Die Besucherin

Die Besucherin

Originaltitel: Die Besucherin
Genre: Drama
Regie: Lola Randl
Hauptdarsteller: Sylvana Krappatsch • Samuel Finzi
Laufzeit: ca. 102 Minuten
Label: Epix Media AG
FSK 12

Die Besucherin   27.12.2009 von Tobi

Deutsche Filme richten sich immer an ein ganz bestimmtest Publikum, denn hier steht oft die Geschichte um einen Menschen im Vordergrund. Die Machart ist meist ruhig und es werden nicht viele Effekte eingesetzt. Die Schauspieler kommen meist aus dem Theater-Bereich und agieren dementsprechend gut. Der Film „Die Besucherin“ passt genau in dieses Schema. Der folgende Bericht zeigt, ob der Film einen Blick wert ist.

 

Agnes ist die typische moderne Frau. Sie ist beruflich sehr erfolgreich und hat mit ihrem Mann und ihrer Tochter eine Familie, die ihr Halt gibt. Ihr Job als Wissenschaftlerin in einer Nervenklinik fordert sehr viel von ihr, wodurch das Familienleben ab und an zu kurz kommt. Das führt dazu, dass Agnes immer emotionsloser wird, da sich eine gewisse Leere in ihr Leben geschlichen hat. Nicht mal das Überfahren eines Mannes kann ihr das kleinste Gefühl entlocken. Doch nach genau diesem Ereignis beschließt sie diesen Umstand zu ändern und wieder zu sich selbst zu finden.

 

Ihre Schwester Karola beauftragt sie die Blumen in der Wohnung eines befreundeten Ehepaares zu gießen und immer mal wieder nach dem Rechten zu sehen. Agnes findet Gefallen daran in der Wohnung alles Mögliche über das Ehepaar zu erfahren. Sie geht förmlich darin auf und stürzt sich in eine komplett fremde Welt. Eines Tages legt sich Agnes in das dortige Ehebett und die Wohnungstür geht auf. Herein kommt ein Mann namens Bruno, der sofort mit ihr schläft. Wieder und wieder kehrt Agnes zu dieser Wohnung zurück, um diese Anonymität zu erleben. Doch sie muss sich zwischen dieser und ihrer Verantwortung gegenüber ihrer eigenen Familie entscheiden.

 

Hui, dieser Film ist schwere Kost und sicherlich nicht jedermanns Sache. Die Machart ist extrem ruhig und die Regisseurin Lola Randl verlässt sich komplett auf ihre Schauspieler. Das funktioniert eigentlich sehr gut, doch man muss sich als Zuschauer darauf einlassen. Sonst lässt einen das Gezeigte kalt und man kann mit dem Film nichts anfangen. Man merkt hier wirklich, dass die Akteure vom Fach sind, denn man nimmt ihnen ihre Rollen ab. Doch kann genau das einen guten Film ausmachen?

 

Meine Meinung funktioniert das Ganze nicht so ganz. Der Stoff eignet sich eher für ein Buch oder für ein Theaterstück, denn hier fehlen einige Dinge, die einen guten Film ausmachen. Die Musik plätschert irgendwie vor sich hin und als Zuschauer kommt man sich vor, als ob man im Halbschlaf ist. Viele Dinge kann man nur erahnen, da man ja nicht die Gedanken der Charaktere lesen kann. Das würde, wie bereits erwähnt, in einem Buch sehr gut funktionieren. Des Weiteren ist der Stoff auch eher für Frauen geeignet, die sich in der Figur wieder finden können. Männer sind da eher distanzierter. Aber das muss jeder selbst sehen.

 

Die DVD-Auswertung von Epix liegt ein klein wenig über ihren derzeitigen Standardveröffentlichungen. Das Bild ist wirklich klasse und lässt keine Wünsche offen. Der Ton liegt in Dolby Digital 5.1 und Dolby Digital 2.0 vor. Die Surround-Tonspur ist eigentlich nicht nötig, da es ein reiner Dialogfilm ist. Daher eignet sich die Dolby Digital 2.0 Tonspur schon eher, da sie auch ein wenig lauter wirkt. Als Bonusmaterial kann ein Interview mit der Regisseurin und die bekannte Epix-Trailershow angeschaut werden. Und das Wendecover ist auch wieder mit dabei.


Das Fazit von: Tobi

Tobi

Ich will den Film hier nicht schlecht machen, da es mir nicht zusteht meine Meinung jemandem aufzudrängen. Sicherlich wird „Die Besucherin“ ihr Publikum finden, da es viele Leute gibt, die mit diesem Stoff etwas anfangen können. Bei mir war dies leider nicht der Fall und daher vergebe ich eine durchschnittliche Bewertung. Ich kann nur jedem empfehlen die Inhaltsangabe genau zu lesen und dann zu entscheiden, ob der Stoff interessant klingt. Für Interessierte ist dieser Film sicherlich eine kleine Perle seines Genres.


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