Diablo 3 Reaper of Souls

Diablo 3 Reaper of Souls

Publisher: Blizzard
Entwicklerstudio: Blizzard
Genre: Action RPG
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 25.03.2014
USK 16

Diablo 3 Reaper of Souls    07.04.2014 von Täx

Der König ist tot, lang lebe der Tod! So oder so ähnlich könnte man das erste Add-on zu Blizzards Action-RPG Diablo 3 beschreiben. Wir haben für Euch das Spiel auf Herz und Nieren getestet, unzählige Dämonen und Engel vernichtet und mit dem Kreuzritter die Westmark befriedet. Was wir dabei erlebt haben und warum wir Reaper of Souls gerne als Original-Diablo 3 gesehen hätten, klären wir hier im Test. Wer das Spiel gar nicht kennt und keine Ahnung hat, was er dort tun muss, kann sich HIER den Artikel zum Hauptspiel durchlesen!

 

Diablo, der Herr der Schreckens und das oberste aller Übel ist gefallen ... und zwar buchstäblich aus allen Wolken. Nachdem wir am Ende der Hauptkampagne die hohen Himmel befreit haben, steht der Erzengel Tyrael als neu ernannter Aspekt der Weisheit vor der Frage, was mit dem schwarzen Seelenstein geschehen soll. In diesem ist Diablo eingeschlossen, nachdem er sich die Seelen aller anderen Übel einverleibte. In den heiligen Gefilden der hohen Himmeln kann er nicht bleiben, so nimmt Tyrael den Stein an sich und versteckt ihn in Sanktuario, der Welt der Menschen. Um ihn zu schützen gründet Tyrael die Horadrim neu, den Orden, den er selbst vor Jahrhunderten ins Leben rief, um das Übel zu jagen und zu bannen. Das Ende des ewigen Konfliktes scheint zum Greifen nah und die Menschen, leidgeprüft durch den Krieg zwischen Engeln und Dämonen, sehnen sich nach Ruhe und Frieden.

 

Doch jetzt taucht ein neuer Gegner auf – einst selbst ein Erzengel, jetzt der Engel des Todes. Malthael, der ehemalige Aspekt der Weisheit ist zurück. Er glaubt, dass die Zeit gekommen ist, den ewigen Konflikt zu beenden. Nach den Übeln muss jetzt noch alles dämonische vernichtet werden, um einen dauerhaften Frieden im Universum zu schaffen. Doch auch die Menschen Sanktuarios tragen dämonisches Blut in sich, sind sie doch Nachfahren der Nephalem, die ihrerseits der Verbindung aus Engeln und Dämonen entstammen. So startet Malthael einen Vernichtungsfeldzug gegen die Menschen, beginnend mit der Stadt Westmark. Tyrael schickt umgehend einen Boten zu dem Helden, der Diablo bezwang. Wieder einmal ist er der Einzige, der die Angreifer besiegen könnte. Doch dieses Mal steht mehr auf dem Spiel! Dieses Mal geht es darum, die Menschheit vor ihrer völligen Vernichtung zu bewahren. Wenn es dem Helden nicht gelingt, Malthael aufzuhalten, sind die Tage Sanktuarios bereits jetzt gezählt ...

 

Der neue Akt - AKT V

 

Mit Reaper of Souls führt Blizzard die Geschichte mit einem fünften Akt fort. Dieser spielt in der Region Westmark. Größenteils bewegen wir uns durch die Gassen einer mittelalterlichen Stadt, dementsprechend düster und unheimlich präsentiert sich die Grafik. Im Laufe der Geschichte erkunden wir außerdem noch die umgebenden Sümpfe und das Pandämonium, das Schlachtfeld auf dem sich Engel und Dämonen seit Urzeiten bekriegen. Insgesamt hat der fünfte Akt einen Umfang von 5 bis 8 Stunden und ist damit der Längste aller Akte. Selbstverständlich ändert sich die Dauer des Spiels mit dem Schwierigkeitsgrad, der Ausrüstung und der Art und Weise, wie Ihr spielt. Rennt Ihr nur durch oder erkundet Ihr immer und immer wieder auch noch den letzten Winkel der Karte?

 

Die neue Klasse: der Kreuzritter

 

Mit dem Kreuzritter steh uns noch eine neue Klasse für die Monsterhatz zur Verfügung. Ein Ritter, der schwer gerüstet auf den Schlachtfeldern steht und im Nahkampf oder mit Zaubern seine Feinde niederstreckt. Wer jetzt an den Paladin aus Diablo 2 denkt, liegt vollkommen richtig. Der Kreuzritter spielt sich tatsächlich wie der Paladin mit einem Touch vom Mönch. So hat er die Ressource Zorn, die sich im Laufe der Zeit oder mit bestimmten Attacken regeneriert und stärkt sich selbst und seine Mitstreiter mit Gebeten. Diese verleihen ihm eine Aura der Stärkung, die beispielsweise das Angriffstempo erhöht oder die Heilung verbessert. Das alles klingt so ein bisschen nach den Mantras des Mönchs, oder? Hier hat es sich Blizzard unserer Meinung nach ein wenig zu einfach gemacht. Einerseits macht die Einführung des Paladin-Klons durchaus Sinn, war die Klasse in Diablo 2 eine der beliebtesten. Auf der anderen Seite hätten wir uns mehr über eine völlig neue Klasse gefreut. Innovation kann man das nicht unbedingt nennen. Der Kreuzritter fügt sich bei aller Kritik aber hervorragend in die Riege der Helden ein und erscheint bis heute nicht übermächtig. Er kämpft wahlweise mit einem Einhänder zusammen mit einem Kreuzritterschild oder ab Level 10 wahlweise sogar mit einer Zweihandwaffe und einem Schild. Für diese Fähigkeit opfert Ihr allerdings 15% Angriffstempo, was aber nicht weiter ins Gewicht fallen sollte, da der Kreuzritter sowieso keine Geschwindigkeitsrekorde aufstellen wird. Zusätzlich darf nur der Kreuzritter die neue Waffe, den Flegel, führen. In höheren Schwierigkeitsgraden entfaltet er sein Potenzial als typischer Tank. Wenn man einen Ritter dabei hat, wird das Leben in Sanktuario deutlich einfacher. Er kann dort seinen Kopf hinhalten, wo man seinen eigenen nicht verlieren möchte.

 

Die mürrische Mystikerin Miriam


Mit dem Add-on erhält auch die Mystikerin Einzug in die Riege der Handwerker. Eigentlich war sie bereits für das Hauptspiel geplant, doch Blizzard entschied sich damals kurzfristig dazu, sie wieder zu entfernen. Miriam lässt Euch jeweils einen Wert eurer Ausrüstung neu auswürfeln, um sie noch besser der eigenen Spielweise anzupassen. Dabei könnt Ihr in der Vorschau sehen, wie sich die Werte ändern könnten: So macht Ihr aus Feuerresistenz beispielsweise Widerstand gegen alle Schadensarten. Außerdem könnt Ihr die Optik Eurer Ausrüstung verändern. Das sogenannte „transmogrifizieren“ ist Spielern aus World of Warcraft bereits seit langem bekannt. Dabei könnt Ihr Euch Standartvorlagen aussuchen oder das Modell von eigenen Gegenständen kopieren. Auf Dauer wird das teuer, aber wer will denn nicht wie ein gefährlicher Held aussehen, anstatt in Lumpen durch die Gegend zu rennen.

 

Ruhm der Nephalem, Heiltränke und XP-Brunnen

 

Manche Feinde lasse neuerdings gelbe Kugeln fallen, die Euch den Buff „Ruhm der Nephalem“ kurzzeitig bescheren. Dieser Stärkungszauber lässt sich bis zu drei Mal stapeln:

 

  • Beim ersten Buff erhöht Ihr die Werte eures Helden.
  • Beim zweiten Buff erhöht Ihr die Werte weiter und könnt schneller laufen.
  • Beim dritten Buff gibt es Explosionen um Euch herum, welche den Gegnern Schaden zufügen. 

 

Neben den zahlreichen roten Brunnen, mit denen Ihr Euch heilen könnt, gibt es nun auch gelbe Brunnen, welche Euch einen Bonus auf die erhaltenen Erfahrungspunkte geben. Dieser Buff hält solange, bis Ihr eine bestimmte Anzahl an Gegnern ausgeschalten habt oder bis Ihr gestorben seid. Auch dieser Buff ist stapelbar. Ebenso wurden seitens Blizzard die Heiltränke verändert. Es gibt jetzt nur noch eine Art von Heiltränken, die immer 60 Prozent Eures Lebens wiederherstellen, unabhängig davon, wie viel Leben Ihr zu diesem Zeitpunkt hattet.

 

Die Erhöhung der Stufen


Blizzard hat mit Reaper of Souls das System der steigenden Schwierigkeitsgrade radikal überarbeitet. Konnte man bisher zwischen den Stufen „Normal“, „Alptraum“, „Hölle“ und „Inferno“ wählen, stehen seit dem Add-on die Grade „Normal“, „Schwer“, „Profi“, „Meister“ und „Qual“ zur Auswahl. Auch die Monsterstufen 1 bis 10 gibt es nicht mehr, stattdessen wählen wir ab „Qual“ zwischen Stufe 1 bis 6. Mit jeder höheren Stufe steigt das Leben und der Schaden der Gegner, aber auch die Erfahrung und die Menge an Gold, welche die Feinde fallen lassen. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich im Spiel jederzeit um eine Stufe nach oben oder unten regeln. Mit erreichen der neuen Maximalstufe 70 werden wie gewohnt die Paragonstufen freigeschaltet. Anders als im Original sind die Paragonstufen nicht mehr auf Stufe 100 limitiert. Und anstatt feste Werte wie zum Beispiel Magiefundbonus zu erhöhen, habt Ihr jetzt mit jedem Paragonlevel die Möglichkeit, einen Talentpunkt in vier unterschiedlichen Kategorien zu verteilen. Das hat zwar nicht die Tiefe eines Diablo 2-Skillsystems, ist aber durchaus ein guter Ansatz. Um in jeder Kategorie alle Stufen zu erhalten, benötigt Ihr übrigens Paragonlevel 800!

 

Bildergalerie von Diablo 3 Reaper of Souls (10 Bilder)

Der neue Abenteuermodus


Nachdem Ihr Akt 5 einmal beendet habt, schaltet Ihr den sogenannten Abenteuermodus frei. In diesem könnt Ihr Euch an verschiedene Orte aus allen Akten teleportieren und Kopfgelder verdienen. Das kann einmal ein bestimmter Gegner sein, den Ihr ausschalten müsst oder ein NPC, den es zu beschützen gilt. Für das Abschließen der Kopfgelder bekommt Ihr eine Menge Erfahrungspunkte, Gold und Bruchstücke eines Schlüssels. Mit fünf von diesen Fragmenten kann ein Tor geöffnet werden, welches Euch in eine Paralleldimension bringt. In dieser wimmelt es nur so von speziellen Gegnern, die sehr gute Gegenstände fallen lassen. Am Ende müsst Ihr gegen einen Portalwächter antreten, der seinerseits auch sehr gute Ausrüstung für Euch dabei hat.


Das Fazit von: Täx

Täx

Blizzard hat mit Diablo 3 - Reaper of Souls ein sehr gutes Add-on herausgebracht. An vielen kleinen Schrauben wurde gedreht und viele Änderungen, welche die Community gefordert hat, wurden umgesetzt. Mit dem neuen Akt konnte die Geschichte um unsere Helden sehr gut fortgeführt werden. Der Kreuzritter fügt sich gut in die vorhandenen Klassen ein und wird trotz aller Stärken nicht zum "must have" in jeder Gruppe. Nur mit Innovationen und Überraschungen hat Blizzard gespart. Auch wenn die neuen Inhalte toll sind und das Spiel in vielen Aspekten verbessert und abrundet wurde, ist doch nichts wirklich neu und bahnbrechend. Auch wenn an dem Grundsatz "never change a running system" prinzipiell nichts auszusetzten ist, hätte ich mir für fast 40 Euro doch ein wenig mehr „WOW“-Momente gewünscht. Trotzdem ist Reaper of Souls eine fantastische Erweiterung geworden und wir können jedem eine absolute Kaufempfehlung aussprechen. 


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positiv negativ
  • Tolle Atmosphäre
  • Die Mystikerin ist da ...
  • Neuerungen fügen sich gut ins Spiel ein
  • Akt V erzählt eine spannende Geschichte
  • Kreuzritter für alle Paladinfans ein Muss
  • Wenig Innovation
  • ... die eigentlich schon im Hauptspiel hätte sein sollen
  • Hoher Preis für wenig Inhalt
  • Preis für die Sammleredition viel zu hoch





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