Ebola Zombies

Ebola Zombies

Originaltitel: Ebola Zombies
Genre: Horror
Regie: Samuel Leong
Hauptdarsteller: Samuel Leong
Laufzeit: DVD (84 Min)
Label: EuroVideo
FSK 18

Ebola Zombies   09.07.2017 von Beef Supreme

SARS steht für severe acute respiratory syndrome und löst eine schwere Atemwegserkrankung aus, die nicht selten zum Tod führen kann. Im in den Jahren 2002 und 2003 geht man davon aus, dass der Ursprung der damaligen Pandemie mit etwa 1000 Opfern in China lag. Grund genug, um sich diese Krankheit mal vorzuknöpfen und einen Film draus zu machen. Und da ja mit Zombies alles besser ist, wurde  - richtig – Ebola Zombies geboren. In dem Film wird Ebola vielleicht ein einziges Mal kurz erwähnt, aber wen interessiert das schon. Dieses Machwerk hat nämlich ganz andere Probleme…

 

Als kleiner Stimmungsmacher zum Anfang serviert uns Ebola Zombies einige Archiv-Aufnahmen von Protesten gegen die Regierung aufgrund des SARS-Ausbruchs, der so einige Menschen das Leben kostete. Eine unfassbar nervige Stimme aus dem Off zitiert Bibelverse und kredenzt schäbig übersetzte Worthülsen, die die gezeigten Zustände beschreiben sollen. Das hat aber alles gar nichts mit dem Film zu tun. Denn eigentlich geht’s um 3 abgehalfterte Möchtegern-Gauner, die sagen, dass sie eine Bank ausrauben wollen, um dann bei einem Juwelier einzusteigen. Mitten am Tag zu den Geschäftszeiten, sonst könnte man ja nicht die miserabel choreografierten, an Lächerlichkeit grenzenden Kampfszenen einbauen. Dumm wie zwei Stück Toastbrot lassen sie einen Wachmann entkommen, der sich in eine nebenstehende Besenkammer flüchtet, was sich bei näherem Hinsehen als, ich möchte nicht Wohnung sagen, Behausung eines irren Wissenschaftlers entpuppt, der sich ein paar Hauszombies hält. Anstatt alle abzuknallen diskutiert die Rumpeltruppe mit dem Wahnsinnigen im blutigen Kittel, bis seine Tochter zubeißt. Blöd nur, dass sie das SARS-Virus in sich trägt, dass aus Menschen Zombies macht, was sonst. So, ab hier geht’s, zumindest inhaltlich vom Film gewollt, den Bach runter. Dass das mit der Qualität nix mehr wird, merkt man nämlich schon nach dem Abspann…

 

Jesses, wo fange ich an… Also abgesehen davon, dass der Film tonnenweise Übersetzungsfehler an den Tag legt, die das Verständnis erheblich erschweren, gibt die Handlung mal so überhaupt nichts her. Was soll der Einstieg mit Epidemie und Riesenbrimborium, wenn der Streifen dann in einer umfunktionieren Lagerhalle und einer Abstellkammer spielt? Und als wäre das nicht genug, verhält sich wirklich jeder hier dümmer wie ein Sack Reis. Warum vor Zombies flüchten, wenn man über seine Schauspielerkarriere als Statist schwadronieren kann? Schon nach 10 Minuten schmerzt einem der Nacken von der vielen Kopfschüttelei. Mit der Story wird’s wohl nix mehr, dachten sich auch die Schöpfe. Was macht man also? Richtig, Backflashs einbauen, die irgendwie Bezug auf die aktuelle Situation haben, aber bloß nicht interessant oder charaktervertiefend sein sollen. Es geht schließlich nur drum Zeit zu füllen und Szenensprünge zu kaschieren. Würde man sich nur die Rückblenden anschauen, könnte man annehmen, es handle sich hier um einen Schwulenporno.


Und als wäre dieses Sammelsurium an visueller Tortur noch nicht genug, hielten es die Macher auch für eine gute Idee, völlig kontextlos Martial-Arts-Kämpfe einzubauen. Also ohne Grund Schusswaffen beiseite und dumm mit den Nunchakus durch die Gegend fuchteln. Und das meine ich so. Die „Kämpfe“ bestehen aus Tippelschritten und peinlichen „Wusch“-Geräuschen, wenn die beiden Kontrahenten Luft verprügeln. Und wenn’s dann tatsächlich Kontakt gibt, findet sich der Film so geil, dass der Treffer aus unzähligen Perspektiven in Zeitlupe wie ein WM-Sieg zelebriert werden muss. Meine Herren, was haben die sich bei diesem Film nur gedacht.

 

Bildergalerie von Ebola Zombies (7 Bilder)

Trash in allen Ehren, aber das hier grenzt schon fast an Körperverletzung. Auch handwerklich sieht’s kein Stück besser aus. Mit jedem Kinderschminkset lassen sich überzeugendere Zombies malen, als das was hier durch die Gegend stolpert. Und was die Gore-Effekte anbelangt, ok sie scheinen wohl echtes oder zumindest überzeugendes Blut zu benutzen. Die Wunden allerdings, Kajal und Lippenstift, von Mutter geklaut, waren wohl die Mittel der Wahl dafür. Auch sonst merkt man dem Film in jeder Sekunde an, dass hier einerseits Dilettanten am Werk waren, vor wie hinter der Kamera, und andererseits, dass keine Kohle da war. Die Überblendungen könnten aus jedem Freeware-Video-Tool stammen, die Kameraperspektiven sind so inspiriert wie die deutsche ARD-Nachmittagsserie und der Sound… sprechen wir nicht mehr darüber. Nur so viel, die nervige Stimme aus dem Off am Anfang des Films ist leider die Stimme des Hauptdarstellers.


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Was für ein Schund! Ich hab’s versucht, ehrlich, ich wollte hier irgendwas Positives sehen, aber es gibt einfach nichts! Handlung gibt’s keine, der Film entscheidet sich tatsächlich erst irgendwann ab der Hälfte, dass er „was mit Zombies“ machen will. Davor kommt ein irreführendes Intro, die Vorstellung von den dümmsten Verbrechern diesseits des Äquators und wirklich miserable „Kämpfe“. Als dann die Untoten vom Kinderschminken endlich zurück sind, wird’s halt auch nicht besser. Selten sah man talentlosere Zombies durch die Flure torkeln. Wenn’s dann wenigstens der Gore richten würde, aber was hier als offene Wunde verkauft wird, findet man sonst nur in der Druckerei, wenn der mit dem roten Farbeimer über das Pappmache stolpert. Und was die ganze Nummer mit Ebola zu tun haben soll, erschließt sich mir immer noch nicht. Falls es nicht raus kam, spart Euch diesen Schund. Tut mir und Euch selbst diesen Gefallen.


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