Die Schlümpfe Dance Party

Die Schlümpfe Dance Party

Publisher: Ubisoft
Entwicklerstudio: Land Ho!
Genre: Musikspiel
Sub-Genre: Tanzspiel
Art: Midprice Titel
Erscheinungsdatum: 28.07.2011
USK 0

Die Schlümpfe Dance Party   11.08.2011 von Benji

Nachdem es um die blauen Zwerge aus Schlumpfhausen erst einige Jahre stumm blieb, kann man sie nun in animiertem 3D auf der Kinoleinwand betrachten. Da darf im Gesamtpaket der Vermarktung natürlich kein Konsolenspiel fehlen und dieses wird, passend zum aktuellen Spielemarkt, mit einem Tanzspiel in den Ring geworfen. Ob die kleine Dorfgruppe rund um Papa Schlumpf damit zur digitalen Blue Man Group wird?

Seit dem Release der Wii stehen Spiele, die zur Bewegung animieren, voll im Kurs. Die neuen Entwicklungen bei PS3 und X-Box 360 verstärken diesen Trend. Es verwundert also nicht, dass ein klassisches Merchandise-Produkt wie „Die Schlümpfe Dance Party“ zum Kinostart des neuen Abenteuers der Schlümpfe erscheint. Allerdings kann man einen musikalischen Hintergrund bei den Schlümpfen nicht ganz verleugnen. Bereits in der Vergangenheit sind diverse Musik-CDs mit verschlumpften Versionen bekannter Popsongs erschienen und irgendwie passt das aktuelle Spiel in diese Entwicklung ganz gut rein.

Die Schlümpfe Dance Party hat insgesamt 25 Lieder mit jeweils eigenen Choreografien zu bieten. Dabei sind neben teils recht gut gemachten Eigenkreationen auch bekannte Pop-Songs vertreten - unter anderem auch das Lied „One of the Boys“ von Katy Perry, mit dem geworben wird. Interessanterweise ist dieses das Einzige, das als Original übernommen wurde. Alle anderen wurden neu eingespielt, was man leider auch direkt hört. Das wäre immerhin verschmerzbar, wenn die Choreografien einen entsprechend mitreißen würden. Leider sind diese in etwa so abwechslungsreich wie die Farbenpracht eines Schlumpfhinterns - die Tänze beschränken sich meist auf starke Handbewegungen. Dies könnte unter anderem daran liegen, dass mit dem Wii-Controller alleine nicht viel mehr vom System erkannt werden kann. Ein Problem, das man durch den Einsatz des Balance Board hätte lösen können, auch wenn dies eine potenzielle Käuferschaft gemindert hätte. Insgesamt fühlt man sich also durch das Fuchteln mit den Händen wie ein billiger Abklatsch von den Backstreet Boys. Die schmalzige und fast schon typische Handbewegung vom Herz zum Zuhörer taucht dabei definitiv zu oft auf.

Sieht man darüber hinweg, hat man im Spiel selber verschiedene Möglichkeiten die Tänze zu spielen. Neben einer direkten Songauswahl gibt es sogenannte Playlisten, die jeweils bestimmten Charakteren zugeordnet sind sowie einen Storymodus. Letzterer besteht in erster Linie aus acht lieblos zusammengewürfelten Tänzen und einer Diashow mit Aufnahmen aus dem Film. Dass dies zumindest technisch besser gegangen wäre, zeigen drei Filmausschnitte in Videoform, die es dann doch in das Spiel geschafft haben.

Wie erwartet ist das Spiel tatsächlich stark an den Film angeknüpft. Die Story erläutert die Filmgeschichte eins zu eins mitsamt diversen Twists und verdirbt einem geneigten Kinogänger damit auch gleich jegliche Überraschung. Ein weiteres Schmankerl in diesem Zusammenhang sind die Lieder, welche Gargamel zugeordnet wurden. Anstatt wie sonst diverse Schlümpfe vortanzen zu lassen, hat man hier Hank Azaria persönlich vor das Spiel gezwängt – oder zumindest ein gutes Körperdouble. Dabei sieht dessen Tanzvorstellung in etwa so elegant aus, wie ein tonnenschwerer Stier beim Koitus, und als wenn das nicht genug wäre, versprüht er währenddessen die motivierende Aura eines toten Maultieres.

Wenn man dann aber ehrlich ist, wird viel mehr von einem Spieler auch nicht abverlangt. Tanzt man z. B. irgendeinen Stuss vorm Fernseher, ohne dabei auf die Choreografie des Spiels zu achten, holt man dennoch locker die Hälfte der verfügbaren Punkte im Lied. Ganz nach der anti-autoritären Erziehung wird hier jedes noch so kleine Ergebnis gefeiert. Selbst mit absoluter Null-Anstrengung – faul auf dem Sofa – kann man immerhin den Storymodus durchspielen und dabei eine der „begehrten“ Figuren freischalten. Diese kann man dann im Anschluss zwar nirgends verwenden, aber wen sollte das dann noch stören.


Das Fazit von: Benji

Benji

Meine Mutter kann es bezeugen: Ich habe sie als Kind verdammt oft mit den Schlumpfvarianten der damaligen Popsongs genervt. Ich kann mir also entsprechend gut vorstellen, dass ein Spiel wie „Die Schlümpfe Dance Party“ den Kids Spaß bringt. Dennoch hätte man vom Entwickler etwas mehr Feingefühl und Mühe abverlangen können. Lieblos eingespielte Choreografien werden auch den größten Schlümpfe-Fan nicht von den Socken hauen. Gibt es dennoch kaufwillige Eltern da draußen, so sollten sie das Geld für den Kinobesuch ebenso mit einplanen. Ansonsten dürften die Kinder ewig an deren Ohren hängen.


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