„Herr der Ringe“-Fans aufgepasst: Seit dem 15.01.09 steht das Spiel „Der Herr Der Ringe: Die Eroberung“ in den Regalen. Es ist aus dem Hause Pandemic, die vor allem durch „Star Wars: Battlefront“ bekannt geworden sind. Versprochen wurden spektakuläre epische Schlachten in Mittelerde und ein ausgereiftes Multiplayersystem. Ob dies alles so umgesetzt wurde erfahrt Ihr im folgenden Artikel…
Brennende Wälder, totes Vieh auf den Weiden und lautes Orkgeschrei durchstreifen das ganze Land. Die entscheidende Schlacht der Menschen ist verloren. Der weiße Baum in Gondor brennt, König Aragorn ist im Kampf um die Wetterspitze gefallen und Bruchtal erhellt mit seinen Flammen den Horizont. So sieht Mittelerde aus, wenn Frodo an den Hängen vom Schicksalsberg scheitern sollte. Nur ein kleiner Ring entscheidet über Frieden oder Tod und Verderben im ganzen Land.
Die Einzigen die dies entscheiden können, seit Ihr. „Der Herr der Ringe: Die Eroberung“ bietet eine gute, sowie eine böse Kampagne, wobei zuerst die gute Kampagne bewältigt werden muss, bis Ihr euch um die Vernichtung von Mittelerde kümmern könnt.
Die erste Schlacht beginnt in Helms Klamm. Ihr könnt aus vier verschiedenen Klassen auswählen. Zur Verfügung stehen Schwertkämpfer, Bogenschützen, Spione und Zauberer. Jede Klasse hat Ihre Vorteile, Zauberer können ihre Teammitglieder heilen, ein Schutzschild errichten sowie einen Blitz auf die Gegner schleudern. Auch mit dem Zauberstab kann er beträchtlichen Schaden zufügen.
Der Schwertkämpfer hingegen ist völlig auf den Nahkampf ausgerichtet. Mit seinem Langschwert fügt er den gegnerischen Reihen kritische Treffer zu. Die Spezialangriffe, wie der Flammenschlag oder auch der Axtwurf,
werfen die feindlichen Einheiten zu Boden, was einem viel Zeit verschaffen kann.
Der Bogenschütze ist die einzige Einheit die sich nur mit einem Fußtritt im Nahkampf wehren kann. Sobald er auf Distanz ist, kann er aber beträchtlichen Schaden mit seinen Feuerpfeilen, Giftpfeilen sowie mit Pfeilhagel zufügen.
Die letzte Klasse ist der Spion. Er ist vor allem sehr nützlich, wenn man unbemerkt hinter die feindlichen Linien gelangen will. Mit seinen zwei Dolchen schleicht er sich hinter die Feinde und sticht ihnen heimtückisch die Dolche in den Rücken. „Assassin´s Creed“ lässt grüßen. Im Großen und Ganzen sind die Klassen sehr ausgeglichen, was dazu führt, dass alle vier bei Multiplayerschlachten vertreten sind. Zusätzlich zu den Standardklassen gibt es noch Heldenklassen, wobei dort alle Helden aus Mittelerde dabei sind, von Gandalf, Aragorn, Gimli, Elrond und Baumbart bis hin zu Saruman, Sauron, Saurons Mund, Balrog und der Hexenköng.
Auf den Schlachtfeldern gibt es zusätzlich auch Pferde bzw. Warge, von denen aus man schnell über das gesamte Feld reiten und man gleichzeitig noch Pfeile schießen bzw. Schwerthiebe austeilen kann. Auch Ents und Trolle machen das „Herr der Ringe“ Feeling perfekt. Die Schauplätze sind aus den Filmen bekannt und man findet z.B. die Schlacht um Minas Tirith, die Pelenorfelder, das schwarze Tor, Minas Morgul sowie Helms Klamm wieder.
Leider ist das Spiel im Bereich Kampagne sehr schnell beendet. Die Spieldauer beträgt für Neueinsteiger für beide Kampagnen ca. fünf Stunden. In den Levelabschnitten gibt es leider auch keine Speicherpunkte. Sobald man keine Verstärkung mehr zur Verfügung hat, muss der Level von vorne gestartet werden. Dies kann teilweise zur Frustration führen, wenn man zwanzig Minuten bis zum Endgegner benötigt und am Schluss die Nerven versagen. Während dem Spiel passiert es auch des Öfteren, dass man in den Gegnermassen untergeht und so die Lebensanzeige auf Null geht. So wird man dann am nächsten Kontrollpunkt ausgesetzt. Auch während den Kämpfen kann man die Klassen an bestimmten Punkten wechseln, was einem hilft, sich auf bestimmte Situationen einzustellen. Getötete Gegner lassen auf dem Spielfeld „grüne Kugeln“ fallen, die einem die Lebensanzeige wieder auffüllen. Sobald man sich an einem Punkt verkeilt und nicht mehr weiterkommt, bietet das Spiel einem an, einen Helden zu spielen. Diese können allerdings nicht frei gewählt werden, sondern werden einem je nach Level explizit angeboten.
Der Multiplayer beinhaltet alle Schlachtfelder, die in verschiedenen Modi gespielt werden können. Zur Verfügung stehen einem Eroberung, Finde den Ring, Team Deathmatch, Helden Team Deathmatch sowie der Kampagnenmodus, der mit bis zu 4 Spielern absolviert werden kann. Auch an einer Konsole kann die Kampagne gespielt werden, allerdings hier nur zu zweit. Die Online-Matches können mit bis zu 16 Spielern ausgetragen werden. Leider gibt es hier aber kein Ranking System d.h. es gibt keine Möglichkeiten Ränge aufzusteigen sowie seine Lieblingsklasse entsprechend mit neuen Waffen auszurüsten.
Die Grafikengine zeigt sich in manchen Levels von ihrer besten Seite, vor allem wenn die Schlachtfelder hell erleuchtet werden. Leider gibt es auch welche, die sehr karg und lieblos gestaltet und die Texturen sehr verschwommen sind. Die Engine ist nicht das Feinste vom Feinsten, dafür werden Schatteneffekte sehr schön in Szene gesetzt.
Die Musik wurde aus den Filmen übernommen und ist daher passend und erhöht den Widererkennungswert. Das ganze klingt sehr authentisch, da diese auch sehr gut in einzelnen Szenen angepasst wurde. Leider geht Sie teilweise im Eifer des Gefechts unter. Die Schreie von Orks, das Brüllen von Trollen sowie das Kreischen der Nazguls wurde auch aus den Filmen adaptiert und gibt einem das Gefühl mitten drin zu sein.
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