Disenchantment

Disenchantment

Originaltitel: Disenchantment
Genre: Zeichentrick • Fantasy
Regie: Dwayne Carey-Hill • Frank Marino • u.a.
Laufzeit: Streaming (ca. 300 Min)
Label: Netflix
FSK 12

Disenchantment   01.09.2018 von LorD Avenger

Im mittelalterlichen Fantasy-Königreich Dreamland lebt die rebellische und versoffene Prinzessin Bean, die zusammen mit dem naiven Elfen Elfo und dem gemeinen Dämon Luci Abenteuer erlebt...

 

Inhalt

 

Seit Königin Dagmar von Dreamland verstorben ist, herrscht im Schloss gedrückte Stimmung. König Zog, einst ein stolzer Krieger, ist nun nichts weiter als ein übellauniger, fauler Diktator, der seine ohnehin schon unzufriedene Tochter Tiabeanie "Bean" zwangsverheiraten möchte. Vorab ihre Geschenke durchstöbernd, befreit sie den kleinen, von zwei mysteriösen Magiern geschickten Dämon Luci, der fortan das Teufelchen auf ihrer Schulter spielt und sie zu Schandtaten antreibt. Parallel zu diesen Ereignissen beschließt der Elf Elfo, dass das ewig-fröhliche Süßigkeiten-Machen in seinem Heimatland ihn deprimiert und kurzentschlossen verlässt er sein Zuhause und landet auf Umwegen in Dreamland, wo er auf Bean stößt, die gerade vor ihrer Hochzeit flieht...

 

Etwas anders als in Matt Groenings anderen Serien (Die Simpsons, Futurama), verfolgt Disenchantment mit seinen rund halbstündigen Folgen zweifelsohne eine größere Rahmenhandlung, die aber abgesehen von der ersten und letzten Folge immer nur sporadisch durchkommt. Abgesehen davon haben wir hier eine Fantasy-Sitcom vor uns, unverkennbar im Groening-Zeichenstil gehalten und mit einem äußerst ähnlichen Humor zu seinen anderen Werken. Die Welt von Disenchantment bietet jedenfalls grenzenlose vielversprechende Möglichkeiten. Das hübsche Dreamland mit seinen albernen Schildern und dümmlichen Bewohnern erinnert stark an Ankh-Morpork aus den Discworld-Romanen und -Filmen von Terry Pratchett und die Geschichten Drumherum entwickeln sich in jede erdenkliche Fantasy- und Märchen-Richtung, stets signifikant parodiert. So kommen dunkle Zauberer vor, eroberungsgeile Wikinger, kannibalische Hänsel und Gretel, einäugige Riesen (die keine Zyklopen sind), Folterkammern, die Suche nach dem ewigen Leben und hinterlistige Putschversuche.

 

Bildergalerie von Disenchantment (8 Bilder)

Details der Serie

 

Gehalten im relativ einfachen Zeichenstil, der nichtsdestotrotz deutlich sauberer ist als z.B. der von Rick and Morty, stellt man die farbenfrohe Fantasy-Welt von Dreamland mit flüssigen Animationen, zahlreichen verschiedenen Charakteren und umwerfend schönen Hintergründen vor. Wie auch die meisten Animes heutzutage, kommt Disenchantment nicht ohne vereinfachende 3D-Effekte aus (die beispielsweise Kamerafahrten über das Schloss ermöglichen) - anders als bei den Animes ist es hier aber überhaupt nicht störend, da man Gebrauch von der Cellshading-Technik macht, die auch 3D-Elemente gezeichnet erscheinen lassen und dadurch nicht so unschön hervorstechen. Die Charaktere wurden toll synchronisiert und der klare Klang wird von einem großartigen Soundtrack begleitet, der in großen Teilen zur Stimmung der Serie beiträgt.


Episodenguide:

 

  • Folge 01 - Eine Prinzessin, ein Elf und ein Dämon kommen in eine Bar
  • Folge 02 - Der mit dem Schwein tanzt
  • Folge 03 - Die Prinzessin der Finsternis
  • Folge 04 - Schlossparty-Massaker
  • Folge 05 - Die Prinzessin von Tittfield
  • Folge 06 - Sumpf und Gloria
  • Folge 07 - Zarter Amoklauf der Liebe
  • Folge 08 - Auf der Suche nach Unsterblichkeit
  • Folge 09 - Elfos Geheimnis
  • Folge 10 - Dreamlands Untergang

Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Wie bei den meisten Sitcoms, muss man auch bei Disenchantment erst einmal reinkommen, die Charaktere und die Welt kennenlernen. Während ich nach den ersten Episoden noch skeptisch war und einen deutlich größeren Umfang an Humor vermisste, war ich spätestens in der zweiten Hälfte angekommen und hatte Protagonisten sowie Serie liebgewonnen. Besonders Dämon Luci mit seinem trockenen, gemeinen Humor ist mein absolutes Highlight, aber auch der treudoofe Elfo ist für Lacher gut, wenn jemand im Fluss ertrinkt und panisch ruft "I'm drowning!" (entschuldigt bitte, ich hab's auf Englisch geguckt), worauf Elfo sich gut gelaunt mit "I'm Elfo!" vorstellt und winkend weitergeht. Die erste Staffel hält viele schöne Ideen bereit, die die Welt von Dreamland gekonnt aufbaut und ihr immenses Potenzial aufzeigt. Ob sich die zahlreichen, oft auch als Running Gags auftretenden Charaktere, ebenso als Kult durchsetzen können wie die meisten Simpsons-Charaktere oder zumindest der Haupt-Cast von Futurama, das bleibt mit den nächsten Staffeln noch abzuwarten - einigen davon würde ich es aber zweifelsohne gönnen. Besonders verliebt bin ich auch in den stimmigen Soundtrack und ganz besonders das Titellied, das eine peppige Melodie liefert, die zwar auf der einen Seite sehr modern klingt, auf der anderen aber dennoch einen mittelalterlichen und Fantasy-reichen Beigeschmack mitbringt.


Die letzten Artikel des Redakteurs:




Kommentare[X]

[X] schließen