Die Kinder der Seidenstraße

Die Kinder der Seidenstraße

Originaltitel: The Children of Huang Shi
Genre: Drama
Regie: Roger Spottiswoode
Hauptdarsteller: Jonathan Rhy Meyers • Arthur Cohn • Martin Hagemann
Laufzeit: ca. 118 Minuten
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 12

Die Kinder der Seidenstraße   06.03.2010 von DeWerni

Der Kriegsjournalist George Hogg bekommt viel Leid, Hass und Elend im chinesischen Krieg mit. Nachdem er fast selbst getötet wurde, wird er von einer Ärztin zur Erholung in ein Waisenhaus geschickt, in dem er die chinesische Kultur besser kennenlernen kann. Er hilft dort, wo er kann und will die Kinder schließlich selbst vor den Leiden des Krieges retten…
 
Der Kriegsjournalist George Hogg (Jonathan Rhy Meyers) kommt auf eigenen Wunsch in die chinesische Stadt Nanking, die die Japaner vor kurzem dem Erdboden gleich gemacht haben. Dort will er neue, imposante Bilder schießen. Per Zufall wird er aber Zeuge eines grauenhaften Massenmordes. Die besetzenden Japaner treiben alle noch dort verbliebenen Chinesen auf einem Platz zusammen. Danach schießen sie wahllos in die hilflose Menge bis sich schließlich keine der Personen mehr rührt. Anschließend werden die Leichen aufgetürmt und gemeinsam verbrannt. Geistesgegenwärtig schießt der Journalist unter Todesangst einige Fotos, um die Gräueltaten zu dokumentieren. Kurz darauf wird er von einer Patrouille überrascht und festgenommen. Er wird einem der oberen Militärs vorgeführt, dem er glaubhaft versichern kann, dass er lediglich westlicher Journalist ist. Doch als das Militär die Kamera findet und die Bilder untersucht, wird schnell klar, dass er sich in Lebensgefahr befindet. Das japanische Militär sieht das Ganze als verleumderische Maßnahme an und gibt den Befehl, George zu töten.

Als sein Henker gerade zum finalen Schlag ausholt, fällt aus dem Nichts ein Schuss. George hat Glück und wird von einer rebellischen Organisation und deren Mitanführer Chen Hansheng (Chow Yun-Fat) gerettet. Allerdings hat er trotzdem einiges abbekommen, so dass ihm die Ärztin Lee Pearson (Radha Mitchell) ans Herz legt, in ein Waisenhaus in den Bergen zu gehen, um dort die chinesische Kultur besser kennen zu lernen und die Wunden auszukurieren. Nachdem er dort angekommen ist, wird schnell klar, dass die anwesenden Kinder unter unmenschlichen Verhältnissen leben. Kurze Zeit später taucht Lee dort selber auf, bringt Arzneimittel und bittet ihn, die Leitung der Kinder zu übernehmen und den Wiederaufbau des Waisenhauses voranzutreiben. Auch wenn sich das Verhältnis zwischen ihm und den Kindern anfangs als schwierig gestaltet, so bilden sich doch schnell erste Sympathien, vor allem weil er auch deutlich bessere Verhältnisse im Waisenhaus schafft. So gelingt es ihm den Stromgenerator zu reparieren, wodurch auch warmes Wasser und eine Heizung bereit steht. Doch der Krieg breitet sich weiter aus und schnell stehen die Japaner kurz davor, auch das Kloster zu übernehmen. Er beschließt, mit den Kindern eine gefährliche Reise anzutreten. Er möchte 1000km über die Seidenstraße nach Westen durch verschneites Gebirge und trockene Wüste und einen Neuanfang in Sicherheit wagen…

Wird George mit seinen Kindern und Lee den Weg über das Gebirge und die Wüste schaffen? Wie werden sie dort empfangen werden? Werden sie die Chance für einen Neuanfang bekommen? Oder werden sie doch vom Krieg eingeholt werden? Und was wird eigentlich aus George und der hübschen Lee?

Der Regisseur Roger Spottiswoode hat ein Werk geschaffen, was auf einer wahren Begebenheit beruht. Dabei hat er sich allerdings zum Großteil auf die Erinnerungen und Berichte der heute noch lebenden Zeitzeugen verlassen, die zu der Zeit im Waisenhaus waren und die Reise mitgemacht haben. So ist es auch kaum verwunderlich, dass durch die Dankbarkeit der Waisen kaum jemand über negative Aspekte der Taten von George Hogg berichten. Es gleicht schon fast einer Vergötterung. So handelt es sich bei diesem Werk um eine recht großzügige Interpretation, was der Spannung und dem Film aber nicht unbedingt schaden.

Technisch gesehen gibt es an der Blu-ray Version nicht viel zu meckern. Die meiste Zeit wirkt das Bild recht scharf, nur an einzelnen Stellen sind einige Unschärfen zu entdecken. Natürlich kommt die Qualität des Bildes auch gut durch die vielen Landschaftsaufnahmen zur Geltung. Die Helligkeit sowie die Farben des Bildes sind in Ordnung. An manchen Stellen wird es aber etwas zu blass wiedergegeben, an anderen dagegen zu dunkel. Dies fällt aber nur bei genauerem Hinsehen auf, in der Regel kann man, wie gesagt, nicht meckern. Der Ton wird in Deutsch und Englisch jeweils als 5.1 Masterspur geliefert. Aus diesem Grund kommen die Soundeffekte auch mit ordentlichen Druck aus den Bassboxen, außerdem klingen auch die Dialoge kräftig aus dem Frontlautsprecher, so dass sie jederzeit gut zu verstehen sind. Dazu werden die Surroundeffekte gut genutzt, was natürlich vor allem bei dem Kriegsszenen bemerkbar ist. Insgesamt gesehen kann man also von einer gelungenen Blu-ray Umsetzung sprechen, deren Kauf durchaus lohnenswert ist.

Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Eine sehr eindrucksvolle, unterhaltsame und interessante Umsetzung des Films. Dazu kommt die überzeugende Story des englischen Kriegsjournalisten George Hogg, die auf einer wahren Begebenheit beruht. Dabei machen außerdem die Schauspieler einen richtig guten Job. Die Szenarien mit den gelungenen Landschaftsaufnahmen tragen den Rest dazu bei. So wird der Film rund um die Leidensgeschichte einer Menge von Waisenkindern unter der Obhut des Journalisten und ihre gefährliche Flucht vor den kriegerischen Auseinandersetzungen des frühen 20. Jahrhunderts zwischen China und Japan nie langweilig. Der Film ist ausnahmslos zu empfehlen –auch auf Blu-ray- jedenfalls wenn man auch auf ein wenig ernsthafte Filme steht und nicht immer nur oberflächliche Action im Vordergrund stehen muss.


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