Final Portrait

Final Portrait

Originaltitel: Final Portrait
Genre: Drama • Biografie
Regie: Stanley Tucci
Hauptdarsteller: Geoffrey Rush • Armie Hammer
Laufzeit: DVD (90 Min)
Label: Prokino
FSK 0

Final Portrait   03.01.2018 von MarS

Obwohl Stanley Tucci seit Jahrzehnten ein gefragter und damit vielbeschäftigter Schauspieler ist, wagt er auch immer wieder einen Ausflug hinter die Kameras und nimmt auf dem Regiestuhl Platz. Sein neuestes Werk ist die Dramödie Final Portrait, in welchem er den Künstler Alberto Giacometti und sein Modell James Lord, Verfasser der zugrundeliegenden Biografie, ein Stück ihres Weges begleitet.

 

Eigentlich sollte es für den amerikanischen Schriftsteller James Lord nur ein kurzer Trip nach Paris werden, doch bei einer Ausstellung seines Freundes Alberto Giacometti fragt ihn der begnadete Künstler doch tatsächlich, ob er ihm für ein Porträt Modell stehen würde. James willigt ein, denn Alberto versichert, dass es bestimmt nur ein paar wenige Stunden dauert, das Bild fertig zu stellen. Doch aus Stunden werden Tage, und aus Tagen werden Wochen, denn Alberto ist einfach niemals zufrieden mit seinem Werk. Wie kann er auch, ist doch ein Porträt in Zeiten der Fotografie ohnehin nur noch bedeutungslos und sowieso nie wirklich fertig...

 

Final Portrait zeigt nicht nur eine biografische Episode aus den späten Jahren eines der bedeutensden Künstler des 20. Jahrhunderts, sondern bietet gleichzeitig auch einen interessanten Einblick in den Entstehungsprozess eines Kunstwerks und den Einfluss des Modells auf den Erschaffer. Die Erzählung ist dank dem handwerklichen Gespür von Stanley Tucci dabei stets dicht, wodurch sich trotz der eigentlich simplen Geschichte keinerlei Längen oder holprige Passagen entwickeln. Natürlich, bei genauer Betrachtung bleiben sowohl der Künstler selbst als auch der erzählende James Lord völlig oberflächlich. Während Alberto Giacometti dem üblichen Klischee eines exzentrischen Künstlers entsprungen zu sein scheint erfährt der Zuschauer über den Schriftsteller James Lord eigentlich überhaupt nichts. Doch das alles ist nicht weiter schlimm, denn Stanley Tucci versteht sich hervorragend darauf, den perfekt besetzten Geoffrey Rush in den Mittelpunkt der Handlung zu stellen und die Inszenierung mit jeder Menge Sarkasmus und Humor anzureichern, so dass es dem Zuschauer in keiner Sekunde langweilig wird und man mit viel Spaß und Freude die Eskapaden des Künstlers verfolgt. Auch wenn Alberto Giacometti auf Grund seiner Charakterzüge sowie der öffentlichen Zurschaustellung seiner Geliebten vor den Augen seiner Frau alles andere als liebenswürdig ist, so zieht er durch seine Art dennoch sofort alle Sympathien auf seine Seite, wogegen man für den nervenstarken und endlos geduldigen James Lord sehr schnell nur noch Mitleid empfindet - ein wahres Wunder, dass dieser den Künstler über eine so lange Zeit einfach agieren lies.

 

Bildergalerie von Final Portrait (9 Bilder)

Bild und Ton bleiben auf Grund des vorliegenden Presse-Streams ohne Bewertung. 


Das Fazit von: MarS

MarS

Final Portrait ist perfekt inszeniertes und unterhaltsames Erzählkino, das einfach Spaß macht. Auch wenn die Figuren eigentlich sehr oberflächlich verbleiben und kaum Charaktertiefe außerhalb gängiger Klischees aufbauen können, so bietet der Film doch großartige Unterhaltung, die sich vor allem auf die hervorragende Leistung von Geoffrey Rush stützt. Der nämlich sieht dem "Original" nicht nur sehr ähnlich, sondern liefert auch die passende exzentrische, schrullige Darbietung, ganz so wie man es eben von einem genialen Künstler erwartet.


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