Dragon Quest IX - Hüter des Himmels

Dragon Quest IX - Hüter des Himmels

Publisher: Nintendo
Entwicklerstudio: Level 5
Genre: Rollenspiel
Sub-Genre: Japano Rollenspiel
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 23.07.2010
USK 6

Dragon Quest IX - Hüter des Himmels  15.08.2010 von Maninger

Das Leben eines Himmlischen ist sicherlich nicht einfach, ständig muss er sich um die Probleme der Sterblichen kümmern: Ihre verschwundenen Gegenstände finden, Bedrohungen durch Monster aufhalten und tote Menschen den richtigen Weg in den Himmel weisen. Wir schlüpfen in die Rolle eines solchen Himmlischen, die sich dadurch auszeichnen, dass sie Unsichtbar sind und einen Heiligenschein und Flügel tragen. So versuchen sie überall auf der Welt Gutes zu tun und beschützen die Sterblichen still und heimlich…
 

Die Geschichte beginnt indem wir unseren eigenen Charakter erstellen. Wir bestimmen das Geschlecht, die Statur, das Äußere und natürlich über denn Namen. Man merkt dem Charaktereditor sofort die Feder des großen Dragonball Schöpfers Akira Toriyama an, die jedem Charakter sofort einen natürlichen Charme verleiht. Nachdem wir also unseren himmlischen Hüter erschaffen haben, kann die Reise in das Dragon Quest Universum starten. Zusammen mit dem Engel Aquila fliegen wir über dem anschaulichen Dörflein Engelsfälle. Aquila ist unser Meister, der uns dabei beobachten soll, wie wir uns um die Probleme der Dorfbewohner kümmern und den Ort vor Schaden bewahren. Nach jeder erledigten Aufgabe, werden wir mit dem Dank der Sterblichen belohnt. Das ist auch der einzige Grund warum sich die Himmlischen um die Menschen kümmern. Diese halten nämlich die Sterblichen für eine sehr hilflose Rasse, welche ihren Schutz gar nicht verdient hat. Die ersten zwei Spielstunden drehen sich nur um diese Geschichte. Der Dank der Menschen soll nämlich denn Himmlischen selbst eine völlig neue Welt ermöglichen. Doch nach einem schrecklichen Unfall wachen wir plötzlich in Engelsfällen auf und zwar ohne Flügel, ohne Heiligenschein und leider auch sichtbar.

Wir sind als ganz normale Menschen in dem Dorf aufgewacht, welches wir eigentlich beschützen sollten. Sagte ich ganz normal? Nein, denn wir haben dennoch die Fähigkeit Himmlische zu sehen oder auch deren Aufgaben zu erledigen. Die Geschichte dreht sich also darum, wie wir versuchen, den Grund für diese Bruchlandung zu erfahren und uns wieder einen Weg in den Himmel zu bahnen. Die Story wird sehr gut erzählt, aber da man bis zu dieser Stelle genau einmal kämpfen durfte, zieht sich die Geschichte doch sehr. Nach einem kurzen Schwätzchen mit den Einwohnern dürfen wir nun zum ersten Mal das Dorf erkunden und dieses dann wenig später auch verlassen. Innen gibt es kaum Überraschungen: Es gibt verschiedene Geschäfte die uns mit neuen Waffen, Rüstungen und Heiltränken eindecken. Ein großes Lob aber für die Ausrüstungsgegenstände. Nicht nur das es unzählig verschiedene gibt, nein auch wird jeder einzige Gegenstand wie Schwerter oder Helme an dem Charakter sichtbar ausgetauscht. Zusätzlich erwarten uns im ganzen Dorf viele gesprächige Einwohner und eine Gaststätte in der wir uns ausruhen können, um unsere Lebensenergie wieder aufzufüllen.

Eine Besonderheit ist und war in Dragon Quest aber immer die Kirche. Diese befindet sich in jedem noch so kleinen Dorf und ist auch der einzige Ort, an dem das Spiel gespeichert werden kann. Es wird schön versucht alte Werte des Spiels aufrecht zu erhalten, was ich sehr gut finde, aber das Speichersystem ist ein großer Kritikpunkt des ganzen Spiels. Nicht nur das es nur einen Speicherstand gibt, sondern vor allem, das es in den oft mehrstündigen Dungeons keine Möglichkeit gibt zu speichern gibt.  So ein System ist einfach veraltet und sollte doch langsam überarbeitet werden. Bis auf dieses kleine Manko aber ist alles wirklich sehr gelungen. Kleinigkeiten wie das sehr schön animierte Wasser wissen zu gefallen und lassen die ganze Welt lebendig wirken.

Die Hauptgeschichte wird durch verschieden Charaktere in den Dörfern und Städten weitergeführt. Aber der Großteil des Spiels wird sich auf der Landkarte abspielen und in den verschiedenen Dungeons. Die Weltkarte ist sehr groß ausgefallen und auch hier besticht die Optik durch viele Details und knallige Farben. Es gibt von Wäldern über Giftsümpfe und Berggebiete alles was das Herz begehrt. Außerdem wird durch einen dynamischen Tag und Nachtwechsel die Umgebung verändert und in Städten und Dörfer immer etwas neues Geschehen.

Doch was wäre nun ein Rollenspiel ohne die taktischen Kämpfe? Die gegnerischen Monster sind zu jeder Zeit auf dem DS Bildschirm sichtbar und lassen euch so immer die Möglichkeit Kämpfe zu umgehen. Auch hier, wie in allen Vorgängerspielen, ist das Monsterdesign sehr gelungen. Das reicht von einem etwas dümmlich guckenden blauen Schleim bis hin zu bildschirmfüllenden Drachen. Auch das rundenbasierende Kampfsystem funktioniert wie in allen bisherigen Teilen fabelhaft. Ihr attackiert eure Gegner mit Waffen und Zaubern und verteidigt euch mit Schildern und Gegenständen. Taktische Tiefe kommt vor allem durch die sechs verschiedenen Charakterklassen, Status-Veränderungen wie Gift oder Schlaf bis hin zu verschiedenen Unterstützungsattacken. Für Anfänger optimal, jedoch für geübte Rollenspielfans eher schade, denn der Schwierigkeitsgrad hält das ganze Spiel auf einem sehr einfachem Niveau und könnte deshalb geübte Rollenspieler unterfordern.

Im Spiel werdet ihr aber so gut wie nie allein unterwegs sein. Schon nach sehr kurzer Zeit wird euch die Möglichkeit gewährt, euer Team mit bis zu drei weiteren Mitgliedern zu verstärken. Diese dürft ihr je nach Belieben auch selbst erstellen oder sie aus einer Liste rekrutieren. Ab diesem Zeitpunkt nimmt das Spiel noch mal deutlich an Fahrt auf, denn ab hier könnt ihr unter den sechs Charakterklassen auswählen. Zur Auswahl stehen für euch und eure drei Kollegen folgende: Der Krieger, der mit dem Schwert oder Speer sehr geübt ist und mit seinem Schild viel Schaden aushält. Der Priester, der für die Heilung zuständig ist. Der Magier, der hohen Schaden mit Angriffsmagie erzeugt. Die Kampfkünstler, die sehr flink sind und viele Waffen beherrschen. Der Dieb, der Gegner um ihre Wertgegenstände erleichtern kann und der Barde, der eine Art Mischung der anderen fünf Klassen ist. Leider wirken eure Charaktere das ganze Spiel über eher wie leblose Puppen, weil sie weder irgendetwas sagen noch eine Mimik oder Gestik besitzen. Schade, denn hier wäre deutlich mehr drin gewesen.

Als schlagkräftiges Team macht ihr euch nun auf, die verschiedensten Abenteuer zu bestehen. Diese sind zwar sehr mit Klischee bespickt. Zum Beispiel müsst ihr eine Prinzessin vor dem schwarzen Ritter retten oder einen mächtigen Drachen zu Fall zu bringen. Trotzdem machen diese Quests aber mit dem Drumherum sehr viel her und lassen immer neuen Spaß aufkommen. Auf den unzähligen Abenteuern werden natürlich eure Charaktere immer stärker und stärker. Durch Erfahrungspunkte die ihr in allen Kämpfen erhaltet, steigen eure Kämpfer im Level und erhöhen so ihre Werte wie Angriff, Leben, Magie, Geschwindigkeit und ähnliches. Zusätzlich gibt es noch Talentpunkte. Nachdem ein Charakter 2-3 Level aufgestiegen ist, erhält er einige Talentpunkte, die er in Waffen oder spezielle Manöver stecken darf. So erlernt man neue Zauber und Attacken. Dieses Menü ist sehr leicht aufgebaut und ist so gut wie selbsterklärend.

Von der technischen Seite bin ich absolut überzeugt. Die Optik fängt bei dem genialen Charakterdesign an, das einen vom Anfang an fesselt. Die detailreiche Optik in Dörfern und auf der Landkarte, zusammen mit den knalligen Farben erledigt das übrige, um eine gelungene Kulisse für das grandiose Abenteuer zu schaffen. Auch von den Geräuschen und Musik bin ich positiv überrascht worden. Sie vermitteln zu jedem Moment die passende Stimmung und fügen sich sehr gut in die Welt von Dragon Quest ein.


Das Fazit von: Maninger

Maninger

Mein Fazit hat mir einiges an Hirnschmalz abverlangt. Tatsächlich habe ich sehr lange mit der 10er Bewertung herumgespielt. Warum ich aber doch bei der 9 geblieben bin, will ich kurz erklären. Das Spiel macht von Anfang bis Ende Spaß, es ist super durchdacht, die Kämpfe sind nicht nur taktisch sondern auch immer fair. Die Grafik und der Sound sind für einen DS Titel ebenso fabelhaft. Einzig und allein der fehlende Mut zur Veränderung von alten Werten, wie das sehr eingeschränkte Speichersystem oder auch die sehr leblos wirkenden Hauptcharaktere, sind doch noch ein sehr großer Minuspunkt. Was bleibt mir also abschließend zu sagen? Als Nintendo DS Besitzer sollte man sich diese Perle auf keinen Fall entgehen lassen. Ich wünsche euch schon mal viel Spaß im Reich der Himmlischen. Ich werde vom Himmel herab auf euch achten. 


positiv negativ
  • Tolles Charakterdesign
  • Große Welt
  • Fabelhafte Grafik
  • Gutes Kampfsystem
  • Verschiedene Klassen
  • Charmante Geschichte
  • Nur ein Speicherstand
  • Etwas zu einfach





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