Der virtuelle Fußball – Fifa 14 gegen PES 2014

Der virtuelle Fußball – Fifa 14 gegen PES 2014

Genre: Gamescom 2013

Der virtuelle Fußball – Fifa 14 gegen PES 2014   28.08.2013 von Torsten

Einer meiner liebsten Zeitvertreibe, wenn ich mal wieder Strom auf eine meiner Konsolen werfe, ist und bleibt eine zünftige Partie Rasenschach. Nun mag es für den einen oder anderen ja an einen undenkbaren Frevel grenzen, aber ich bin weder dem einen, noch dem anderen Lager fest zugehörig und daher grundsätzlich neutral wie die Schweiz, wenn es um Konamis oder eben EAs Interpretationen dieses virtuellen Sports geht. Umso unentschlossener war ich nach der diesjährigen Gamescom und warum ich so empfinde, erschließt sich aus dem nachfolgendem Absatz.

 

 

Den Anfang machte auf der diesjährigen Gamescom mein Versuch in EAs Produktlager. Im ersten Raum war die aktuelle und schon recht fertig wirkende Version, die auf einer Xbox 360 lief, anzuspielen. FIFA 14 machte auf der CurrentGen-Konsole einen ausgewogenen Eindruck. Ein etwas indirekteres Gameplay, vor allem bei der Ballannahme und -verarbeitung, einige - zumindest bei der Testpartie - frischer wirkende Animationen, aber im Großen und Ganzen spielte es sich doch im Vergleich zur Vorjahresversion sehr ähnlich.

Ohne den direkten Vergleich ließ sich das bei dem einen Probespiel aber nicht abschließend beurteilen. Im nächsten Raum ging es dann an die Version für Xbox One wie auch Playstation 4. Mit großer Begeisterung schlossen sich meine Hände zum ersten Mal um die neuen Gamepads und die Befürchtung, EA würde für die NextGen-Konsolen lediglich eine mit einer höheren Auflösung aufgehübschte Version anbieten, sollten sich nicht bestätigen. Bei der Entwicklung nutzte EA offensichtlich die gesteigerten Hardware-Ressourcen, um neben der schöneren Umgebung vor allem die Physik-Berechnungen zu verbessern. Es fühlte sich so dann auch mehr nach „richtigem“ Fußball, denn nach einer virtuellen Simulation an. Während man in der CurrentGen-Variante quasi mittig im Körper den Ball zu führen scheint, wurde die Lederkugel auf den NextGen-Konsolen auch gefühlt mit den Füßen geführt. Und da sich diese nun einmal im Lauf nicht genau unter dem Spielerkörper befinden, vergrößert sich auch der damit verbundene Aktions-Radius der Spieler. Allerdings steuerten sich Spieler so auch etwas ungelenker und behäbiger, da gerade Richtungsänderungen eine lange Zeit benötigten und die Beschleunigung der Spieler gedrosselt schien. Auch schienen Pässe, die für hinter den ballführenden Spieler befindliche Teamkameraden gedacht waren, auffällig oft unvollständig zu bleiben. Fehlpässe waren allgegenwärtig und behinderten oft den Spielfluss. Aber gut, ist ja alles noch nicht final und mal sehen, wie das fertige Produkt dann aussieht.

Im Nachgang an den Besuch blieb dann aber neben der Freude über den neuartigen NextGen-Fußball auch ein mulmiges Gefühl, dass die zur Verfügung stehenden Ressourcen der Entwickler eher in die NextGen-Varianten gesteckt wurden und dabei die Weiterführung des Gameplays der jetzigen Konsolen-Generation auf der Strecke blieb.

 


Der Besuch bei Konami sollte dagegen polarisieren, was nicht an der Qualität des Spiels lag. Denn die spielbereite Version, an die ich Hand anlegen durfte, wurde auf dem Devkit einer PS3 präsentiert. Die Nachfrage an den PR-Manager Konamis, ob Konami denn EA nun kampflos das Feld überlassen würde, legte seine unwiderrufliche Meinung zu der Themenlage klar. Konami lehne es ab, eine NextGen-Version hinzuschludern, die lediglich höher aufgelöste Grafiken bietet. Wenn es denn dann noch ein NextGen-PES geben sollte, würde dieses ein sauber auf das neue System aufgebautes Spiel sein. PES 2014 wird daher weiterhin speziell auf das bereits bestehende System angepasst, um Einbußen an der Sorgsamkeit und somit auch der Qualität zu vermeiden. Und tatsächlich war ich dann von der Spielbarkeit des Spiels positiv überrascht. Hochdynamisch und absolut flüssig, zudem mit einem neuen, instinktiv zu bedienenden Freistoß-System, das endlich für einsteigerfreundliche Bananenflanken und spektakuläre Tore sorgt. Die neue Fox-Engine sorgte zudem endlich für den erhofften Neustart des Spielgefühls. Realistisch anmutende Ballphysik und Spieler, die Schüsse nun glaubhaft blockieren. Für die Playstation 2 und die PSP wird es allerdings aus oben genannten Gründen des Aufwands kein eigenes Spiel mit neuer Engine geben. Die alten Systeme bekommen lediglich zu einem vergünstigten Preis angebotene Kader-Updates im alten Spielgewand.

 

 

Eindruck:

Das Ergebnis wird dieses Jahr auf zwei Ebenen stattfinden. EA sichert sich kampflos die Pole Position im Kampf um die Fußballkrone der NextGen-Konsolen. Konami bleibt hier in Lauerstellung. Aber vielleicht schlagen sie ja mit einiger Verspätung dann im nächsten Jahr schlagkräftig zurück und überraschen mit einer aufwändig und völlig neu aufgebauten Fußball-Simulation. Für den Kampf auf dem Sektor der bereits vorhandenen Heimkonsolen scheint es dagegen so knapp wie nie zu werden. PES 2014 verzückt mit einem blitzsauberen und hochdynamischen Spiel, wohingegen FIFA 14 zum gegenwärtigen Zeitpunkt sich nicht allzu stark vom Vorgänger zu unterscheiden schien.




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