Final Fantasy Type-0 HD

Final Fantasy Type-0 HD

Publisher: Square Enix
Entwicklerstudio: HexaDrive
Genre: RPG
Sub-Genre: JRPG
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 20.03.2015
USK 12

Final Fantasy Type-0 HD   03.04.2015 von Torsten

Es gab bereits großartige Bilder von Final Fantasy XV zu bestaunen, die Fans der Serie in Verzückung versetzten und diese zeitgleich mit kaum zu ertragender Vorfreude bestraften. Aber abseits der großen Fünfzehn hat es, zugegeben ein wenig im Trubel untergegangen, ein anderes Spiel der Serie bereits zur Vollendung geschafft: Die Portierung des hierzulande nie erschienenen Final Fantasy Type-0, welches zudem in Japan auch nur für die Playstation Portable erhältlich war. Eine lokalisierte Portierung erschien jetzt mit aufgehübschten HD-Texturen. Wir haben natürlich hineingeschaut ...

 

Ein Krieg der Nationen

 

Ein verwüstetes Land eingesponnen im Geschrei des Leides, verursacht vom unerbittlichen Krieg zweier Nationen. Ein junger Mann liegt blutüberströmt im Schoße seines sterbenden Reittiers, begleitet den treuen Gefährten, der wenige Momente zuvor noch aufopfernd um das Leben seines Reiters gekämpft hat, in den Tod. Aber die Hilfe kam für beide zu spät und so fordert der Krieg seinen Tribut in Form zwei weiterer Seelen. Ihnen werden weitere folgen. Seelen tapferer Krieger, aber auch unschuldiger Bürger. Der Krieg zwischen den Nationen war unausweichlich. Denn die wundersamen Kristalle, die den einzelnen Mächten verschiedene Kräfte verleihen, sind einfach zu mächtig, um den Durst nach noch mehr Macht ungehört und ungestillt zu lassen. Das Imperium greift daher die Nation Rubrum an, um sich deren magische Fähigkeiten einzuverleiben. Ein aufgrund der Kräftegleichheit eigentlich zum hoffnungslosen Scheitern verurteilter Versuch, wäre da nicht eine neuartige Technik des Imperiums, die imstande ist, die Macht der Kristalle zu blockieren. Ohne die Macht ihres Kristalls sind die Streitkräfte Rubrums machtlos gegen die schlagkräftige Übermacht des Imperiums. Glücklicherweise hat Rubrum aber noch die „Class Zero“ in Petto. 14 magiebegabte Schüler, die gegen das Störgerät immun zu sein scheinen und daher die letzte Hoffnung für ihre Nation darstellen.

 

Deckung und Konter

 

Das Kampfsystem der Serie Final Fantasy verfolgte bereits unterschiedlichste Ansätze. Vom rundenbasierten System über die Halbautomatik bis zum arcadelastigen Kampf. Final Fantasy Type-0 HD geht den Weg weit zurück zum siebten Teil der Serie und bietet Action pur, verbindet diese jedoch mit einer taktischen Komponente. So wählt der Spieler aus insgesamt vierzehn Schülern seine drei Favoriten heraus, die für ihn in den Kampf ziehen sollen. Zwischen diesen Recken darf im Kampf beliebig hin- und hergewechselt werden. Eine Figur wird dabei selber gesteuert, wohingegen die anderen beiden von der KI übernommen werden. Die KI arbeitet recht zuverlässig und unterstützt sinnvoll mit Kampf und Magie. Je nach Situation und gegenüber stehendem Feind wählt der Spieler den geeigneten Gegenpol. Nahkampfexperten teilen natürlich an der Front ordentlich Schaden aus, der Distanzkämpfer unterstützt dabei den Angriff aus der Ferne, Heiler halten die Schlagkraft der Truppe aufrecht. Besonders wichtig für den erfolgreichen Ausgang des Kampfes ist hierbei immer das Timing. Gegnerische Angriffe blocken oder ausweichen, Konter setzen und im richtigen Moment den Todesstoß geben. Anvisierte Gegner offenbaren nämlich von Zeit zu Zeit einen besonders verletzbaren Zustand, in dem ein einzelner Angriff verheerenden Schaden bis hin zum sofortigen Tod anzurichten vermag. Magie lässt sich dabei jederzeit unterstützend einsetzen, allerdings ist bei offensiven Aktionen zu beachten, dass gewisse Gegnertypen Schwächen und Stärken besitzen, die es auszunutzen gilt. So sind einige Wesen empfindsamer gegen Feuer oder Elektrizität.

 

Bildergalerie von Final Fantasy Type-0 HD (10 Bilder)

Zeit und Pausenhof

 

Abseits der Arena-Kämpfe lassen sich die Gebiete frei in 3rd-Person-Ansicht erkunden. Die Wegstrecken zwischen den einzelnen Kampfschauplätzen sind jedoch stellenweise recht hoch. So laufen Spieler oft gefühlte Kilometer durch menschenleere Schlauch-Levels bis zu der nächsten Zwischensequenz oder schlagfertigen Auseinandersetzung. Andere Menschen gibt es aber natürlich auch im Spiel. Menschen, die wir auch ansprechen können. Haben sie wirklich etwas zu erzählen, so werden sie farblich gekennzeichnet. Allerdings kostet jedes Gespräch, ebenso wie jede andere Aktion Zeit. Dieses System erinnert zunächst etwas an Lightnings drittes Abenteuer. Allerdings kommt hier noch die Schulzeit hinzu. Immerhin geht es hier um Schüler und die müssen scheinbar selbst im Krieg ausgebildet werden. Wie in der Persona-Reihe agieren wir hier mit den Mitschülern und lernen etwas über die Class Zero und ihre Entstehung hinzu. Die Zeit bleibt aber auch hier stets limitierender Faktor.

 

Optische Frischzellenkur und epochaler Soundtrack

 

Die Grafik ist zunächst einmal für die Portierung eines PSP-Spiels sehr ordentlich. Hochskalierte Texturen und Charaktere täuschen lange Zeit über ihre eigentliche Herkunft hinweg. Allerdings darf nicht so stark auf Details geachtet werden. Denn hier offenbaren sich Defizite wie seltsam anmutende, weil eckige Finger und Hände, zu emotionslos dreinblickende Charaktere oder auch die teilweise matschige Texturtapete, die sich über die etwas zu eckige Architektur spannt. Seit Final Fantasy 13 auf der PS 3 vermissen Spieler zudem natürlich auch die extrem detaillierten Frisuren mit ihren unzähligen zu erkennenden Haaren und die tollen Accessoires der Spielfiguren. Dafür stimmen die Animationen und Zwischensequenzen

 

Gewehrsalven, Explosionen und gequälte Rufe erfüllen die Luft und erzeugen eine unheilvolle Hintergrundkulisse. Auch wenn der Kampf stets in weiter Ferne zu sein scheint und Spieler im Nahbereich davon eher wenig mitbekommen, wirkt diese Art der Hintergrunduntermalung sehr atmosphärisch. Hinzu kommt ein epochaler Soundtrack der unbedingt laut gehört werden sollte. Die Synchronisierung ist hingegen nur Durchschnitt. Neben der originalen Tonspur steht auch eine englische mit stellenweise gruseliger Lippen-Synchronisation zur Auswahl. 


Das Fazit von: Torsten

Torsten

Dass es sich beim vorliegenden Final Fantasy Type-0 HD lediglich um eine aufgehübschte Portierung eines Handheld-Spiels handelt ist leider an einigen Stellen zu bemerken. Die Areale sind recht kompakt, häufig muss daher neu geladen werden, der Umfang ist im Vergleich zu seinen Serienkollegen eher bescheiden und die Grafik ist trotz aufgebohrter Texturen alles andere als hochklassig. Aber...und nun folgt das gewichtige Aber, das über solche Unzulänglichkeiten gekonnt hinwegtröstet und diesem Titel mit der alles entscheidenden Würze versieht, um ihn spielenswert zu gestalten. Die Story ist weit entfernt von der die Serie so oft überschattender Pseudo-Lustigkeit und liefert tiefgründige Kost. Derart brutal und düster haben Spieler Final Fantasy eher selten erlebt. Die Kämpfe sind actionreich, bieten jedoch auch genügend taktischen Tiefgang, um sich vom simplen Button-Mashing abzugrenzen. Alles in allem ein gelungener NextGen-Einstand und mehr als nur ein notgedrungener Zeitvertreib bis FF XV.


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positiv negativ
  • Grandioser Soundtrack
  • Actionreiches Kampfsystem
  • Fordernde Bosskämpfe mit taktischem Tiefgang
  • Mitreißende Story
  • 14 unterschiedliche Charaktere spielbar
  • Grafik mit Schwächen
  • Lineare Schlauch-Levels
  • Areale zu eng begrenzt





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