Die Sims Mittelalter

Die Sims Mittelalter

Publisher: Electronic Arts
Entwicklerstudio: Electronic Arts
Genre: Simulation
Sub-Genre: Lebens-Simulation
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 24.03.2011
USK 6

Die Sims Mittelalter   07.08.2011 von Benji

Über elf Jahre ist es nun her, dass EA mit den Sims einen wahren Hype auslösten. Drei Teile mit nahezu zwei Dutzend Erweiterungen später gilt die Reihe als eines der erfolgreichsten Produkte im PC Segment. Um diesen Erfolg zu halten, müssen neue Ideen her und diese manifestieren sich nun im neuesten Sidekick Sims Mittelalter. Hat der neue Teil wieder die Voraussetzungen zum Suchtknüller?

 

Eine Info vorweg: Sims Mittelalter unterscheidet sich in zentralen Punkten von der Hauptreihe. Anstatt - wie bekannt - einen Sims samt Familie durch sein Leben und seine Karriere zu steuern, ist es nun Euer Ziel, ein Königreich zu Ruhm und Ehre zu bringen. Anders aber als in klassischen Aufbausimulationen wie Siedler oder Anno tut Ihr Dies in typischer Sims-Art durch das Steuern zentraler Personen des Königreichs: den Helden. Dabei ist der erste Held, dessen Schicksal Ihr bestimmt, auf der Karriereleiter bereits ganz oben. Ihr beginnt nämlich mit der Erstellung des Königs Eures neuen Reiches.

 

Die Charaktererstellung hat sich zu den Vorgängern nicht groß verändert. Nach wie vor vergebt Ihr Vor- und Nachnamen, justiert die Figur, kleidet den Sim ein und verpasst ihm ein paar Merkmale. Neu hinzugekommen ist die größte Schwäche. Wie für einen richtigen Helden üblich hat natürlich auch Euer Sim eine Achillesferse. Diese kann z. B. eine verborgene Trinksucht oder zügelloses Verlangen nach Bettspielereien sein. Ist Euer König erstellt, geht es direkt hinein in die Amtsgeschäfte. Die eigentliche Lebenssimulation ist im aktuellen Teil ordentlich zurückgeschraubt worden. Über den simulierten Tag müsst Ihr nur noch zwei Bedürfnisse beachten: Hunger und Energie. Solange Ihr also eurem Helden genug zu Essen gebt und ihn jeden Abend schlafen lasst, kommt Ihr in keine großen Probleme. Weiterhin müsst Ihr, verbunden mit dem Beruf eures Sim, jeden Tag zwei Aufgaben erledigen. Als König habt Ihr z. B. Gesetze zu erlassen oder Bitsteller anzuhören. Kommt Ihr diesen Aufgaben nicht nach, landet Ihr am Pranger – ja, das Mittelalter ist hart.

 

Neben diesen alltäglichen Geschäften gilt es aber, wie bereits beschrieben, das Königreich zu Glanz zu verhelfen. Dies schafft Ihr, indem Ihr Quests löst. Das Questsystem ist eines der größten Neuerungen im Sims Gameplay. Gleich zu Beginn des Spiels müsst Ihr Euer erstes Abenteuer auswählen und während des gesamten Spielverlaufs seid Ihr gezwungen eine Quest aktiv zu halten. Ohne aktive Aufgabe geht das Spiel schlichtweg nicht weiter. Dieses restriktive System sorgt schließlich dafür, dass sich Sims Mittelalter im Gesamten sehr viel linearer und eingeengter spielt, als die drei Vorgänger. Versucht Ihr Eure aktuelle Quest für ein paar Tage liegen zu lassen, wird Euer Sim unkonzentriert und dies wirft Euch letztlich bei jeder Aktion Steine in den Weg.

Also machen wir es dem Spiel recht und kümmern uns um das aktuelle Abenteuer. Eine Quest besteht aus diversen Unteraufgaben, die Ihr lösen müsst. Dabei wird Euch jedes Mal eine Geschichte erzählt, die zum magischen Mittelalter passt. Auf wiederholtes „beschaffe Item X“ oder „töte Gegner Y“ wurde verzichtet. Stattdessen ist jede Geschichte für sich einzigartig, sodass es dabei selten langweilig wird. Zu Beginn jeder Quest wählt Ihr den oder die Helden, mit denen Ihr die Quest bestreiten wollt und damit auch indirekt die Art und Weise wie Ihr die entsprechenden Aufgaben angeht. Gilt es z. B. eine Hexe in der Stadt zu bekämpfen, könnt Ihr sie entweder durch den Zauberer mit geballter Magie bekämpfen oder mit dem zügellosen König im Bett bekehren. Beide Wege sind möglich, werden allerdings direkt zu Beginn des Abenteuers festgeschrieben. Auch hier büßt das Spiel ohne Grund an Freiheit ein und zwängt den Spieler in vordefinierte Richtungen.

 

Habt Ihr eine Quest erst mal erledigt, geht es an die Erweiterung des Königreichs. Für jedes abgeschlossene Abenteuer erhaltet Ihr eine Reihe von „Königreich-Punkten“, die Ihr in Neubauten investieren könnt. Für 50 KP gibt es z. B. ein Krankenhaus oder einen Magierturm. Mit jedem Gebäude kommt ein neuer Held hinzu, den Ihr für die nächsten Quests wählen könnt. So wächst Euer Königreich von Abenteuer zu Abenteuer, bis Ihr euer Lebensziel erreicht habt.

 

Das Lebensziel ist die letzte Komponente im Sims Mittelalter Gameplay. Ähnlich zu Kampagnen wählt Ihr dieses vor dem Start jedes Spiels aus. Dabei müsst Ihr z. B. bestimmte angrenzende Länder annektieren oder die Schatzkammer des Königs füllen. Hierfür habt Ihr nicht unendlich Zeit, denn verbunden mit den Zielen bekommt Ihr eine bestimmte Anzahl an Questpunkten, die Ihr für die Auswahl der erwähnten Quests bezahlen müsst. Gehen Euch also die QP aus, oder ist ein Lebensziel erreicht, endet das Spiel. Einen Endlos-Modus gibt es entsprechend nicht, was abermals dem bekannten Sims Muster entgegenläuft.

 

Technisch bleibt auch der neueste Teil der Reihe eher genügsam. Obwohl die Grafik leicht verbessert wurde, bleibt das Gebotene eher Standardkost. Dafür läuft das Spiel auch auf schwächeren Rechnern blendend. Musikalisch wird das Spiel von einem dezenten Mittelalter-Soundtrack begleitet, welcher aber auch niemanden aus den Schuhen werfen dürfte. Alles in allem wird aber eine passende Stimmung aufgebaut, die den Spieler in ein kinderfreundliches Mittelalter entführt.


Das Fazit von: Benji

Benji

Sims Mittelalter macht Spaß. Auch wenn das Gameplay in zentralen Teilen umgekrempelt wurde, bleibt der typische Sims Stil erhalten. Die Figuren unterhalten sich immer noch mit ihrer komischen Sprache und alles wird nach wie vor kinderfreundlich dargestellt. Das neue Questsystem ist allerdings gleichsam genial wie störend. Zum einen ist es definitiv eine gute Idee gewesen mit einzelnen Geschichten den Ablauf des Simlebens zu lenken, zum anderen hätte ich mir dabei gerne mehr Freiheiten gewünscht. So bleibt trotz der abwechslungsreichen Geschichten ein fader Beigeschmack.


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