Endlich ist es soweit. Der lang und mit Spannung erwartete Nachfolger eines der erfolgreichsten Rollenspiele auf der XBOX Fable II ist erschienen. Was euch Neues erwartet, welche Veränderungen es zum Vorgänger gibt und ob sich der Kauf wirklich lohnt, erfahrt ihr, wenn ihr hier weiterlest…
Im September 2004 veröffentlichte Microsoft auf der Xbox die erste Version von Fable. Diese verkaufte sich damals wider Erwarten sehr gut und erreichte innerhalb von kürzester Zeit den Kultstatus unter den Rollenspielen bei den Xbox-Spielern. Dementsprechend groß waren auch jetzt die Erwartungen an den Nachfolger Fable II. Um das Game allerdings spielen zu können, müsst ihr auf jeden Fall Eigentümer einer Xbox 360 sein, das Spiel erschien vor Kurzem als Exklusivtitel. Hier könnt ihr alles über den Titel lesen, vor Allem ob sich der Kauf lohnt.
Story
Ihr startet mit eurer Schwester als Waisenkind und lebt mit ihr auf der Straße von Bowerstone im wunderschönen Albion, der Welt von Fable II. Essen und trinken könnte ihr euch nur selten l
eisten, ihr seid auf Betteln angewiesen und arbeitet als Tagelöhner. Eines Tages erscheint in eurem Stadtteil ein fahrender Händler, der ein antikes Zauberkästchen zu verkaufen hat. Eine mysteriöse weibliche Gestalt weist euch darauf hin, dass solche Märchengeschichten vielleicht manchmal ein Fünkchen Wahrheit beinhalten. Ihr beschließt, dass ihr das Kästchen haben müsst und macht euch daran die benötigten fünf Goldstücke dafür aufzutreiben. In diesem Moment übernehmt ihr den Charakter. Je nachdem, ob ihr lieber einen weiblichen oder männlichen Helden übernehmen wollt, steuert ihr Bruder oder Schwester. Ihr nehmt die ersten „Einführungsquests“ an und verdient euch die fünf Goldstücke.
Kaum seid ihr in Besitz des Zauberkästchen, setzt ihr es auch schon ein und wünscht euch nichts sehnlicher als dieses grausame Leben hinter euch zu lassen und ein besseres im Schloss von Lucien zu wohnen. In der Nacht scheint der Wunsch dann Wahrheit zu werden: Ihr werdet in das Schloss von Lucien gerufen. Doch dieser stellt sich als der Oberbösewicht heraus und möchte die Herrschaft über Albion an sich reißen. Ihr schafft es, seinen heimtückischen Klauen zu entkommen…
Ein paar Jahre später als junger Erwachsener startet dann das Spiel richtig. Ihr erfahrt eure Bestimmung: Ihr müsst drei Helden in Albion aufsuchen, mit denen ihr den Bösewicht Lucien hindern könnt, das schöne Land zu verwüsten und dieses zu retten. Die Drei sind teilweise schon verschleppt worden und nicht mehr aufzufinden. Also macht ihr euch auf die lange und schwierige Wanderschaft, um Land und Leute zu retten…
Gameplay
Das Gameplay von Fable II ist das Herzstück des Games. Man kann wirklich alles tun, was man möchte. Und das ist fast schon wirklich wörtlich zu nehmen.
Man muss sich nicht an die vorgegebene Hauptstory halten, sondern kann jeder Zeit tun und lassen was man möchte. Entweder man kümmert sich um andere Sidequests, die zum Erledigen bereitstehen, man geht einem seiner Berufe nach, kümmert sich um die Inneneinrichtung eines seiner Häuser, spielt mit seinem Hund, verführt ein nettes Mädel, geht mit ein paar Freunden in der Kneipe einen über den Durst trinken, tanzt in lustiger Runde, wagt ein Glücksspielchen beim örtlichen Croupier oder kümmert sich eben doch um die Erledigung des nächsten Teilauftrags des Hauptquests der Story. Hier erkennt man die Vielfalt und die Möglichkeiten von Fable II. Dabei sind hier noch nicht einmal alle Möglichkeiten aufgeführt.
Ihr habt anfangs die Möglichkeit, euer Geld mit harter Arbeit zu verdienen. Dabei habt ihr die Wahl zwischen Kellnern, Holzhacken, Waffen schmieden und später noch einigen anderen Berufen. Dabei könnt ihr bei den einzelnen Tätigkeiten euer Können verbessern. Je nach Erfahrung verdient ihr dann auch mehr Gold. Ein weiteres erwähnenswertes Feature ist die Familiengründung. Ihr könnt innerhalb des Spiels versuchen, einen Mitglied der Dorfgemeinschaft, egal ob Mann oder Frau, zu bezirzen, und so die Liebe des Gegenübers zu gewinnen. Macht ihr ihm/ihr noch ein paar Komplimente und Geschenke, ist er/sie vielleicht bald bereit euch zu heiraten, Kinder in die Welt zu setzen und ein gemeinsames Heim zu beziehen. Zu guter Letzt darf natürlich euer Hund, dem ihr selber einen Namen geben könnt, nicht unerwähnt bleiben. Ihr könnt ihn jederzeit loben, streicheln oder mit ihm spielen. Im Gegenzug dafür schlägt er bei Gegnern in der Nähe immer an, zeigt euch versteckte Schätze und führt euch zu Ausgrabungsstellen. Dort könnt ihr außergewöhnliche Gegenstände oder Goldstücke finden.
Die Gesten eures Charakters spielen in Albion eine wesentliche Rolle. Ihr könnt die Zuneigung, den Respekt oder das Wohlwollen der Mitbewohner beeinflussen, indem ihr beispielweise für oder mit den Leuten tanzt, mit ihnen kleine Späßchen macht, Geschenke verteilt, sie erschreckt oder vergrault, ihnen Komplimente macht oder eurer Liebsten eine Liebeserklärung macht. Dabei könnt ihr während des Spiel weitere Gesten für euch und euren Hund lernen. Zum Einen könnt ihr diese teilweise in Form von informativen Büchern beim Buchhändler vor Ort kaufen oder sie auch als Questbelohnung geschenkt bekommen.
So stehen euch mit der Zeit zahlreiche dieser Gesten zur Verfügung, mit denen ihr euer Umfeld beeinflussen könnt. Abschließend sei noch erwähnt, dass sich euer Verhalten im Spiel auch auf eure tendenzielle Entwicklung und die Optik des Charakters auswirkt. Ihr habt fast immer die Möglichkeit zu wählen, ob ihr eine Aufgabe auf gute oder schlechte Weise löst. Außerdem könnt ihr jederzeit Diebstähle begehen, eure Mitmenschen erschrecken und penetrieren, unschuldige Bürger meucheln oder euch einfach auf die böse Seite der Welt schlagen. Dies wirkt sich zum einen natürlich auf die Optik des Charakters aus, aber auch auf die Behandlung eurerseits durch die Bürger, die euch im wohlwollenden Fall teilweise auch gerne selber Geschenke machen oder euch mit Rabatten entgegenkommen.
Kampfsystem
Das Kampfsystem und die damit verbundene Charakterentwicklung läuft bei Fable II ein wenig anders ab, als ihr es bisher von Rollenspielen mit entsprechendem Stufenanstieg gewohnt seid. In jedem Kampf bekommt ihr zum Einen generelle Erfahrungspunkte, zum Anderen aber auch spezielle Erfahrungspunkte für die Angriffsart, die ihr im Kampf eingesetzt habt: Nahkampf mit körperlichem Kampf, Fernkampf mit Bogen oder Pistolen und magische Angriffe. Je nachdem, welche Erfahrung ihr gesammelt habt, könnt ihr euch dafür aus den entsprechenden Bereichen neue Angriffe, Moves oder Zauber „kaufen“, diese dann aber auch wieder in verschiedenen Stufen, so dass es keine Charakterstufe im eigentlichen Sinn gibt, sondern nur Stufen der einzelnen Fertig- und Fähigkeiten.
Koop-Multiplayerspiel
Fable II bietet euch auch die Möglichkeit, mit einem Freund oder einer Freundin vor einer Konsole oder online miteinander zu spielen. Allerdings muss ich sagen, dass ich von dem vorher groß angekündigten Koop-Modus doch sehr enttäuscht bin. Man ist nämlich im Spiel sehr eingeschränkt, egal ob als Host oder als derjenige, der dem Spiel beitritt. Ein riesen Manko ist die nicht vorhandenen Möglichkeit, den Bildschirm zu drehen und auf seine Sicht anzupassen, so dass beide Spieler sich immer auf dem gleichen Bildschirm befinden müssen, und es deswegen häufig vorkommt, dass man irgendwo hängenbleibt, weil vom Spiel eine schlechte Kameraeinstellung gewählt wurde und man seinen Weg vor sich selbst nicht mehr einblicken kann. Der beitretende Spieler muss außerdem einen vorgefertigten Spieler zum Beitritt wählen, dieser hat dann zwar die Eigenschaften und Fertigkeiten des eigenen Charakters, dies ist allerdings alles sehr unbefriedigend. Ein weiteres Manko ist, dass der zweite Spieler nicht auf seine eigenen Gegenstände zugreifen kann, er kann auch nichts einkaufen (auch keine Heiltränke!!!) und muss bei Zwischensequenzen auf den Hauptspieler warten, was mitunter sehr nervig sein kann. Das einzige, was der Zweitspieler mitnimmt, sind seine Erfahrungspunkte und gefundenes Gold, deren Verteilung man bei Beitritt prozentual einstellen kann. Alles in allem ist der Koop-Modus also eher mäßig und wird eher wenig genutzt. Das Potential ist groß, die Idee gut, aber die Umsetzung leider verbesserungsbedürftig.

Grafik und Sound
Die Grafik ist echt super gelungen und mit sehr viel Liebe zum Detail umgesetzt. Egal ob es das Wehen der Büsche im Wind, das Durchlaufen einer kniehohen Wiese, das Schwimmen in einem kleinen See oder die Wettereinflüsse überhaupt sind, bei Fable II findet alles Berücksichtigung. Sogar die Ausdrucksweise des Hundes passt sich an die entsprechenden Spielsituationen an, Markstände sind authentisch mit Waren gefüllt und Dorfbewohner reagieren beim Vorbeilaufen mit argwöhnischen Blicken. Auch die musikalische Untermalung sowie die Soundeffekte sind zu jeder Zeit passend. In der Regel sind nur die Geräusche des eigenen Laufens und des Wetters zu hören. Entsteht allerdings eine gefährliche Situation (z.B. in Form eines Kampfes) wird die Szenerie mit einer dramatischen Musik untermalt. Was noch positiv herauszustellen ist, ist die Reaktion der Mitbürger. Diese sprechen euch durchaus des Öfteren auch mal einfach an, sei es durch Liebe zu euch oder durch Bewunderung eurer Taten. All dies wirkt jederzeit authentisch und lässt eine rundum gelungene Rollenspielatmosphäre entstehen.
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