Die Rückkehr zur geheimnisvollen Insel 2

Die Rückkehr zur geheimnisvollen Insel 2

Publisher: Peter Games
Entwicklerstudio: Kheops Studio
Genre: Adventure
Sub-Genre: Rätsel-Adventure
Art: Midprice Titel
Erscheinungsdatum: 16.10.2009
USK 6

Die Rückkehr zur geheimnisvollen Insel 2   22.01.2010 von DeWerni

Kurz nach der Rettung von der geheimnisvollen Insel am Ende des ersten Teils durch einen Rettungshubschrauber, wird dieser auch schon wieder über der Insel abgeschossen. Naja, nicht gerade ein innovativer Einstieg. Was das Game aber sonst noch zu bieten hat und ob der Rest besser ist, erfahrt ihr in diesem Bericht…
 
In der letzten Zeit gab es nicht viel zu berichten rund um die französischen Entwicklerstudios von Kheops. Die letzte Veröffentlichung von Dracula 3 – Der Pfad des Drachen liegt ja nun doch schon ein Weilchen zurück – sie war im Sommer 2008 -, was durchaus komisch ist für eine Spieleschmiede, die normalerweise regelmäßig im Jahr zwei bis drei Spiele veröffentlicht. Seit der Ankündigung des zweiten Teils der Rückkehr zur geheimnisvollen Insel sind die Erwartungen gerade wegen der langen Entwicklungszeit stetig hoch gehalten worden. Der erste Teil erschien auch im Rahmen der Jules Vernes Collection im Jahre 2004 und knüpfte an dessen bekannten Roman „Die geheimnisvolle Insel“ an. Auch dadurch dass der erste Teil des Spiels ein voller Erfolg war, wurden die Erwartungen Seitens der Spieler nicht gerade niedrig gehalten. Anschließend an die Story des ersten Teils blieben noch genug offene Fragen, die geklärt werden könnten. Kurz und knapp gesagt – natürlich sollte das Spiel eine Weiterentwicklung in allen Bereichen zeigen. Nun aber mal zum Spiel an sich.

Zu Beginn bekommt man nochmals eine kurze Einführung und Überblick über die vorangegangenen Geschehnisse. Dabei kann man auch gleich entscheiden, ob man die Storyline des ersten Teils nochmals kurz zusammengefasst haben möchte. Diese und die einführende Geschichte wird anhand von Standbildern im Comic Stil erzählt. Also Ende des ersten Teils wurde Mina – der Hauptcharakter des Spiels – von der verlassenen Insel mit einem Rettungshelikopter gerettet. Naja, wobei man von Rettung nicht mehr unbedingt sprechen kann, da man zum Storybeginn des zweiten Teils erfährt, dass genau dieser Rettungshubschrauber direkt nach dem Verlassen der Insel abgeschossen wird und ins Wasser stürzt. Mina kann sich mit ihrem kleinen tierischen Begleiter – einem Äffchen – gerade noch an Land retten.

Allerdings hat sich Mina verletzt und bedarf ein wenig medizinischer Versorgung. Also übernehmt ihr die Rolle des Affen Jep und macht euch auf den Weg, irgendetwas zu finden, mit dem Mina ihr Bein versorgen und verbinden kann. Außerdem braucht sie natürlich auch etwas Stärkung, so dass ihr Mina gleich noch etwas Essbares mitbringt. Alles was ihr findet, landet in einem Inventar. Dazu aber an späterer Stelle noch ein paar Worte. Also neu bei dieser Ausgabe ist auf jeden Fall die Möglichkeit, zwischen den beiden Charakteren Mina und ihrem Affen Jep hin und her zuschalten. Je nachdem an welcher Stelle des Spiels ihr euch gerade befindet, ist dies auch hilfreich und notwendig. So kann Jep beispielsweise im Gegensatz zu Mina auch durch schmale Spalten hindurch oder auf Bäume hoch klettern. Ein Nachteil an der Rolle des Affen ist dann aber, dass dieser keine Gegenstände miteinander kombinieren kann, dies ist und bleibt Mina selber vorbehalten.

Und wie kann ich das Geschehen lenken?!
Das Gameplay ist natürlich, wie auch nicht anders zu erwarten war, typisch für ein Adventure. Ihr steuert euren übernommenen Charakter durch die 360-Grad-Umgebung per Mausklick. So könnt ihr pro „Bild“ an ein paar individuelle Stellen des Szenarios gelangen. Im Großen und Ganzen klickt ihr auch aber lediglich von Bild zu Bild, sucht die einzelnen Bereiche mit der Maus nach brauchbaren Gegenständen ab und versucht, diese dann am Anschluss sinnvoll zu kombinieren, um im Geschehen weiter zu kommen. Per Rechtsklick auf der Maus erscheint dann euer Inventar, mit dem ihr außerdem Zugriff auf das Hauptmenü und euer Tagebuch habt. Und dies ist auch schon das größte Manko des Spiels. Die Steuerung innerhalb des Inventars ist teilweise wirklich relativ umständlich umgesetzt. Es ist so, dass viele Gegenstände des Öfteren in einer Art Zwischenbereich hängen bleiben, diese müsst ihr dann manuell ein- und aufräumen. Außerdem ändern sich die Aktionen, die ihr durchführen könnt, je nach übernommenen Charakter, was einem ständig zum hin- und herschalten zwingt und nicht gerade zur Übersichtlichkeit beiträgt.



Was sehr schön gemacht ist, ist auf jeden Fall die Integration der Objekte in die Umgebung. Es fällt also nicht sofort auf, welches der Objekte für euch nutzbar ist. Die Darstellung sieht somit authentischer aus, allerdings reduziert sich das Ganze oft auf millimetergenaues Absuchen des Bildschirmes mit dem Mauszeiger. Sobald ihr einige Objekte gefunden habt, ist dann natürlich auch eure Kombinationsgabe gefragt, mit der ihr Gegenstände sinnvoll kombinieren sollt, um das Geschehen voranzutreiben. Auch dies wird leider des Öfteren auf ein wildes Try-and-Error Geklicke reduziert. Weitere Elemente innerhalb des Spiels sind Rätsel, die euch schon Einiges abfordern, auch wenn die Hauptaufgabe oft das Finden von Nahrung oder die Flucht von der Insel ist. Gerade die Kombination der richtigen Gegenstände, um dem aktuellen Ziel ein wenig näher zu kommen, stellt teilweise schon wirklich eine harte Nuss dar. Dies ist aber auch augenscheinlich klar, wenn man sich alleine mal die Anzahl der Inventarplätze von 200 Slots anschaut. Da bleiben doch einige Kombinationsmöglichkeiten. Und das ist dann eben der Hauptgrund dafür, dass die Rätsel so schwer erscheinen. Die letzte Besonderheit, die ich an dieser Stelle noch ansprechen möchte, sind die integrierten Minispiele. Diese nerven zwar mit der Zeit etwas, weil sie ständig und überall auftauchen, aber trotz allem stellen sie doch eine nette Alternative zum doch recht linearen Verlauf des Hauptspiels dar. Es handelt sich übrigens meist um Geschicklichkeitsspiele.

Einige negative Aspekte müssen in diesem Kontext allerdings auch noch genannt werden. So ist die Steuerung teilweise doch recht nervig und hakt hin und wieder. Außerdem fragt man sich als geneigter Adventuregamer, was eine Punktevergabe und damit abschließend nach dem Lösen des Adventures ein Highscore bei Durchspielen verloren hat. Naja, manche werden sicherlich ihren Spaß und auch eine Menge Motivation daran finden, das Game mehrfach durchzuspielen, nur um ihre Highscore der Minispiele in die Höhe zu treiben. Eine erwähnenswerte Neuerung im Spiel ist übrigens die Synchronisationsmöglichkeit der Minispiele mit dem iPhone beziehungsweise dem iPod Touch. So könnt ihr auch unterwegs, wenn euch mal wieder beim U-Bahn fahren langweilig wird, die Minispiele lösen, um sie später auch auf dem PC freizuschalten und den Fortgang des Spiels zu beschleunigen. Außerdem ist in der Rückkehr zur geheimnisvollen Insel 2 ein Beta-Chat-Client installiert, der es euch ermöglicht, im Spiel mit registrierten Mitgliedern zu chatten, was im Anbetracht der am Markt befindlichen IM-Messenger natürlich auch wieder ein fragliches Feature darstellt, auch wenn die eigentliche Idee bestimmt ganz gut ist.

Grafik und Sound
Technisch gesehen ist das Game wohl eher als Blender zu betrachten. Dabei sind vor allem die grafischen und optischen Darstellungen ganz gut gelungen, bis darauf dass man sich nicht offen in der Welt bewegen kann, sondern von einem statischen Hintergrund zum nächsten mehr oder weniger statischen Hintergrund hangelt. Diese sehen dann aber auch gut und gelungen aus. Die Zwischensequenzen im Comic-Stil sind auch hübsch dargestellt bis auf ein paar zu große Pixel, die auf eine etwas zu gering geratene Auflösung schließen lassen. Man hätte außerdem durchaus die eine oder andere Animation zur schöneren Erzählung der Story hinzufügen können. Aber ansonsten geht die Grafik auf jeden Fall in Ordnung. Die soundtechnische Seite der „Rückkehr zur geheimnisvollen Insel 2“ kann dagegen vollauf überzeugen. Hintergrundmusik und die eingespielten Effekte sind jederzeit stimmig, die Sprecherin sehr gut zu verstehen. Diese erzählt die Story und die Dialoge in einem passenden Ton. Insgesamt gesehen geht die technische Umsetzung also bis auf kleinere Makel in Ordnung, ohne wirklich positiv herauszustechen.

Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Leider bieten die Macher des Spiels wenig Innovatives. Zwar wird hier versucht, modernes Gamedesign vorzutäuschen – hauptsächlich durch Features wie die Rätsel oder die Minispiele und deren Integration auf dem iPhone – allerdings sind die eigentlichen Inhalte dann doch eher altbacken. Die Grafik ist nett gemacht, mehr aber auch nicht. Leider spielt man das Spiel meist vor statischen Hintergrundbildern, was auf Dauer doch eher langweilig ist. Die Story ist auch wieder ganz schön, doch kann man sich nie wirklich in die Situation der gerade übernommenen Rolle hineinversetzen. Es steckt also eine Menge Potential in der Rückkehr zur geheimnisvollen Insel 2, das leider – wie so häufig – nicht ausgeschöpft wird. Schade!


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positiv negativ
  • Sehr schöne, liebevolle Grafik
  • Schöne, integrierte klassische Rätsel
  • Detailreiche Storypräsentation
  • Neuartige Lösbarkeit der Minispiele (=Rätsel) per iPhone
  • Rollentausch mit dem Affen möglich und nötig
  • Teilweise etwas umständliche Bedienbarkeit
  • Leider flache Story mit einigen Längen
  • Statische Grafik mit einzelnen Hintergrund “bildern“
  • Manchmal ein wenig zu einfach





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