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Eurosport Winter Stars

Publisher: Koch Media
Entwicklerstudio: Deep Silver
Genre: Sportspiel
Sub-Genre: Wintersport-Actionspiel
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 18.11.2011
USK 0

Eurosport Winter Stars   01.12.2011 von DeWerni

So langsam beginnt die richtige Zeit für Wintersportler: Für die einen ist es die Zeit, sich etwas mehr Süßigkeiten zu gönnen, für andere eher sich auf zugefrorene Seen, verschneite Berge oder große Schanzen zu begeben. Wer jetzt dazu nicht mehr vor die Türen gehen will, der kann sich auch auf der Couch diversen Wintersportarten hingeben…

Die Weihnachtszeit ist gerade angebrochen, trotzdem weigert sich der Winter, so richtig in Fahrt zu kommen.
Auch wenn es hier und da schon mal ein wenig kälter geworden ist, so ist bisher so gut wie kein Schnee gefallen. Die Wintersportler der Bevölkerung konnten so gut wie noch gar nicht in den Genuss ihrer Hobbys kommen. Das ist eigentlich genau die richtige Zeit, ein Wintersportgame auf unseren Next-Gen-Konsolen herauszubringen, welches uns ein wenig den sportlichen Hobbys nachgehen lässt. Und wenn es sich dabei noch um eine Umsetzung mit den mittlerweile bekannten Bewegungssteuerungen handelt, ist das Ganze umso besser und auch noch mit ein wenig Bewegung verbunden, unseren Winterspeck schon vorab vergessen zu lassen. Nun stößt Koch Media mit Eurosport Winterstars genau in diese Lücke und veröffentlichte vor Kurzem ein Game, das uns elf Wintersportarten nachspielen lässt. Dabei wird nicht nur die controllerlose Kinectsteuerung der Xbox 360 berücksichtigt, das Ganze erscheint auch für die Pendants von Sony und Nintendo. Die Verpackung verspricht neben den elf angebotenen Sportarten auch einen tollen Karrieremodus, einen Familienmodus, der Spielern von jung bis alt Chancengleichheit verspricht, und spannende Mehrspielermodi, bei denen man mit bis zu vier Spielern gegeneinander antreten kann.

Spielmodi – allein, zu zweit oder doch mit vier Spielern?!
Etwas ungewöhnlich für ein Kinectspiel aber doch positiv erwähnenswert ist der Single-Player-Modus von Eurosport Winter Stars, der im Unterschied zur letztjährigen Version noch unter dem Label von RTL Games etwas überarbeitet wurde. Diese betrifft vor allem die eingebaute Story zwischen der Absolvierung einzelner Cups, die zu Beginn noch recht einfach zu meistern sind und aus wenigen Sportarten bestehen, zum Ende hin aber deutlich schwieriger und langwieriger werden. Und betrifft zugleich den Herausforderungen, die zum einen in den Karrieremodus integriert wurden und zum anderen auch wieder eine schöne Alternative zu den Cups darstellen. Zentrum der Karriere ist der ehemalige und sehr erfolgreiche Abfahrtsläufer Jake, der nach seinem schweren Unfall aus der Klinik ins Wintersportgeschehen zurückkehrt. Dabei übernimmt er das Management des eigenen Teams und sorgt so dafür, dass das Team auf der einen Seite immer an weiteren Sportveranstaltungen teilnehmen kann und gleichzeitig Stück für Stück oder Sportler für Sportler wächst und die verlangten Sportarten bei den Cups umfangreicher werden.Typisch dabei ist, dass die Herausforderungen eher für den Einstieg oder die Weiterentwicklung einzelner Sportler ins Team stehen, während die Cups dazu genutzt werden, damit sich das Team beweisen kann. Im Übrigen verdient Ihr während der einzelnen Cups und Herausforderungen je nach Platzierung und Leistung Erfahrungspunkte, die Ihr dazu nutzen könnt und auch solltet, die einzelnen Sportler, von denen jeweils einer für eine Disziplin verantwortlich ist, allgemein weiterzuentwickeln oder ihnen spezielle Fähigkeiten freizuschalten. Die speziellen Fähigkeiten bestehen oft aus einem Startbonus oder erweiterter Sprintpower. So kämpft man sich dann durch die Karriere-Map, die aus diversen Herausforderungen und Cups besteht. Die Herausforderungen bestehen dabei immer aus einer speziellen Disziplin, in der Ihr meist irgendwelche Gegenstände während der Fahrt aufsammeln oder bestimmte Bewegungen perfektionieren müsst. Die Cups, wie schon angesprochen, aus mehreren, bei denen Ihr dann insgesamt den ersten Platz belegen solltet. Mit jeder Meisterung werden neue Cups und Herausforderungen freigeschaltet, bis Ihr schließlich die Karriere im Gesamten durchgespielt habt.

Die einzelnen Sportarten und Cups dürft Ihr im Übrigen auch mit mehreren Spielern angehen. Dabei gilt vor einer Konsole bei der Xbox 360 eine Begrenzung von zwei Mitspielern, bei den anderen beiden Konsolen eine von vier, wobei man dann aber bei der PS3 insgesamt entscheiden muss, ob man per Move oder normaler Gamepadsteuerung antreten möchte. Gemischt geht auch das nicht. Online kann man übergreifend mit bis zu vier Spielern spielen. Ein großes Manko ist außerdem, dass man die Disziplinen im Mehrspielermodus immer im Splitscreenmodus nebeneinander bestreitet. Teilweise macht dass sicherlich Sinn – beispielsweise beim Biathlon -, teilweise ist dieser Modus aber auch einfach Humbug, wie zum Beispiel beim Skifliegen. Nichtsdestotrotz macht das Ganze mit mehreren Spielern erst richtig Spaß, alleine kommt doch schnell Langeweile auf. Wer hat schon Lust, mehrere Stunden am Stück alleine vor der Konsole rumzuhampeln?! Als Partygame hat das Spiel auch sicherlich seine Daseinsberechtigung. Nur schade eben, dass man dann bei der Xbox-Version nur zu zweit antreten kann.

Elf abwechslungsreiche Sportarten

An dieser Stelle komme ich zum eigentlich wichtigsten Punkt:
der Umsetzung der elf Sportarten. Grundlegend kann man schon mal sagen, dass das Lenken bei jeder der Sportarten gleich aussieht: Man steht frontal zum Bildschirm und beugt den Oberkörper nach rechts oder links. Hierbei muss man schon etwas Gefühl aufbringen, die Steuerung reagiert diesbezüglich sehr schnell und sensibel. So wird man zu Beginn des Öfteren übersteuern, sodass der Sportler oder das Sportgerät gegen die Begrenzungen fährt. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber an die Steuerung und das Ganze funktioniert relativ gut. Auch der Adrenalinstoß, der dem Sportler kurzzeitig einen Geschwindigkeitsschub gibt, funktioniert nahezu bei jeder Disziplin gleich: Man streckt die Arme nach vorne gerade weg. Die Aufladung geschieht meist mit der Zeit alleine oder benötigt verschiedene besondere Moves, wie das nahe Vorbeifahren an einem der Tore bei der Abfahrt oder die Hocke bei der Abfahrt beim Biathlon. Nun aber zu den einzelnen Disziplinen:

Viererbob

Der Start ist bekanntlich ein Knackpunkt beim Bobsport. Deswegen spurtet man am Anfang auch direkt los. Für jeden Einstieg der vier Sportler muss man kurz in die Knie gehen. Ansonsten muss man den Bob praktisch nur in der Spur halten, was vor allem in den Kurven nicht ganz so einfach ist. Adrenalin sammelt man durch perfekte Kurven und kann diesen auch entsprechend einsetzen. Allzu schwierig ist der Viererbob nicht, macht aber trotzdem Spaß.

Biathlon

Diese Disziplin ist aus meiner Sicht die beste Umsetzung.
Hier muss man die Athletin nur steuern, die Beschleunigung geschieht automatisch. Nur bei Anstiegen muss man selber spurten, bei Abfahrten in die Hocke gehen und gelegentlich Adrenalin einsetzen. Das Schießen am Schießstand funktioniert sehr gut. Dabei muss man mit dem ausgestreckten rechten Arm zielen und den linken Arm nach oben strecken. Per Abknicken nach vorne löst man den Schuss aus, während man mit dem Austrecken nach oben wieder nachlädt. Insgesamt eine sehr schöne und gut funktionierende Umsetzung.

Ski Alpin – Abfahrt
Hier ist das angesprochene Steuern das wichtigste Element, wobei man durch geschicktes Einsetzen des Adrenalins auch sehr viel Zeit gutmachen kann. Adrenalin holt man durch das Streifen der Tore. Am Start muss man mit den Händen den Stockeinsatz nacheifern, um den perfekten Start hinzulegen. Insgesamt keine überragende Umsetzung, trotzdem aber spaßig.

 

Eiskunstlauf
Wer einen der Vorgänger kannte, der wird sich hier prinzipiell sofort zurechtfinden.
Ein Kreis zeigt auf dem Eisboden zeigt an, wie weit sich die Läuferin in der Kür befindet. Trifft dieser auf einen anderen, stehenden Kreis, muss man die in diesem Kreis angezeigt Figur nachmachen. Dabei gibt es fünf Unterschiede. Wenn ein Strich nach dem Kreis folgt, muss man die Figur entsprechend halten. Das Ganze ist nicht schwer, aber die Umsetzung auf Kinect ist unglücklich, da man die geforderte Figur nicht sofort erkennt, sondern dies abhängig von einer Zahl ist, die man erst ablesen muss. Hier wäre eine farbige Markierung sicherlich intuitiver gewesen.

 

Ski Alpin Freeride und Snowboard Cross
Bei diesen beiden Disziplinen geht es zum einen darum, die Lenkung zu beherrschen, die im Übrigen beim Snowboarden seitlich zum Bildschirm stehend ausgerichtet ist und ansonsten analog funktioniert, und gleichzeitig ein paar nette Tricks zu veranstalten, die einem zusätzliches Adrenalin einbringen. Die Tricks werden per Knie anwinkeln eingeleitet, eine Seite für die kleinen Tricks die andere für die großen. Zusätzlich muss dann noch die durchzuführende Figur gewählt werden. So muss man schnellstmöglich das Ziel erreichen. Die Disziplinen machen auch eine Menge Spaß und sind gut umgesetzt.

 

Der Rest der Disziplinen sind Curling, das nicht ganz so gut von der Hand geht, Paraskiing, was eine nette Idee ist und auch recht spektakulär umgesetzt, Schneemobil fahren, das doch eher unspektakulär wirkt, Shortrack und Skifliegen. Als neue Disziplinen sind in diesem Jahr erstmals Paraskiing und Schneemobil fahren dabei, was den Abwechslungsreichtum erweitert. Zur Steuerung durch Kinect gibt es an dieser Stelle noch anzumerken, dass sie doch ihre Haken hat und nicht immer einwandfrei funktioniert. Aber es gibt auch gute Beispiele, wie Biathlon. Insgesamt sollte man sich entweder noch mal an die Sache ran setzen und die Steuerung für die nächste Version nochmals verbessern oder alternativ den Controller als zusätzliches alternatives Steuerelement zulassen, was gleichzeitig den potenziellen Spielerkreis erweitert. PS3 und Wii haben größtenteils weniger mit diesen Problemen zu kämpfen, hier funktioniert das Ganze.

Technische Kinderschuhe oder doch hochgradige Perfektion

Aus technischer Sicht erwartet man bei Spielen, die sich eher im Bereich der Partyspiele platzieren mit Sicherheit keine allzu großen Leistungen. Genauso präsentiert sich auch das Spiel, der Fokus liegt hier sicherlich eher auf anderen Bereichen. Nichtsdestotrotz gibt es einige Einstellungen, in denen die winterlichen Landschaften recht gut abschneiden, in anderen hat man das Gefühl, in ältere technische Generationen zurückversetzt worden zu sein: Da sehen beispielsweise Gebirgszüge ganz ordentlich aus, während man beim Blick ins Gesicht des Athleten oder den Schnee eher mit Grauen verschreckt wird und die Charaktere und ihre Bewegungsmodelle mehr abgehackt als flüssig und authentisch ausschauen. Die Umsetzung der Bewegungssteuerung funktioniert auf den Konsolen von Nintendo und Sony einwandfrei, auch weil man sich nicht nur darauf als Controller geeinigt, sondern immer das eigentliche Gamepad mit einbezogen wurde. Lediglich auf der Xbox 360 hat man sich dazu entschieden, Kinect als einziges Steuermittel zuzulassen, was dazu führt, dass auch die kleinsten Beeinträchtigungen bei der Umsetzung etwas schwerer wiegen. Genauso ist es bei Eurosport Winter Stars. Im Großen und Ganzen funktioniert die Steuerung, aber einzelne Bewegungen oder auch schlecht umgesetzte Sportarten treiben einem verzweifelt verärgerte Falten auf die Stirn. Bestes Beispiel ist hier die nicht irrelevante Abfahrtshocke beim Biathlon, die fast immer mit einer 90 Grad Kurve und damit mit einer direkten Fahrt gegen die virtuelle Bande endet –Schade! Da muss seitens der Entwickler eigentlich nachgerüstet werden. Alternativ hätte man natürlich auch zusätzlich die Gamepadsteuerung der vergangenen Ausgabe unter dem Label von RTL Games zulassen können. So verbleibt die erste Ausgabe der alljährlichen Winterspiele mit Integration der Bewegungssteuerungen doch vor allem auf der Xbox 360 mit einem zweifelhaften technischen Ruf versehen.


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Die Minispielsammlungen finden bei den Gamern mit Bewegungssteuerung doch immer ganz guten Anklang. Auch hier bekommt man elf Sportarten präsentiert, die zwar nicht wirklich perfekt umgesetzt sind und das gesamte Spiel mit Sicherheit nicht als neues Genrehighlight angepriesen wird, allerdings wird man in Gesellschaft trotzdem seinen Spaß an der Sache finden – vor allem wenn man auf Wintersport steht. Der Singleplayermodus macht auch Spaß, kann aber nicht auf Dauer an den Schirm fesseln. Nichtsdestotrotz hat das Game seine Daseinsberechtigung und wird seine Fans an den Konsolen finden. Man bekommt elf abwechslungsreiche Sportarten präsentiert, die nur im Rahmen der Kinectsteuerung etwas eintönig ausfallen. Ansonsten kann das Spiel auf jeden Fall auf Mehrspielerpartys eine gute Figur machen.


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positiv negativ
  • 11 abwechslungsreiche Disziplinen
  • Verbesserte Karriere
  • Schöner Onlinemodus
  • Überarbeitete Präsentation
  • Oft wiederholende Bewegungsabläufe
  • Kinectsteuerung teilweise ungenau (Xbox 360)
  • Nur lineare Charakterentwicklung
  • Etwas schwache Technik





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