigentlich bräuchte man dazu gar nichts mehr zu schreiben, was ich aber trotzdem für diejenigen unter Euch mache, die sich mit dem typischen Horrorfilm nicht so auskennen. Anneliese Michel ist schon seit ihrer frühesten Kindheit an einer psychischen Störung erkrankt. Keiner der sich ihr anvertrauende Ärzte und Gläubigen können aber aufklären, was dem Mädchen aus einem kleinen bayrischen Ort wirklich fehlt. Die einen halten es für die Besessenheit durch teuflische Dämonen, andere sind der Meinung, es wäre lediglich eine schlimme Ausführung des Tourettesyndroms. Nachdem die Gelehrten aber nicht mehr weiter wissen, klammern sich die Eltern Anna (Annette Remter) und Josef Michel (David Reynolds) an die Glaubenssache. Mit Anneliese geht es mittlerweile auch so weit, dass sie Wasser im Stehen lässt, um sich später darin rumzuwälzen.

 

Schließlich entscheiden sich die Eltern dazu, den Exorzismus an ihrer Tochter durchführen zu lassen, um die bösen Dämonen aus ihrem Körper zu vertreiben. Doch ab diesem Moment passieren immer wieder seltsame Dinge im Haus und zudem verbreitet Anneliese mit ihren unerwarteten Auftritten gepaart mit ihrem düsteren Blick Angst und Schrecken. Die Handkamera-Optik und die im Haus aufgestellten Kameras sollen die beklemmende Atmosphäre eigentlich unterstützen. Doch ab diesem Zeitpunkt oder eigentlich auch schon vorher wird das Ganze eigentlich mehr langweilig und peinlich. Das Geschehen wird einfach so schlecht inszeniert, dass man zu Beginn noch das eine oder andere Mal darüber schmunzeln kann und muss, mit der Zeit hofft man allerdings wohl mehr als Anneliese selbst, von den Qualen des Exorzismus befreit zu werden. Der altbayrische Look trägt in Kombination mit der eingespielten deutschen Schlagermusik seinen Teil dazu bei, den Film nicht ganz ernst zu nehmen. Doch jedenfalls für die Schauspieler und wohl auch die echte Anneliese Michel im Jahre 1976 beginnt spätestens ab diesem Zeitpunkt der grausame Kampf mit den Dämonen um Leben und Tod – für den Zuseher aber eher ums Anlassen oder lieber gleich Ausschalten…

 

Welche Grausamkeiten müssen Anneliese und der Zuseher noch über sich ergehen lassen? Wird es den Gelehrten gelingen, das Mädchen von seinen Leiden zu befreien? Was steckt hinter der Besessenheit der Anneliese?

Technisch gesehen bietet der Film wirklich grottenschlechtes Material, auch wenn man den Handkamera-Look als Stilmittel einsetzen wollte. Es ist schon eine Frechheit, das hier überhaupt auf Blu-ray zu verkaufen. OK, anscheinend wollte man den Look des Films in den 70er Jahren imitieren, aber vielleicht hätte man sich dazu vorab einfach informieren sollen. Dabei ist noch nicht einmal das Schlimmste, dass der Film in 4:3-Vollbild-Darstellung abgespielt wird, es hapert auch an Kleinigkeiten wie den viel zu blassen und falsch akzentuierten Farben. Hier wäre es wohl sinnvoller gewesen, einfach einen Sepia- oder S/W-Filter über das Bild zu legen. Trotz allem bietet das Bild eine gewisse Grundschärfe, die man ihm nicht absprechen kann. Auch der Ton und vor allem die Synchronisation geben da kein besseres Bild ab. Der Ton wirkt weder authentisch noch bietet er irgendwelche großartigen Effekte an. Die deutsche Lokalisierung ist grauenhaft, weil die Dialoge so einfach total unpassend, teilweise sogar gelangweilt und damit unprofessionell wirken. Was man aber einfach auf die Synchronsprecher schieben könnte, wirkt im Original leider auch keinen Deut besser. Diese Realisierung im HD-Bereich würde ich seitens der Produzenten einfach mal als Unfall abtun, der auf keinen Fall noch einmal vorkommt!


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Was sich die Produzenten bei diesem Film gedacht haben, ist und bleibt wohl ein Rätsel. Das Einzige, was in diesem Film überzeugen kann, sind die realen Wurzeln der Story, die auf einem Fall im Jahre 1976 in einem kleinen bayrischen Örtchen liegen, in denen der Exorzismus angewandt wurde. Auch wenn der Film insgesamt nur ein minimales Budget aufweist, kann ich diesen wirklich keinem empfehlen. Die Schauspieler und Produzenten mögen sich zwar bemüht haben, allerdings gelingt es an keiner Stelle, irgendwie authentisches Geschehen zu produzieren, teilweise wirkt das Ganze einfach nur billig. Zu Beginn muss man in einigen Einstellungen aufgrund der Schlagermusik wenigstens noch etwas schmunzeln, was einem aber spätestens nach der ersten Viertelstunde auch vergeht. Horror – wenn man es denn überhaupt so nennen kann - auf seinem niedrigsten Niveau – Finger weg davon!




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