Fable - Anniversary

Fable - Anniversary

Publisher: Microsoft
Entwicklerstudio: Lionhead Studios
Genre: Action / Rollenspiel
Sub-Genre: 3rd-Person-Rollenspiel
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 07.02.2014
USK 16

Fable - Anniversary   17.04.2014 von DeWerni

Man kann es kaum glauben: Die Fable Reihe, die bereits mit drei Titeln aufwarten kann, feiert in diesem Jahr bereits ihr zehnjähriges Bestehen. Aus diesem Grund haben sich die Macher den ersten Titel der Reihe – damals noch auf der ersten Xbox – vorgenommen, in ein neues Gewand gepackt und im HD-Bereich auf der Xbox 360 neu auf den Markt geworfen. Ob sich die albionische Geburt lohnt, erfahrt Ihr in unserem Bericht …

 

Komplexität und Umfang von aktuellen Rollenspielen nehmen immer mehr zu. Was im Grunde nicht zu beanstanden ist, lässt den Fokus allerdings immer weiter von der Story abrücken und dabei mehr und mehr Items und Spielwelt in den Vordergrund kommen. Bestes Beispiel dafür sind dabei World of Warcraft oder auch Neuveröffentlichungen wie The Elder Scrolls online. Nichtsdestotrotz gibt und gab es Titel, die ebenso erfolgreich waren und einfach nur eine richtig nette Geschichte erzählen wollten. Vor rund 10 Jahren hat zu diesem Zweck der Spieledesignerguru Peter Molyneux das damals neue Werk Fable für die Xbox in die Welt gerufen. Zu diesem Jubiläum bringen nun die Macher eine rundum technisch überarbeitete Version als HD-Werk für die Xbox 360. Spielerisch hat sich dabei weitgehend nichts geändert, doch schauen wir uns das Werk Stück für Stück an.

 

Ein schöner Tag … oder nicht?!

Man beginnt als kleiner Junge in seinem Heimatdorf. Dort beobachtet man mit Schrecken, wie das eigene Dorf von Räubern überfallen und dem Erdboden gleichgemacht wird. Als einziger Überlebender wird man von dem großen Helden Maze in die Heldengilde mitgenommen. Dort erfährt und lernt man alles, was ein Held wissen und können muss. Kindheit und Jugend dienen dabei samt diverser Tutorialmissionen zum Erlernen der Steuerung. Doch über Moral und dem Umgang mit den Bewohnern der Spielwelt Albion erlernen wir nichts und sind damit in unserer Entwicklung frei, aber auch etwas unsicher. Und so liegt es dann auch am eigenen Spielstil, wie sich der Charakter entwickelt: Hilft man dabei den Menschen Albions in kleinen Nebenmissionen (beispielsweise den verlorenen Teddy des Kindes zu finden oder einen Händler zu eskortieren), steigt der Ruf und die Bevölkerung ehrt und jubelt einem später zu. Tun wir dagegen nur das, was wir wollen, und benehmen uns entsprechend, so verstecken sich die Einwohner und meiden jeden Kontakt mit etwas Furcht. Zudem kann man das Empfinden uns gegenüber auch durch die entsprechende Optik beeinflussen (Kleidung, Rüstungsteile, Frisuren und Tattoos). Zu guter Letzt bleiben natürlich auch eigentliches Verhalten und die Kommunikation gegenüber der Menschen nicht ohne Auswirkung. So kann man also die Wahrnehmung des Helden in Abion beeinflussen, der lineare Fortlauf des Geschehens bleibt allerdings davon unberührt, nur zwei unterschiedliche Abschlusssequenzen in Abhängigkeit der Gesinnung werden geboten. Nichtsdestotrotz macht das Spielen auf die eine oder andere Weise richtig Spaß, zumindest dann, wenn man den Fokus nicht nur auf das Durchspielen legt.

 

So gilt es dann schließlich, das Volk auf die eine oder andere Weise für sich zu gewinnen und sich dem Bösen, das damals den Überfall auf das Dorf inszenierte, zu stellen und es schließlich zu besiegen. Während der Hauptmission lernt man dann natürlich neben den Grundlagen von magischen sowie Nah- und Fernkampffähigkeiten der Heldenakademie viele zusätzliche, nützliche und erweiterte Eigenschaften. Zudem sammelt man genretypisch weitere und bessere Kleidungs- und Ausrüstungsgegenstände und natürlich auch Erfahrung, um die vorhandenen Fähigkeiten auszubauen. Wer den vollen spielerischen Umfang des Games inklusive den meisten Nebenquests ausnutzt, der kommt auf eine Gesamtspielzeit von rund 20 Stunden, was gerade in der heutigen Zeit doch nicht ohne Erwähnung bleiben sollte.

 

Technisch besser – oder nur schöner?

Wie bereits erwähnt hat das rund zehn Jahre alte Werk eine technische Überarbeitung erfahren. Dabei wurde die Grafik vor allem in Form der Auflösung und der Details merkbar aufpeppt. Vergleicht man das Ganze mit dem Original, fällt schnell auf, dass Texturen geändert und angepasst, einzelne Settings neu gestaltet und auch einige Figuren neu entworfen wurden. Zudem fallen die optisch herausstechenden Lichteffekte auf. Das führt in Summe zu einer deutlich schöneren, lebhafteren und spielerisch wertvolleren Welt. Ganz an die graphischen Werte der Nachfolger (Fable 2 und Fable 3) kommt man damit zwar nicht, aber man kann durchaus Parallelen erkennen. Lediglich Pop-Ups und Tearing stören das Spielerlebnis in der einen oder anderen Szene. Außerdem kommt das Werk nicht über einen Wert von 30 Bildern pro Sekunde heraus, was das Zocken auf Dauer für die Augen doch merkbar anstrengend werden lässt. Die Ladezeiten sind ebenfalls unerklärlicherweise an vielen Stellen viel zu lang, was einem mit der Zeit richtig auf die Nerven geht und sich lediglich durch die Installation auf Festplatte etwas reduzieren lässt. Animationen und Kameraführung, die schon im Original nicht wirklich überzeugen und auch teilweise an den Rand des Wahnsinns treiben konnten, sind einfach übernommen worden. An dieser Stelle hätten die Entwickler vielleicht noch die eine oder andere Stunde investieren sollen, denn schön ist irgendwie anders. So hat man leider an manchen Stellen doch nur das Gefühl, kein richtiges Remake vor sich zu haben, sondern lediglich einen zehn Jahre alten Klon in neuem Gewand – schade! Positiv entwickelt haben sich dann allerdings die Kämpfe, die gerade im Bereich der Zauber mit neuen, spektakuläreren Effekten versehen wurden und so deutlich intensiver wirken als im Original. Auch das Menü wurde überarbeitet und wirkt deutlich aufgeräumter.

 

Bildergalerie von Fable - Anniversary (9 Bilder)

Bezüglich der musikalischen und soundtechnischen Realisierung ist man seinem Stil treu geblieben: Es gibt weiterhin nette Hintergrundmusik, gute Sounds in den actionlastigen Szenen und teils nervige und sich oftmals wiederholende Dialoge mit der Bevölkerung. Eine nette Idee ist dann wieder die Integration der SmartGlass-Funktionen der Xbox 360-Plattform. Dabei nutzt man die Möglichkeit, die Weltkarte auf dem Pad oder dem Smartphone darzustellen und die Position des Helden auf der Karte zu visualisieren. Zudem werden Schatztruhen oder Tore gezeigt, die einem die Navigation erleichtern. Als besonderes Gimmick kann man sich in einigen Situationen die Darstellung des Originalwerks anzeigen lassen, um den technischen Fortschritt noch einmal direkt vor dem Auge zu haben. Das Ganze ist eine nette Idee, die durchaus ansehenswert ist, eine Umschaltmöglichkeit zur alten Grafik wie bei Halo 4 wäre allerdings deutlich effektvoller. So muss man insgesamt festhalten, dass die technische Neuaufmachung zwar an manchen Stellen greift, aber immer noch viele Baustellen offen lässt. Fans der Reihe wird das allerdings weniger stören. Ein Blick lohnt allemal.


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Ich konnte mich schon immer für die Titel der Fable-Reihe begeistern: Meist waren Story und Präsentation auf ihre eigene Art und Weise gelungen und trotzdem wurde dafür gesorgt, dass der Rollenspieler ebenfalls auf seine Kosten kommt. Auch wenn an dieser Stelle nicht alles Gold ist, was glänzt, so muss man doch festhalten, dass das Remake des Ersttitels der Fable-Reihe gelungen ist. Wer damals und heute seinen Spaß an den Fable-Titeln hat, der wird auch Freude an diesem Remake finden. Klar bewegen sich die meisten Veränderungen auf der technischen Ebene, aber das war eben auch genau das Ziel. Man merkt dem Werk sein etwas in die Jahre gekommenes Prinzip an, wenn man sich allerdings auf eine nette Geschichte einlässt, bekommt man dies auch erzählt. Für mich war und ist Fable mit seiner etwas eigenen Art noch immer ein Highlight auf den Konsolen aus dem Hause Microsoft.


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positiv negativ
  • Tolles und abwechslungsreiches Spielsetting
  • Diverse Quests, Sidequests und Rätsel
  • Aktueller technischer Stand …
  • Moralische Integration
  • Smartglass-Anbindung
  • Nette und gelungene Präsentation
  • Überzeugende Lokalisation und musikalische Untermalung
  • Lange Ladesequenzen
  • Linearer Storyverlauf
  • … mit einigen Schwächen
  • Keine Charaktervariationen





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