Empire State - Die Straßen von New York

Empire State - Die Straßen von New York

Originaltitel: Empire State
Genre: Action/Drama
Regie: Dito Montiel
Hauptdarsteller: Liam Hemsworth • Dwayne Johnson
Laufzeit: ca. 94 Min.
Label: Splendidfilm
FSK 16

Empire State - Die Straßen von New York   16.10.2013 von Beef Supreme

1982 wurde in New York der bis dato größte Geldraub der Geschichte der USA durchgeführt. Schätzungsweise 11 Millionen Dollar wechselten an diesem Tag den Besitzer und der Großteil davon ist bis heute noch nicht aufgetaucht. Um so ein Ding durchzuziehen braucht man technisches Know-How, akribische Planung und eiskalte Gauner, die Erfahrung im Business haben. Mit anderen Worten: Nur das Organisierte Verbrechen ist in der Lage, so etwas abzuziehen. Oder vielleicht doch nur zwei Vollpfosten?


Ganz miese Zeiten für den Exilgriechen Chris Potamitis, glanzvoll dargeboten von Thors Bruder Liam Hemsworth. Sein Vater hat gerade seinen mies bezahlten Kloschrubberjob beim lokalen Gangsterboss Spiro verloren. Chris selbst hat gerade eine Absage vom NYPD erhalten, weil er einen bösen Joint auf einem bösen Black-Sabbath-Konzert weggezogen hat und somit ein Sicherheitsrisiko darstellt. So ist Chris also gezwungen, einen mies bezahlten Job bei der Geldtransportfirma Empire State anzunehmen. Gleich am ersten Tag wird sein freundlicher Kollege und Familienvater über den Haufen geschossen und Chris wird daraufhin vom Außendienst in den Innendienst verbannt und darf fortan in Nachtschicht allein über 25 Millionen Dollar wachen.


Als er dann heraus findet, dass sein Arbeitgeber die Familie seines toten Arbeitskollegen um 95 Prozent der Versicherungssumme bescheißt, beschließt er, sich ein wenig am Geldschrank zu bedienen. Die Sicherheitsvorkehrungen sind nämlich mehr als unterirdisch und jede öffentliche Toilette ist besser überwacht. Chris‘ trotteliger Kumpel Eddie kriegt das natürlich mit und will sich ebenso kräftig bedienen. So planen die zwei Dilettanten einen Überfall. Wer jetzt einen ausgefeilten Coup der Marke Oceans Eleven erwartet, liegt weit daneben. Nachdem der erste Versuch ein massiver Griff ins Klo war, hat Chris keine Lust mehr drauf und bläst die Sache ab. Das hält aber Eddie nicht davon ab, eine Nacht später mir nichts dir nichts durchs Dach zu brechen, Chris K.O. zu knüppeln und die Kohle abzugreifen. Keine Finesse, kein Plan, gar nichts. Natürlich bleibt das von den Behörden nicht unbemerkt und Detective Ransome, sowie das FBI wühlen alle gemeinsam in dem Fall herum. Das FBI schließt eine Beteiligung von Chris aus und ist sich sicher, so etwas kann nur von den lokalen Mafiosi bewerkstelligt worden sein. Ransome ist sich da aber nicht so sicher.

 

Wo andere Heist-Filme, wie Oceans Eleven oder das Original dazu Frankie und seine Spießgesellen darauf setzen, detaillierte Einbruchsplanungen und daraufhin die spannende Durchführung zu zelebrieren, steht bei Empire State nicht der Überfall als solches im Fokus. Die einzige Planung ist nämlich ein schlecht gezeichnetes Layout des Büros von Chris, und die Durchführung ist in fünf Minuten abgehakt. An sich keine schlechte Idee, sofern es der Film denn schaffen würde, mit anderen Elementen interessant zu bleiben. Leider konzentriert sich Empire State die erste Hälfte des Films darauf, Chris‘ Entscheidung zum Überfall zu rechtfertigen, indem er seine sich ständig verschlimmernde Situation in den Fokus rückt. Das geschieht über weite Strecken unspektakulär und beschränkt sich hauptsächlich darauf, zu zeigen, wie schlecht die Welt doch ist. Nach dem ebenso unspektakulären Raub schwenkt der Streifen dann um und konzentriert sich auf die Ermittlungsarbeit der Polizei. Auch hier lässt Empire State einiges an Finesse vermissen, denn diese beschränkt sich auf zwei bis drei Befragungen und eine Durchsuchung. Columbo hätte das eindrucksvoller hinbekommen. Zudem werden dann noch weitere Handlungsstränge angerissen, die aber nach einem sehr abrupten, unerwarteten und zudem unbefriedigenden Ende einfach in der Luft hängen gelassen werden. Trotz guter Ansätze schafft es der Film nur selten, so etwas wie Spannung zu erzeugen und wirkt über lange Strecken fast so planlos, wie Eddie bei seinem Überfall. Das liegt hauptsächlich daran, dass der Film außer etwas Gesellschaftskritik und oberflächlicher Darstellung des Gangstermilieus kaum etwas bieten kann. 

 

Bildergalerie von Empire State - Die Straßen von New York (8 Bilder)

Schade eigentlich, denn schauspielerisch machen die Hauptdarsteller ihre Sache ganz gut. Liam Hemsworth kann mit einer überzeugenden Darstellung punkten und sogar Dwayne "The Rock" Johnson schafft es hin und wieder trotz engem Drehbuchkorsett, eine recht gute Performance abzuliefern. Leider bleibt er sehr blass, was hauptsächlich an seiner kurzen Screentime liegt. Der Rest des Casts bleibt dabei auffällig unauffällig und ist schnell wieder vergessen. Technisch gibt’s trotz relativ geringem Budget von 11 Millionen - schau an, die gestohlene Summe - nichts zu meckern. Klares Bild, auch in dunklen Szenen, gute Vertonung, überzeugende Synchronisation und auch die dezent eingestreuten Blut-Effekte sehen professionell aus. Jetzt hätte nur noch das Drehbuch stimmen müssen. 

Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Aus Empire State hätte man richtig was machen können. Der Film plätschert die meiste Zeit uninspiriert und unspektakulär über den Bildschirm und konnte mich selten überzeugen. Als ich annahm, dass es langsam interessant wird, also nach dem Raub, als plötzlich dann jeder was vom Kuchen haben will und sich die Situation mit der Polizei langsam zuspitzte, war’s dann auch schon vorbei. Das Ende traf mich sehr überraschend, wurde doch kaum etwas aufgelöst. Obwohl der Streifen auf wahren Gegebenheiten beruht, hätte man diese Tatsachen durchaus etwas interessanter in Szene setzen können und sich nicht nur darauf konzentrieren sollen, die gesellschaftliche Situation von Chris und seiner Familie zu zeigen. Der Film ist kein totaler Reinfall, hat er doch hin und wieder ein paar gute Momente, und Eddie konnte mich auch etwas zum Schmunzeln bringen, aber das reicht nicht, um 90 Minuten interessant zu gestalten.


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