Die Wikinger 3 - Die Rache der Bestie

Die Wikinger 3 - Die Rache der Bestie

Originaltitel: Beauty And The Beast
Genre: Action/Fantasy
Regie: David Lister
Hauptdarsteller: Jane March • William Gregory Lee
Laufzeit: Ca. 90 Min.
Label: MIG Filmgroup
FSK 12

Die Wikinger 3 - Die Rache der Bestie   11.08.2011 von Beef Supreme

Ach was waren das noch für Zeiten, damals im Jahre 793. Da hat das Christenpack in Lindisfarne noch richtig einstecken dürfen. Und wer hat ausgeteilt? Selbstverfreilich die Wikinger. Bärtig, langhaarig und grimmig waren sie knapp 500 Jahre der Schrecken Europas und sind brandschatzend, raubend und mordend mit ihren Drachenbooten umhergezogen und haben nebenbei noch Amerika entdeckt. Seither sind sie immer mal wieder Stoff für filmische Ergüsse geworden. So mussten sie auch ihren guten Namen für „Wikinger 3“ hergeben. Haben wir hier ein Werk, das den Göttern gerecht wird? Oder sollte Thor lieber einen Donnersturm auf die Verantwortlichen regnen lassen?

 

Wir beginnen mit ein wenig Geplansche in irgendeinem See. Zwei glatt rasierte Wikingermädels in knappen Lederbikinis rekeln sich mit ihren genauso haarlosen Recken, während miserabel aussehende Anfangs-Credits durch das Bild huschen. Einen weiteren Zweck hat diese Szene nicht. Also weiter zur Handlung. Freya, Nachkomme des örtlichen Königs, soll Sven, den örtlichen Haudrauf, heiraten und ist nicht gerade angetan von der Idee. Doch vorher will Papa noch mal richtig die Sau rauslassen und auf einer Insel die „zwei Rabenflüge und 40 Kilometer“ entfernt ist, irgendeinem Biest zeigen, wo Thor den Hammer hängen hat.


Also die Drachennussschale klargemacht und ein paar Hänflinge eingeladen. Nach zehnsekündiger Wassersequenz ist der Trip überwunden und das Biest steht auch schon parat. Nur leider haben die Nordjungs wohl ihre Schilde in der Reinigung gehabt, denn sie kassieren eine herbe Auswärtsschlappe. Sven, ein strammer und furchtloser Recke,  hilft einem verletzten Kumpel bei der feigen Flucht und der halbtote König wird gefangen genommen. Ganz im Stile tapferer Wikinger ernennt sich der Quasi-Erbe Sven zum König und ist somit ganz royal damit beschäftigt, sich volllaufen zu lassen. Freya ist immer noch nicht begeistert und macht sich mit ihrer heißen Freundin Ingrid auf, ihren Vater zu rächen. Ab hier folgen noch ein paar abgedroschene Plottwists und Logiklücken.


Schon in der Eröffnungssequenz wird klar, in welche Richtung hier marschiert wird. Nämlich die „Keine Kohle, keine Idee, komm wir machen einen Film“-Route wird hier eingeschlagen. Die „Wikinger“, fast durchgehend bartlose Waschlappen, rennen alle mit frisch gewaschenem Haupthaar durch die Lande und haben nichts zu tun, als ihre Pappschwerter beim Saufen neben sich liegen zu haben. Überfälle wurden natürlich nur mit maximal 15 Mann durchgeführt und die Kampfausbildung haben sie vom Waschweib aus dem Nachbarkönigreich erhalten. Kurzum, nicht einer der hageren Trampel stellt auch nur annähernd glaubhaft einen Nordmann dar. Als Nächstes wären da die Kulissen und die Ausstattung. Ganz auf Low-Budget-Linie sieht alles nicht wirklich gut aus. Wobei jedoch das Refugium der Bestie gar nicht so schlecht gestaltet ist. Macht aber nix. Dafür sieht besagte Bestie wirklich schrecklich aus, also „Wirf zwei Lumpen drüber und kritzel mit Kajal im Gesicht herum“ schrecklich. Gut, also man sieht, dass kein Geld da war. Auf zur Handlung!


Als ob hier was zu retten wäre. Der Mischmasch aus Pseudo-historisch korrekten Wikingern und Fantasy ist vom Ansatz her nicht grundsätzlich verkehrt. Nur wird überhaupt nichts daraus gemacht. Das Biest ist langweilig, die Wikinger gesichtslos und die Handlung plätschert träger dahin, als stehende Gewässer. Die krampfhaft eingeflochtenen Intrigen- und Romantikelemente machen das Ganze nur noch schlimmer. Ist wenigstens das Gemetzel im Sinne des Kriegsgottes? Natürlich nicht. Zweieinhalb kurze Kampfszenen dürfen überstanden werden, die so gut choreografiert sind, wie Wikinger diskussionsfreudig waren. Statische und langweilige Kameraführung unterstützen diesen Effekt noch tatkräftig. Nun denn, zu den Schauspielern. Nein, besser nicht, denn keiner von denen bringt auch nur eine Emotion halbwegs glaubhaft zustande. Der König kann nicht glaubhaft sterben, Ingrid nicht anständig Angst haben, Freya flennt nicht überzeugend und das Biest, das biestet auch nicht so richtig.

 

Zumindest auf der technischen Seite bleiben weitere Opferungen erspart. Das Bild sieht gut aus und die Farben sind kräftig. Ist nur die Frage, ob das so sein sollte. Manche Einstellungen sind etwas zu dunkel, aber das ist zu verschmerzen. Der Sound geht auch in Ordnung, nur ist nicht klar ob Styroporschwerter wirklich „Kling“ machen sollen. Die Synchronisation macht das Debakel nicht wirklich schlimmer, weil’s ja mittlerweile egal ist, aber Englisch ist dann doch die bessere Wahl. Extras gibt’s keine, das geklaute Cover (siehe HdR-DVDs) kann man umdrehen und das war’s dann.


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

War ich zu harsch? Gut so. Bei Thor, ich trage den Hammer mit Stolz ums Genick und habe mich richtig darauf gefreut den harten Nordlichtern dabei zusehen zu dürfen, wie sie alles zu Klump hauen. Ich wurde so herb enttäuscht wie schon lange nicht mehr. Brabbelnde Weicheier, die nicht mal die Axt richtig rum halten können und nur einen Gott kennen, hampeln uninspiriert und, was am schlimmsten ist, bartlos durchs Bild. Sie zeigen nicht eine Qualität, die dieses große Volk einst ausmachte. Ein langweiliges Drehbuch und mangelnde Schauspielkunst vereinen sich mit einer billigen Kulisse zu verschwendeten 90 Minuten.


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